Geld vermehren – das Sparbuch war einmal

Geld vermehren​ erschien einfach, doch abenteuerlich zusammengeschusterte Finanzderivate brachten ein Problem mit sich. Die Investment-Abteilungen einiger global agierender Banken verursachten 2007 / 2008 damit eine Weltwirtschaftskrise.

Deren Folgen sind noch heute deutlich zu spüren.

Eine davon ist die Nullzinspolitik der EZB. Der Zweck dieses Festhalten an der Nullzinspolitik und dem gleichzeitigen Aufkaufen von Staatsanleihen liegt darin, Unternehmen und auch private Investoren dazu zu bewegen, ihr Geld in die Wirtschaft einzubringen und diese anzukurbeln.

Wird Geld hingegen auf Sparkonten gehortet, hilft es nicht, den Markt zu beleben.

Schon im Mai 2009 wurde der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz, umgangssprachlich Leitzins, auf 1 % abgesenkt.

Seit März 2016 steht der Leitzins bei null und für Institute wie Banken werden sogar Strafzinsen fällig, wenn sie ihr Geld bei der EZB lagern.

Nach jüngsten Aussagen aus der EZB-Zentrale in Frankfurt am Main wird sich daran auch bis etwa Herbst 2019 kaum etwas ändern.

Wer sein Geld auf einem Sparbuch liegen hat oder es in bar zu Hause versteckt, der macht damit Verlust. Aktuell beläuft sich die Inflationsrate auf rund 1,7 %.

Die Banken geben im besten Fall 0,6 % Zinsen pro Jahr auf das Sparguthaben.

Geld vermehren geht anders.

Es bestehen durchaus sichere Geld-Anlagen, die mehr aus Deinem Geld machen.

Welche das sind und was es zu vermeiden gilt, erfährst Du hier.

Geld vermehren

Geld vermehren

Geld vermehren ohne Risiko?

Konservativ zu denken ist im Grunde nicht das schlechteste.

Wenn sich etwas über Jahrzehnte bewährte, dann kann es so schlecht nicht sein.

Allerdings hat sich dies mit dem Banken-Crash 2008 und der darauf folgenden Leitzinssenkung geändert.

Herkömmliche Spareinlagen bringen Verluste

Auf der anderen Seite stehen gerade private Anleger in Deutschland anderen Formen der Geldanlage sehr skeptisch gegenüber. 

In der letzten Zeit ist sogar Omas berühmter Sparstrumpf wieder populär geworden.

Sehr zur Freude professioneller Einbrecherbanden, die so reiche Beute machen.

In Deutschland besteht zudem die etwas fatale Neigung, Geldanlagen zu suchen, um die sich der Anleger oder Sparer möglichst wenig kümmern muss.

Das Sparbuch war da ideal, doch das ist zumindest in der näheren Zukunft keine Option mehr und die Zinsen waren eigentlich nie wirklich berauschend.   

Beim Aktien kaufen denken nicht wenige Anleger sofort an Katastrophen wie das Platzen der Internetblase, die dafür sorgte, das unglaubliche Geldmengen über Nacht rettungslos vernichtet wurden.

Es geht aber auch anders

Das Zauberwort heißt ETF

Ein exchange-tradet fund, kurz ETF, ist ein Investmentfond, der die Wertentwicklung bestimmter Aktienindizes nachbildet. Anbieter die für ihre Kunden ETFs mit Künstlicher Intelligenz handeln nennt man Robo-Advisor.

Aktienindizes sind Zusammenfassungen mehrerer, mitunter Hunderter oder Tausender verschiedener Firmenanteile, die die durchschnittliche Wertentwicklung anzeigen.

Der in Deutschland wohl bekannteste Aktienindiz ist der DAX. ​Anderere populäre Indizes sind der an der New Yorker Wallstreet bestehende Dow Jones und die NASDAQ.

Bei der Gründung des DAX im Jahr 1959 startete er mit etwa 350 Punkten.

Heute, fast 60 Jahre später, steht der Index bei knapp 12.000 Punkten.

Eine Wertsteigerung von etwa 4500 %.

Der Dow Jones ist noch älter. 

