Ich brauche Geld – doch wie und woher?

Wem geht es nicht so, dass er oder sie in bestimmten Momenten ausruft: „Ich brauche Geld“?

Allein in Deutschland sind 6,8 Millionen Menschen (Stand 2016) überschuldet, wobei die Schuld durchschnittlich ~24.177 Euro pro Person beträgt.

Auf diese Gruppe trifft es folglich im Besonderen zu, aber auch ohne große Schuldenlast ist der Bedarf nach Geld für die meisten Menschen ein Dauerzustand.

Schließlich basiert in praktisch allen Ländern dieser Erde die jeweilige Volkswirtschaft auf einem mehr oder weniger stark ausgeprägten monetären System.

Geld regiert die Welt, eine zwar abgedroschene aber nach wie vor gültige Weisheit. Folglich besitzt der Satz: „ich brauche Geld“ überall und in fast jeder Einkommensschicht seine Berechtigung.

Dabei ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass auch bei steigendem Einkommen der Bedarf an Geld nicht sinkt. 

Höheren Einnahmen stehen meist auch höhere Ausgaben gegenüber, sodass selbst nach beispielsweise einer Lohnerhöhung schnell wieder der Punkt erreicht ist, an dem am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist und der Ausruf: „ich brauche Geld“ wiederum zum Tragen kommt.

Wie und woher Geld außer der Reihe zu bekommen ist, das soll in diesem Artikel erklärt werden.

Ich brauche Geld

Ich brauche Geld

Heute noch Geld aufs Konto bekommen

Das Girokonto ist in den meisten Haushalten der Dreh- und Angelpunkt für die Finanzierung des Lebensunterhalts.

Besteht hier durch Überziehung etwa des Kreditrahmens eine Schieflage, kann es schnell dazu kommen, das Rechnungen nicht mehr beglichen und der Geldautomat auch kein Bargeld mehr ausspuckt. Mitunter trennen einen Kontobesitzer nur ein paar Euro davor, dass die Bank das Konto sperrt.

Da bleibt mitunter nur der Weg, selbst einen bestimmten Betrag einzuzahlen, der sich irgendwie beschafft wurde.

Genau diese Möglichkeiten wollen wir nun einmal durchgehen, wobei nahe liegende Lösungen außen vor bleiben.

So etwa die Aufnahme eines Kredits bei einer Bank oder das Leihen des Geldes bei Freunden und Verwandten.

Darauf dürfte jeder von selbst kommen. Was aber bleiben noch für Möglichkeiten, wirklich noch am selben Tag Geld zu bekommen?

1. Die kurzfristige Beschäftigung

Vor allem für Großstadtbewohner ist dies eine gute Möglichkeit, noch am selben Tag Geld zu bekommen.

Dazu finden sich in den Arbeitsagenturen Büros, die Tagesjobs vermitteln. Wählerisch bezüglich der Tätigkeit und auch der Bezahlung darfst Du jedoch nicht sein.

In der Regel sind es Helfer-Tätigkeiten, die eine gute körperliche Verfassung voraussetzen und etwa 10 bis 12 Euro die Stunde einbringen.

Es finden sich aber manchmal ebenso Tagesjobs für „geistige“ Arbeiten, etwa Nachhilfestunden oder einfache Bürotätigkeiten wie das Sortieren von Belegen.

Der Lohn wird auf jeden Fall noch am selben Tag ausbezahlt.

2. Pfandflaschen

Zugegeben, das ist sicher nicht jedermanns Sache, kann sich aber durchaus lohnen.

Viele Pfandflaschen werden von ihren jeweiligen Käufern nicht zurückgebracht, sondern landen entweder in der Landschaft oder in öffentlichen Abfallkörben.

Immerhin sind pfandpflichtige Einwegflaschen 25 Euro-Cent wert und auch auf Mehrwegflaschen liegt meist ein Pfandgeld zwischen 8 und 25 Euro-Cent.

Sehr gute Quellen für weggeworfene Pfandflaschen sind große Einkaufsstraßen beziehungsweise Fußgängerzonen, aber auch Parkanlagen.

Auf jeden Fall nur öffentlicher Grund. Bei privatem Gelände ist die Erlaubnis des Besitzers oder Eigentümers für das Sammeln von Pfandflaschen notwendig.

Immerhin sind beispielsweise 100 eingesammelte und am Automaten eingelöste Einwegflaschen umgerechnet 25 Euro.

Das kann einem klammen Konto wieder etwas auf die Sprünge helfen.

​Kurios ist übrigens der Fall einer Rentnerin, die am Münchner Hauptbahnhof Pfandflaschen sammelte und 2000 Strafe zahlen soll.

3. Die Blut- oder Plasmaspende

Wer körperlich einigermaßen Gesund ist, kann in verschiedenen Krankenhäusern oder bei speziellen Blutspendediensten seinen oder ihren Lebenssaft gegen Bezahlung hergeben.

Dazu müssen Blutdruck, Puls und Hämoglobinwert stimmen. Ebenso dürfen keine Infektionen bestehen.

