Gold kaufen – Ist das wirklich eine gute Idee?

Gold kaufen, oder nicht? Es war, es ist und wird wohl das faszinierendste Material in der Menschheitsgeschichte bleiben, das Edelmetall Gold. Sicher finden sich andere Stoffe mit herausragenden Eigenschaften, die kurzzeitig die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber letztlich bleibt Gold der Dauerbrenner unter den Metallen, sowohl zur Anlage wie auch als Schmuck oder in der Technik.

Tatsächlich war im Verlauf der Menschheitsgeschichte sogar profanes Eisen einmal kurzzeitig mehr Wert als Gold, allerdings nur so lange, bis die Hersteller die Verarbeitung des Eisens in den Griff bekamen und feststellten, das Eisen fast an jeder Ecke herumliegt, ganz im Gegensatz zu Gold.

Zuletzt machte Gold in größerem Ausmaß im Jahr 2007 von sich reden. Mit dem Einsetzen der Weltwirtschaftskrise aufgrund massenhaft fauler Hypothekenkredite suchten die Anleger nach neuen und vor allem sicheren Häfen für ihr Geld.

Gold bot sich an und katapultierte sich von Anfang 2007 mit einem Kurs von rund 470 Euro pro Unze innerhalb von 4 Jahren auf über 1000 Euro pro Unze. Diese Schwelle von 1000 Euro hat das Edelmetall mit zeitweiligen Abweichungen sowohl nach unten wie nach oben bis heute gehalten.  Aktuell (Januar 2018) liegt der Kurs bei 1100 Euro die Feinunze.

Gold Chart in Euro - 15 Jahre

Gold Chart in Euro - 15 Jahre

Gold, die Krisenwährung Nr. 1

Zugegeben, Gold gibt sich in wirtschaftlich florierenden Zeiten eher etwas langweilig. Im Aktienmarkt lässt sich dann meist mehr verdienen. Aber in Gold steckt weit mehr drin, als nur die Eigenschaften, recht selten zu sein und faszinierend zu glänzen. Gold kann mehr und findet sich deshalb in den unterschiedlichsten Märkten.

Ohne Frage ein Grund für seine hohe Preisstabilität, wobei hier die Spekulationsphasen gerade für langfristige Anleger eher ein Problem darstellen. So sorgten etwa steigende Ölpreise in den Jahren 1979 und 1980 für einen wahren Run auf Gold, weil überall ein bisschen Endzeitstimmung aufkam, da jeder dachte, nun geht es mit den Ölreserven zu Ende.

In den 1980er-Jahren war Gold eine sehr spekulative Anlage, was sich erst in den 1990er-Jahren wieder einigermaßen beruhigte. Nach der letzten Weltwirtschaftskrise pendelte sich der Goldpreis auf hohem Niveau ein und die Wahrscheinlichkeit, dass er aus diesen Höhen tief hinunterfällt, wird von Jahr zu Jahr geringer.

Das hängt vor allem damit zusammen, dass alle Gold brauchen, aber nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Rohstoff. Aus diesem Grund sind die Unternehmen sehr darauf aus, den Goldpreis stabil zu halten.

Überall ist Gold

Schön wäre es ja, wenn Gold überall greifbar wäre, aber es ist immerhin da und zwar vor allem in unseren Smartphons. Das Handy war und ist unter den technischen Consumer-Produkten das Gerät mit den weltweit höchsten Absatzzahlen und dies mit großem Abstand. Vor allem in den Schwellenländern ist das Handy oder das Smartphone das Tor zur Welt. In jedem Smartphone befindet sich mindestens ein Mikroprozessor.

Dieser Chip muss mit seinem ihn umgebenden Gehäuse verbunden werden, um die Rechnungsvorgänge übertragen zu können. Dazu werden pro Chip rund 400 hochfeine Golddrähte verwendet. Zwar besitzen Kupfer und Silber eine bessere elektrische Leitfähigkeit, sie haben aber den Nachteil, dass sie korrodieren.

Gold hingegen kann im schlimmsten Fall verschmutzen, mehr nicht, seine Leitfähigkeit bleibt unverändert. So kommt es nun, das in etwa 50 Handys genauso viel Gold enthalten ist wie in einer Tonne Golderz. Im Jahr 2016 wurden weltweit 3100 Tonnen Gold aus Minen gefördert.