Er begann im Jahr 1928 bei null und steht heute bei fast 22.000 Punkten oder über 9000 % Wertsteigerung.

Umgerechnet auf das einzelne Jahr bedeutet dies im Durchschnitt beim Dax eine Gesamtwertsteigerung von 77 % per anno, beim Dow Jones sogar rund 101 % per anno.

Mit einem ETF-Sparplan kann an diesen Wertsteigerungen problemlos und vor allem gefahrlos partizipiert werden.

Dazu musst Du als Anleger auch nicht Georges Soros oder Warren Buffett heißen.

Gerade Direktbanken wie Comdirect oder DKB bieten hierzu kostenlose Online-Depots, in die monatlich nur 25 oder 50 Euro einzuzahlen sind.

Die Rendite ist abhängig von der Wertentwicklung des nachgebildeten Index.

So ist etwa der MSCI World ein sehr sicherer, weil breit gestreuter Index. In Ihm sind etwa 1600 Unternehmen zusammengefasst. 

Der MSCI World erzielt seit 1970 eine durchschnittliche Rendite von 7,1 % per anno.

Das ist doch ein bisschen mehr als 0,6 % auf das Sparbuch und trotzdem noch eine sehr vorsichtige Anlage.

Wie verdoppele ich mein Geld?

Geld vermehren ist das eine, das Geld verdoppeln, und das möglichst kurzfristig, ist das andere.

Natürlich hätte der Großteil aller privaten Anleger gerne die eierlegende Wollmilchsau, die zu 100 % sicher ist und dazu noch eine sehr hohe Rendite abwirft.

Dabei werden gleichzeitig Finanzjongleure bewundert, die mit riskantem Optionshandel riesige Gewinne einfahren, aber auch gigantische Verluste anhäufen, wenn die Spekulation auf steigende oder fallende Kurse schief gegangen ist.

Das sind Insider, Broker mit Börsenzulassung, die in der Regel nicht ihr eigenes Geld, sondern das ihrer Kunden anlegen.

Warum Anlagestrategien so manches Mal schief laufen, hängt oft mit Emotionen zusammen und diese sind menschlich.

Um diesem Problem Herr zu werden, wurden schon vor 20 Jahren von den Profis Computer eingesetzt, um Kursbewegungen ohne Gefühle im Voraus zu berechnen.

Heute steht dieses Werkzeug auch den Nicht-Profis zur Verfügung und nennt sich Robo-Advisor. Übersetzt bedeutet das Kunstwort etwa Roboter-Berater.

Die Robo-Advisor tragen zwei Vorteile in sich.

Einmal sind sie viel günstiger als ein Investment-Berater aus Fleisch und Blut und zum zweiten sind ihre Anlagestrategien frei von Ängsten oder Hochgefühlen. 

Die vom Robo-Advisor dem Kunden vorgeschlagenen Investments basieren auf reinen Daten aus der länger und kürzer zurückliegenden Vergangenheit.

Mithilfe spezieller Algorithmen werden die bestehenden Risiken und Erfolgsaussichten analysiert.

Wie stellt sich ein Robo-Advisor in der Realität dar?

In der Regel handelt es sich um Internet-Plattformen wie etwa Ginmon, Vaamo​, fintego, growney oder Scalable Capital, auf der Kunden entsprechend ihrer Risiko-Bereitschaft Anlagestrategien erhalten.

Da die weitaus meisten der Plattformen vorzugsweise mit den schon beschriebenen ETFs arbeiten, besteht kaum die Gefahr, das Haus und Hof verspekuliert werden.

Im Gegenteil, die durchschnittliche Performance der Robo-Advisor in den letzten Jahren zeigt, dass sie ihren menschlichen Kollegen zumindest ebenbürtig, meist aber sogar überlegen sind.

Ein gutes Merkmal für die Funktionalität einer Investmentstrategie sind Krisenzeiten. 

Die gab es etwa zuletzt im Jahr 2016 mit dem rapiden Ölpreisverfall, der für enorme Schwankungen bei den Aktienkursen sorgte.

Die Robo-Advisor bewiesen, dass es klug ist, einen kühlen Kopf zu bewahren und das zu tun, was letztlich am meisten bringt.

