Aktienfonds – Die Alternative zum individuellen Portfolio

Das Sparbuch oder auch ein Tagesgeldkonto sind in Zeiten der EZB-Nullzinspolitik kaum Produkte, die geeignet sind, das eigene Geld mittels Zinsgewinn zu vermehren. Da bieten sich andere Geldanlagemöglichkeiten an, etwa ein Aktienfonds.

Wie der Name es schon erahnen lässt, besteht die Geldanlage hierbei in Aktien. Allerdings nicht in Einzeltiteln, sondern in einer Mischung von Aktien verschiedener Unternehmen.

Der Vorteil liegt darin, dass sich das Risiko eines Verlustes erheblich verringert, wenn denn die Anlagestrategie stimmt. Gleichzeitig steigen bei einer entsprechend klugen Auswahl die Chancen, dass die verschiedenen Werte im Aktienfonds nach oben klettern und damit die Geldanlage rentabel machen.

Sicher sind Aktienfonds Formen, die vom Anleger etwas mehr Aufmerksamkeit verlangen, als das altbekannte Sparbuch, aber dafür lohnt sich ein Aktienfonds, ein Sparbuch bringt aktuell Verluste.

Die Risiken, die in verschiedenen Fonds stecken, lassen sich auch mit nur wenig Kenntnis vom Aktienmarkt bewerten. Kein Anleger muss ein Wertpapierspezialist sein, um abschätzen zu können, wie sich Risiko und Chancen in einem Aktienfonds verhalten.

Aktienfonds

Aktienfonds

Sichere Anlagen – Aktienfonds

Herkömmliche Sparanlagen sind in der Regel an den Zinssatz der jeweiligen Zentralbanken gekoppelt. Diese jedoch sind nicht wachstumsorientiert, was natürlich geldpolitisch richtig ist. Zentralbanken steuern die im Umlauf befindliche Geldmenge und nutzen dazu unter anderem den Leitzins, der je nach Lage angehoben oder gesenkt wird.

Im Gegensatz dazu sind Aktiengesellschaften sehr wohl wachstumsorientiert. Ein kleines Beispiel zeigt die Unterschiede.

Im Euroraum befand sich der Leitzins im Jahr 2000 bei 3,25 %. Das bedeutete, dass Banken auf Sparguthaben vielleicht 4 oder auch 5 % Zinsen zahlten. Mit leichten Schwankungen blieb der Leitzins bis 2009 in diesem Bereich.

Nach der Weltwirtschaftskrise 2008 sank der Leitzins bis auf aktuell null Prozent. Großzügig berechnet wurden aus etwa 100 Euro Sparguthaben inklusive Zinseszins im besten Fall nach 17 Jahren etwa 140 Euro. Ein Zinsgewinn von rund 2 % pro Jahr.

Angenommen, die 100 Euro wurden in den DAX investiert. Der ist mit seinen industriellen Schwergewichten nun keineswegs ein sehr dynamischer Aktienfonds, sondern im Bereich der Aktienanlage eher als extrem konservativ zu betrachten.

Trotzdem erzielte der DAX im gleichen Zeitraum von 17 Jahren eine durchschnittliche Wertentwicklung pro Jahr von knapp über 5 %. Hier hätten aus den 100 Euro mit Zinseszins fast 130 Euro Zinsgewinn erzielt werden können.

Andere, dynamischere Aktienfonds liegen noch weit darüber. Dazu ist anzumerken, dass die vergangenen 17 Jahre gerade für den Aktienmarkt sehr durchwachsen waren.

Für wen sind Aktienfonds geeignet?

Gerade Menschen, die eine alternative Geldanlage zu den in Deutschland üblichen Bankprodukten suchen, sind bei Aktienfonds gut aufgehoben. Vor allem, wenn es sich um langfristige Anlageziele handelt und das Risiko weitgehend niedrig bleiben soll.

Das Management eines Aktienfonds verfolgt in der Regel ein bestimmtes Anlagekonzept, das sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. So etwa das Investment in bestimmte Branchen, die je nach Aktienfonds recht unterschiedlich sein können.

Hier werden die Unternehmen einer oder mehrerer Branchen hinsichtlich ihres Wachstums, aber auch in Bezug auf ihre Stabilität bewertet. Entspricht ein Unternehmen den vorgegebenen Kriterien, werden dessen Aktien in den Fonds integriert.

Ein anderes Konzept ist auf bestimmte Regionen ausgerichtet, das kann ein ganzer Erdteil wie Europa sein oder ein einzelner Staat wie beispielsweise Japan.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal kann die Konzentration auf kleine oder große Firmen sein. Der Vorteil des Investments in Small Caps, in kleinere Aktiengesellschaften, liegt in der schnelleren Wertentwicklung derer Aktien.

Gerade in den letzten Jahren haben Fonds mit diesem Anlagekonzept hervorragende Wertsteigerungen erzielt. Mit einem Blick auf die Entwicklung der Aktienindizes seit der Finanzkrise 2009 ist dies augrund des positiven Trends aber auch wenig verwunderlich.

