Die größten Börsen der Welt

Traden lernen bedeutet auch, sich mit den größten Börsen der Welt zu beschäftigen. Wie lange es schon Börsen oder deren Vorläufer gibt, liegt im Dunkel der Geschichte. Es ist anzunehmen, dass schon die ersten Hochkulturen der Welt in Mesopotamien vor etwa 10.000 Jahren so etwas Ähnliches wie Börsen kannten. Über lange Zeit dienten etwa Bauermärkte als Preisbestimmende Umschlagsplätze für landwirtschaftliche Güter und schon damals galt der Grundsatz von Angebot und Nachfrage.

Die damaligen Bauernmärkte waren aber auch wichtige Knotenpunkte zur Versorgung der Bevölkerung, weshalb es schon früh regulatorische Eingriffe von Seiten des Staates gab. Etwa bei Wucher oder der absichtlichen Zurückhaltung von Waren, um deren Preis in die Höhe zu treiben.

Der heutige Begriff Börse leitet sich aus dem Namen „Van der Beurze“ ab, eine in Brügge ansässige Patrizierfamilie, die im 14. und 15. Jahrhundert mehrere Gasthäuser und Herbergen in der belgischen Stadt betrieb. Eine dieser Herbergen lag am Marktplatz von Brügge, weshalb der Platz allgemein von den Einwohnern als „Ter Beurze“, nach dem bekanntesten Gebäude, benannt wurde.

Zu dieser Zeit war Brügge das wichtigste europäische Handelszentrum, vergleichbar mit dem heutigen London oder New York. Es war auch die Zeit, in der die ersten Aktiengesellschaften gegründet wurden.

Die Bezeichnung „Beurze“ wurde abgewandelt in viele Sprachen übernommen und beschreibt dabei immer einen Handels- oder Marktplatz. Bis in das 17. Jahrhundert blieb die Börse einfach ein Handelsplatz in einer Stadt, je nach Lage im Hafen oder auf dem Markt. Erst im Jahr 1613 wurde in Antwerpen ein Gebäude eröffnet, das den offiziellen Namen Börse trug.

Die größten Börsen von heute

Vom ausgehenden Mittelalter bis heute hat sich die politische und wirtschaftliche Welt enorm verändert. Längst sind die Handelsschwerpunkte verschoben. Obwohl die Niederlande nach wie vor eine bedeutende Handelsnation sind, zählen sie schon lange nicht mehr zu den Schwergewichten im Börsengeschehen.

Exemplarisch werden hier nun fünf Börsen vorgestellt, die zu den Top 15 der Welt gehören.

Deutsche Börse AG

Den Anfang macht die Deutsche Börse AG, die im aktuellen Ranking der größten Börsen der Welt den 12. Platz behauptet. Sie ist in Frankfurt a. M beheimatet

Das gehandelte Aktienvolumen der Deutschen Börse AG betrug im Jahr 2017 rund 1,31 Billionen Dollar. Die Deutsche Börse AG selbst ist noch sehr jung, sie wurde erst im Jahr 1992 gegründet. Ihre Vorgänger weisen jedoch eine Geschichte auf, die bis in das 16. Jahrhundert reicht. Auch in Frankfurt war die Börse zunächst ein Platz. In diesem Fall die gute Stube der Stadt, der Römerplatz oder für Einheimische nur kurz der „Römer“.

Im Jahr 1694 fanden dann die Versammlungen der Kaufleute zum ersten Mal in einem zunächst angemieteten Gebäude statt. Dieses Provisorium hielt sich fast 150 Jahre lang, worüber sich sogar Wilhelm Hauff, der Autor vom Wirtshaus im Spessart, mokierte. Im Jahr 1843 entstand zunächst die „alte Börse“, doch schon 1879 erfolgte der Umzug in die „neue Börse“.

Heute befindet sich der eigentliche Handelsplatz der Deutsche Börse AG in der Frankfurter Nachbargemeinde Eschborn, offiziell bleibt aber Frankfurt am Main der Hauptsitz. Insgesamt beschäftigt die deutsche Börse AG über 4500 Mitarbeiter an weltweit 22 Standorten. Unter anderem gehören zu Ihr die Handelsplätze Eurex und Xetra. Auch der DAX mit den 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften ist ein Bestandteil der Deutsche Börse AG.

Die Website der Deutschen Börse

Die Website der Deutschen Börse

Japan Exchange Group Inc.

Auf dem 6. Platz des internationalen Ranking befindet sich mit einem im Jahr 2017 gehandelten Aktienvolumen von 5,62 Billionen Dollar die Japan Exchange Group.