Sie empfahlen den Kauf von niedrig bewerteten ETFs, anstatt aus den Investments auszusteigen.

Tatsächlich stiegen die Kurse wieder rasant an.

Mit einer gewissen Risikobereitschaft sind gerade derartige Krisenzeiten sehr gut geeignet, sein Geld nicht nur zu verdoppeln.

Kollege Roboter hilft dabei und dies ohne astronomische Gebühren.

Aus wenig Geld viel Geld machen?

Wer viel erreichen möchte, muss Risiken eingehen.

Bei einigen Investments bedeutet dies nicht nur alles oder nichts, sondern durchaus noch weniger als Nichts. 

So etwa im Optionshandel, indem mit großem Hebel gearbeitet wird, der aber in beide Richtungen wirkt.

Wer sich auf derartige Abenteuer nicht einlassen möchte, kann sich trotzdem im Direktinvestment versuchen.

Dazu bestehen verschiedene Möglichkeiten.

Eine davon sind Cryptowährungen, von denen der Bitcoin die mit Abstand bekannteste Form der neuen digitalen Währungen darstellt.

Der Bitcoin ist zugleich das erste digitale Geld, das einen realen und verifizierbaren Marktwert besaß.

Grundlage hierfür ist die dahinter stehende Technologie, die Blockchain

Viele Experten rechnen diese Technologie zu den zukunftsträchtigsten Systemen, die nicht nur den Zahlungsverkehr verändern wird.

Als der Bitcoin im Januar 2009 auf den Markt kam, fand er die ersten 4 Jahre kaum Beachtung.

Erst im Januar 2013 stieg sein Wert langsam an, um dann zur Mitte desselben

Jahres förmlich zu explodieren. Innerhalb nur eines Monats von rund 200 USD auf 1200 USD. Danach jedoch ging es erst einmal wieder abwärts.

Im Jahr 2015 lag der Bitcoin bei 250 USD.

Das Ende des Jahres 2015 und der Anfang von 2016 markierten den Aufstieg des Bitcoins, der aktuell, im Dezember 2017, bei ​13800 Euro steht.

Wer etwa im Jahr 2010 den richtigen Riecher hatte und in den Bitcoin einstieg, kann heute einen sehr satten Gewinn einfahren.

Allerdings ist der Bitcoin nach wie vor ein Spekulationsobjekt, das mit Risiken behaftet ist.

Das größte Problem dürfte sein, das sich der Bitcoin staatlicher Kontrolle entzieht, was irgendwann die Währungshüter auf den Plan rufen wird.

Der Bitcoin ist zwar die bekannteste, aber längst nicht mehr die einzige Kryptowährung.

Inzwischen gibt es über 840 der digitalen „Münzen“, so zum Beispiel Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash oder Litecoin.

Ein weites Feld für Spekulationen mit Kryptowährungen.

Geld vermehren mit System

Die Klassiker unter den Anlagemöglichkeiten, wie Tagesgeldkonto oder ein Festgeldkonto, können durch die aktuelle Zinspolitik der EZB einfach nicht überzeugen.

Immobilien waren und sind gute Geldanlagen, wenn bestimmte Vorgaben beachtet werden.

Gerade in den Ballungsgebieten wird Wohnraum nachgefragt, was auch in den kommenden Jahren dazu führt, das viel gebaut und damit investiert werden kann.

Edelmetalle sind die absoluten Klassiker in der Geldanlage.

Die ersten Währungen dieser Welt stützen sich praktisch durchweg auf das Edelmetall Gold.

Nun lässt sich Gold durchaus zu Hause aufbewahren, womit wieder das Risiko des Totalverlustes durch Einbruch besteht.

Ein Bank-Depot kostet Extra-Geld.

Eine andere Form, aus dem Goldkurs Gewinn zu erzielen, sind Anleihen und Aktien von Unternehmen, die mit Gold handeln oder dieses in der Produktion einsetzen.

Gold ist nun keine Anlage, mit der sich schnelle Gewinne realisieren lassen, aber es ist ein Metall, das gerade mit der Einführung der neuen digitalen Technologien eine Aufwertung erhielt​.