Davon gehen geschätzt rund 10 % in die Elektronikindustrie. Oder um es bildhafter auszudrücken: Im Jahr 2016 wurden weltweit pro Sekunde 4 Handys verkauft.

Sicher trägt die Elektronikindustrie zur Goldpreisstabilität in hohem Maße bei, der größte Verbraucher ist aber nach wie vor die Schmuckindustrie, in die mehr als 50 % des weltweit geförderten Goldes fließen.

Vor allem Indien und China sind hierbei die wichtigsten Abnehmer, deren Bevölkerung eine sehr hohe Affinität zu Goldschmuck besitzen. Hier kommt noch ein absatzfördernder Umstand hinzu. Der einmal erworbene Goldschmuck ist Teil des Familienvermögens und wird nur selten wieder verkauft, weshalb immer neuer Goldschmuck benötigt wird.

Etwa 15 % des jährlich geschürften Goldes wandert in die Tresore der verschiedenen Zentralbanken und gut 25 % werden von privaten wie institutionellen Käufern erworben.

Gold als Anlageprodukt

Die Anlage in Gold bietet sich in drei Formen an. Physisch als Goldbarren in unterschiedlicher Größe beziehungsweise Gewicht. In Form von Goldmünzen entweder als Anlagemünzen oder Sammlermünzen und als Wertpapiere von Unternehmen, die sich mit der Goldförderung und der Verarbeitung beschäftigen.

Gold kaufen und verkaufen

Gold kaufen und verkaufen

Die Anlage in Goldbarren ist nicht einfach und lohnt sich nur dann, wenn genügend Investitionskapital zur Verfügung steht. Das hängt mit den An- und Verkaufspreisen zusammen, die desto weiter auseinander gehen, je kleiner der erworbene Goldbarren ist.

Wer etwa einen 1-Gramm-Goldbarren zu aktuell rund 37,50 Euro erwirbt, wird feststellen dass bei einem Verkauf des Goldbarrens am selben Tag höchstens 34,50 Euro gezahlt werden. Das sind immerhin fast 10 % Verlust. Je mehr Gewicht der einzelne Goldbarren besitzt, desto geringer fällt die Spanne zwischen Ver- und Ankauf aus.

Bei Goldmünzen muss zwischen sogenannten Anlagemünzen und den Sammlermünzen unterschieden werden. Anlagemünzen verhalten sich ähnlich wie Goldbarren. Hier entscheidet vor allem das Gewicht.

Der Vorteil der Anlagemünzen gegenüber dem Barren ist die höhere Fälschungssicherheit. Bei Sammlermünzen kann der Wert der Münze den reinen Goldwert um ein Vielfaches übersteigen, aber es braucht schon einiges an Sachkenntnis, um hier richtig zu investieren.

Bleibt noch die Investition in Wertpapiere beziehungsweise Aktien oder Aktienfonds, deren ausgebende Firmen mit der Goldschürfung und der Goldverarbeitung beschäftigt sind. Hierzu gibt es ebenso ETFs, die speziell auf den Goldindex ausgerichtet sind.

Wie sind die Aussichten für Gold?

Alles zusammengenommen, sieht es für eine Steigerung des Goldpreises gut aus. Dafür stehen verschiedene Faktoren. Am wichtigsten dürfte hierbei der Umstand sein, dass sich sowohl die FED, die US-Zentralbank, wie auch die EZB langsam von der Nullzinspolitik verabschieden.

Mit den steigenden Zinsen erhöht sich die Inflationsrate und die Erfahrung zeigt, dass mit steigender Inflation ein steigender Goldpreis einhergeht. Noch etwas ist von Bedeutung. Die weltgrößte Wirtschaftsmacht, die USA, dreht unter Präsident Trump gewaltig an der Schuldenschraube.

Das von Ihm angekündigte Konjunkturprogramm wird das Wachstum nur kurzzeitig erhöhen, wenn es denn überhaupt funktioniert. Alles in allem wird der Dollar weiter an Wert verlieren, so wie er das nun schon über das gesamte Jahr 2017 getan hat.

Ein schwächelnder Dollar ist jedoch für viele Anleger ein Grund, aus der Währung herauszugehen und sich andere Anlagemöglichkeiten zu suchen, beispielsweise Gold.


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