Im Jahr 2013 fusionierten die Tokio Stock Exchange und die Osaka Stock Exchange zur Japan Exchange Group. Als gewichtigster Vorgänger der erst fünf Jahre alten Japan Exchange gilt die bereits im Jahr 1878 gegründete Tokio Stock Exchange. An der Tokio Stock Exchange wird der Nikkei veröffentlicht und alle 15 Sekunden aktualisiert. In Ihm sind die 225 wichtigsten Aktiengesellschaften Japans mit ihren Kursen abgebildet.

NASDAQ

Mit 11,07 Billionen Dollar an Aktienvolumen im Jahr 2017 nimmt die NASDAQ den 4. Platz auf der Liste der größten Börsen ein.

Die NASDAQ mit Hauptsitz in New York war die weltweit erste elektronische Börse, die bereits im Jahr 1971 an den Start ging. Gemessen an den bei ihr gelisteten Unternehmen ist sie heute zudem die größte Börse der USA. Etwas unklar ist die Verflechtung der NASDAQ zur New York Stock Exchange.

Offiziell handelt es sich um zwei eigenständige Unternehmen, inoffiziell wickelte die NASDAQ schon 1998 gut zehn Prozent des NYSE-Umsatzes über ihre Systeme ab. Es ist anzunehmen das mit dem seit dieser Zeit stark gestiegenen elektronischen Handel die Verflechtungen noch weit enger wurden.

Heute ist die NASDAQ nicht nur der Betreiber der E-Commerce-Börse am Time Square in Manhattan sondern ebenso von Börsen in Kanada, Japan, Stockholm, Helsinki, Kopenhagen, Riga, Tallin und Vilnius. Das Unternehmen beschäftigt 4325 Mitarbeiter.

Shenzen Stock Exchange, SZSE

Den 3. Platz belegte im Jahr 2017 die SZSE mit einem Handelsvolumen von 11,61 Billionen US-Dollar und konnte sich so knapp vor der NASDAQ behaupten.

Wie die NASDAQ konzentriert sich die SZSE überwiegend auf elektronische Titel. Die Dominanz der elektronischen Börsen in der Rangliste zeigt eindeutig, wohin sich der Aktien- und Anlagemarkt bewegt.

Gegründet wurde die SZSE im Jahr 1990 und ist bezogen auf die bei ihr gelisteten Unternehmen nach Shanghai die größte Börse Festlandchinas. Laut der eigenen Webseite ist die SZSE ein selbständig agierendes Unternehmen unter der Aufsicht der China Securities Regulatory Commission.

Ihr Hauptindex ist der SSE, der im Mai 2004 eingeführt wurde. Die Stadt Shenzen, der Sitz der SZSE, grenzt direkt an Hongkong an und ist für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas von größter Bedeutung.

New York Stock Exchange

Sie ist auch im Jahr 2017 noch die Nummer 1, die NYSE mit einem Volumen von 17,32 Billionen US-Dollar. Jeder kennt sie jedoch vielmehr unter dem Namen der Straße, in der sie residiert, Wallstreet.

Fast 20.000 Unternehmen sind an der NYSE gelistet, womit sie alle anderen Börsen bei weitem schlägt. Wie viele Börsen zuvor in Europa erfolgte auch die Gründung der ältesten Börse der USA unter freiem Himmel, oder besser unter einem Buttonwood-Baum im Jahr 1792 auf einem leeren Grundstück an der Wallstreet.

Die ersten Jahre wurde der Aktienhandel in einem Kaffee-Haus abgehalten.

Noch weitere 111 Jahre erfolgte der Aktienhandel an der NYSE irgendwo auf der Wallstreet. Erst im Jahr 1903 bezog die Börse die Wallstreet Nr. 11 und ist bis heute dort ansässig.

Der bei der NYSE etablierte Dow-Jones-Index wurde bereits im Jahr 1896 mit anfänglich 12 Unternehmen kreiert. Heute gehört die NYSE zur InternationalExchange Inc. (ICE) mit Hauptsitz in Atlanta.

Neben der NYSE gehören zu ICE auch die Londoner Terminbörse, die ICE Futures Canada, die ICE Futures U.S., ehemals das New York Board of Trade, sowie die ICE Futures, die frühere International Petroleum Exchange.

​Fazit

​Die Digitalisierung hat sich im Bereich des Börsenhandels schon längst durchgesetzt und Preisdifferenzen können nahezu überhaupt nicht mehr zugunsten des eigenen Kontos ausgenutzt werden. Für Anleger ist Aktien kaufen inzwischen weltweit ohne Probleme rund um die Uhr möglich.

Oftmals genügt ein einzelnes Online Broker Depot, um Aktien in verschiedensten Währungen und an allen weiltweit verfügbaren Börsenplätzen handeln zu können.

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