Das liegt an den besonderen Eigenschaften des Goldes, das extrem leitfähig ist und gleichzeitig keinerlei Korrosionsanfälligkeit zeigt.

In Smartphones, in Tablets oder in zahlreichen anderen Endgeräten ist Gold die Gewähr für dauerhafte Kontakte.

Gerade im Mikrobereich, wo es um Tausendstel Millimeter oder sogar um Millionstel Millimeter geht, der Nano-Technologie, ist Gold unschlagbar.

Übrigens wird wieder vermehrt Goldschmuck nachgefragt, der erste geschichtlich belegte und immer noch aktuelle Verwendungszweck des Edelmetalls. 

Neue Technologien gehen oft einher mit dem Schlagwort: „seltene Erden“.

Dabei handelt es sich um spezielle Metalle und Mineralien, die vorzugsweise in der Halbleiter- und Prozessorfertigung, aber auch in der Herstellung neuartiger Akkumulatoren Anwendung finden, siehe E-Auto.

Es ist ein beständig wachsender, aber sehr komplexer Markt, der von einer Fülle politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen abhängig ist.

Bleibt noch die Aktie, der Anteilschein an einem Unternehmen.

Die Bandbreite geht hier von Penny-Stocks bis hin zu den Blue-Chips.

Eine Aktie kann 10 Euro-Cent wert sein, aber auch über 1000 Euro.

Für Dich als in der Regel unbedarften Anleger, von dem ja eigentlich nicht vorausgesetzt wird, das spezielle Kenntnisse zum Kapitalmarkt vorliegen, ist es wichtig, eine breite Streuung vorzunehmen, um das Risiko zu minimieren.

Trotzdem soll eine gute Rendite erzielt werden. ETFs sind hierzu sicher gut geeignet, zumal sie auch mit geringen Mitteln den Einstieg gewährleisten.

Wer es sich zutraut, kann in das Direktinvestment einsteigen, aber immer mit dem Risiko eines Totalverlustes vor Augen.

Wer sein Geld vermehren möchte, hat heute mehr Möglichkeiten als je zuvor.

​Auf Wunsch genau so sicher wie das Sparbuch, aber mit einem viel besseren Ergebnis zum Jahresende.

Zudem kann an den Kaptialmärkten mit geringem Zeitaufwand online Geld verdient​.

Ob mit klassischem Aktienhandel, dem Forex-Trading, oder per Robo-Advisor. Es gibt viele Wege sein Geld an den Börsen der Welt zu vermehren.

Fazit zu Geld vermehren

Geld vermehren durch die eigenen Fähigkeiten. Das ist der Normalfall. 

Als Arbeitnehmer, Selbstständiger oder Freiberufler.

Erarbeitetes Geld soll sich aber noch weiter vermehren. Es soll für Dich arbeiten.

Das hat aus verschiedenen Gründen durchaus seine Berechtigung und ist keineswegs nur reine Gier nach mehr.

In vielen Ländern dieser Erde basiert die Versorgung von im Alter arbeitsunfähigen Menschen auf Kapitalanlagen, auf Rentenfonds. Also erspartem und angelegtem Geld. 

Das ist das eine.

Zum anderen dienen Ersparnisse dazu, Anschaffungen zu tätigen. Warum sollte das Geld bis zu diesem Ziel nicht so angelegt werden, das es sich vermehrt?

Geldanlagen finanzieren zudem die Ausbildung junger Menschen und als Investments halten sie die Wirtschaft am Laufen.

Geld vermehren ist nicht einfach nur der Wunsch, immer mehr zu besitzen, sondern vielmehr das Bedürfnis, sich und seine Familie abzusichern.

Natürlich dürfen Spekulationen, etwa mit Lebensmitteln, hierbei nicht schön geredet werden.

Aber es liegt bei jedem Einzelnen, zu entscheiden, wie das erarbeitete Geld angelegt werden.

Die Instrumente dazu finden sich in fast allen Haushalten, sie nennen sich Computer und Internet. Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit steht jedem offen​. Bleibt noch eine Frage: Investierst Du Deine Zeit effektiv?

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