Die besten Small-Caps-Fonds haben zum Beispiel in den Jahren von 2014 bis einschließlich 2016 Wertsteigerungen zwischen 13,8 und 15,76 % erbracht. Das Risiko kann hier durch eine breite Streuung gut abgefedert werden.

Allerdings kann der Erfolg eines solchen Fonds auch zum Handicap werden. Wenn der Fonds dank vieler Anleger eine bestimmte Größe erreicht, kann es für die Manager schwierig werden, die Menge an Geld entsprechend ihrer eigenen Kriterien zu investieren. Es fehlen dann schlicht geeignete Aktiengesellschaften.

Bestehen hohe Risiken bei Aktienfonds?

Eigentlich sind die Risiken gering, wenn der Anleger oder Investor bestimmte Arten von Fonds meidet. So etwa Branchenfonds mit einer sehr hohen Spezialisierung.

Sicher stecken genau in diesen Aktienfonds entsprechende Versprechen bezüglich Rendite, aber ebenso ist das Risiko sehr hoch, das die Vorhersagen zur Entwicklung nicht eintreffen. Wenn in nur eine Branche investiert wird, kann schon ein Unternehmen, das ins Trudeln gerät, die anderen Firmen mit hinabreißen.

Obwohl der Aktienmarkt und im speziellen Aktienfonds über Jahrzehnte hinweg eine positive Wertentwicklung zeigen und damit eigentlich hervorragend für den Vermögensaufbau geeignet sind, bleibt gerade in Deutschland die Skepsis hoch. Sehr deutlich zeigt dies die Aktionärsquote, der Anteil an Menschen eines Landes, die ihr Geld in Aktien oder Aktienfonds investieren.

Im Jahr 2016 lag dieser Anteil in ​Deutschland bei gerade einmal 6 %. Ähnlich verhält es sich in Österreich mit 7 %. Ganz anders hingegen in Schweden. Hier sind es 19 %, in England sogar 23 % und in der Schweiz 20 %.

Den Blick auf das Ziel, nicht auf den Weg

Sicher ist eine Problematik bei der Anlage in Aktienfonds der tägliche Kursverlauf. Bei langfristigen Anlagezeiträumen von vielleicht 10, 15 oder 20 Jahren kann es durchaus vorkommen, dass der Kurs des Fonds an manchen Tagen sogar ins Minus rutscht.

Das ist jedoch keineswegs aussagekräftig für die Gesamtentwicklung. Das lässt sich sehr gut am ältesten Aktienindex der Welt ablesen, dem Dow Jones. Dieser Index der 30 größten Industrieunternehmen der USA verzeichnet deren Kursentwicklung seit dem Jahr 1928.

In diesen fast 90 Jahren mit einem Weltkrieg, mehreren Börsenabstürzen und anderen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten kletterte der Dow-Jones-Index ​regelmäßig von einem Rekord-Hoch zum nächsten.

Dow Jones Index bis Dezember 2017

Dow Jones Index bis Dezember 2017

Hätte jemand theoretisch im Jahr 1928 nur 100 Euro im Dow Jones Aktienfonds angelegt, wären daraus im Jahr 2017 satte 10.270 Euro geworden, wohlgemerkt ohne Zinseszins. Mit Zinseszins wäre es ein Betrag mit 29 Stellen. Bei 10 Stellen ist die Milliarde erreicht, bei 13 Stellen die Billion.

Das ist natürlich genauso abstrakt wie die Annahme einer Geldanlage über 90 Jahre. Aber es zeigt eines sehr deutlich.

Aktien schlagen jede andere Anlage, die mit festen oder flexiblen Zinssätzen arbeitet. Weil hinter Aktien Menschen mit Ideen, mit Erfahrungen und mit Wissen stehen, die täglich daran arbeiten, sich und damit auch die Aktiengesellschaft voranzubringen.

Ein Aktienfonds ist in diesem Sinne nicht einfach eine Mischung an Anteilsscheinen verschiedener Unternehmen, sondern das Spiegelbild der Mitarbeiter dieser Betriebe.

​Alternative zur Geldanlage in Aktienfonds

​Für aktive Investoren und Anleger kommt neben einem Aktienfonds ganz sicher aus das Kaufen und Verkaufen von Aktien infrage, um ein individuell diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen.

Ein individuelles Portfolio bedeutet auch, dass Du mit einem wesentlich größeren zeitlichen Aufwand rechnen musst. Auf der anderen Seite jedoch, sparst Du als aktiv agierender Anleger die jährliche Managementgebühr für den Aktienfonds.

Weiterhin ist die Transparenz bei einem individuellen Aktienportfolio deutlich größer. Denn Du weißt genau, welche Werte Du in Dein Portfolio legst und vor allem auch, aus welchem Grund.

​Für Anleger, denen eine Investition in Einzelwerte und sogar die Investition in Aktienfonds nicht in Frage kommen ​sind Robo Advisor ganz sicher eine spannende Alternative.

Insbesondere dann, wenn das Portfolio in der Renditeerwartung möglichst nahe an den Aktienindizes orientieren soll.

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