Für rund einen halben Liter Blut werden zwischen 25 und 30 Euro bezahlt.

Allerdings geht dies nur alle 8 Wochen

Einträglicher ist die Plasmaspende oder die Thrombozytenspende, die gut 50 Euro bringen kann und zudem alle 2 Wochen möglich ist.

Bisher hat es die Wissenschaft nur in Teilen fertig gebracht, das menschliche Blut künstlich nachzubilden.

Die Medizin wird noch lange auf echtes Blut und dessen Bestandteile angewiesen sein.

Für einen Zeitaufwand von etwa 30 bis 50 Minuten sind 25 bis 50 Euro kein schlechter Verdienst, oder?

4. Sofort-Verkauf bei Ebay

Es gibt fast in jedem Haushalt Dinge, die andere benötigen.

Wenn diese Dinge dann auch noch günstig zu erwerben sind, erst recht. Über den Ebay-Sofortkauf lassen sich derartige Gegenstände schnell verkaufen.

Idealerweise verfügst Du dazu über ein Paypal-Konto, auf das der Käufer den Kaufpreis überweisen kann.

Das ist für den schnellen, den tagesgleichen Zahlungsverkehr notwendig. Überweisungen zwischen Banken dauern auch heute noch mitunter 2 bis 3 Tage.   

5. Die Pfandleihe

Völlig unkompliziert und schnell lässt sich durch das Verpfänden von Gegenständen Bargeld erhalten.

Allerdings wird nicht alles vom Pfandleiher akzeptiert. Es muss sich im Ernstfall auch wieder verkaufen lassen können.

Modernere elektronische Endgeräte sind beispielsweise gern verpfändete Gegenstände, etwa das Smartphone oder ein Tablet.

Auch höherwertige Kameras und selbst Kfz werden von einigen darauf spezialisierten Pfandleihhäusern angenommen.

Echter Gold- und Silberschmuck ist ebenso gut geeignet und bringt schnelles Geld.

Um das Pfandgut wieder einzulösen, bleiben maximal 4 Monate. 

Danach geht es in den Besitz des Pfandhauses über und wird versteigert.

6. Factoring

Für den immer größer werdenden Kreis der Selbstständigen ist das Factoring eine Lösung, wenn nicht darauf gewartet werden kann, bis ein Kunde endlich bezahlt.

Dabei handelt es sich um die Vorfinanzierung von Rechnungen durch darauf spezialisierte Firmen.

Dazu gehen das Factoring-Unternehmen und der oder die Selbstständige eine Vereinbarung ein. Alle ausgestellten Rechnungen werden einmal an den Kunden und in Kopie an den „Factor“ gesandt.

Der Factor wiederum überweist sofort etwa 90 % des ausstehenden Rechnungsbetrages. Sobald die Rechnung durch den Kunden beglichen ist, errechnet der Factor seinen eigenen Aufwand.

Üblicherweise, wenn kein Mahnverfahren eingeleitet werden muss, belaufen sich die Kosten auf etwa 2,5 bis 3 % des Rechnungsbetrages.

Diese werden von den einbehaltenen 10 % abgezogen, der Rest wird an den Selbstständigen überwiesen.

Wie genau und unter welchen Voraussetzungen ein Factor bereit ist, eine Kooperation einzugehen, hängt von dem jeweiligen Unternehmen ab.

Im Verhältnis zur Aussicht, mitunter wochenlang auf die Bezahlung von Rechnungen warten zu müssen, stellen 3 % Rechnungsabzug durch das Factoringunternehmen vermutlich das kleinere Übel dar.

Zumal die Kapitaldecke heutiger Selbstständiger meist recht dünn ist.

Ist der Zeitrahmen zur Deckung des Kontos etwas weiter gesteckt, ergeben sich noch weitere Möglichkeiten:

7. Die eigene Wohnung oder ein Zimmer nächteweise untervermieten

Auf Plattformen wie Airbnb können Vermieter und Suchende in Kontakt treten.

Das lohnt sich vor allem für Wohnungsbesitzer oder auch Mieter, die in viel besuchten Großstädten leben.

So sind etwa an bestimmten Messewochen die meisten Hotels total ausgebucht und dazu noch recht teuer.

Ebenso werden private Zimmervermietungen durch die immer beliebter werdenden Städtereisen befeuert.

Wer selbst Mieter ist und wiederum nächteweise untervermieten möchte, benötigt dazu in der Regel das Einverständnis des Vermieters.

8. Mietkaution in Bargeld wandeln

Als Mieter hinterlegst Du üblicherweise beim Vermieter eine Kaution in Höhe von 2 oder auch 3 Monatsmieten.

Dieser Betrag dient dazu, eventuelle Mietrückstände oder Beschädigungen an der Wohnung, die Du verursacht und nicht repariert hast, auszugleichen.

Der Vermieter ist gesetzlich verpflichtet, die Kaution mit dem üblichen Zinssatz anzulegen.

Dafür genügt aber auch eine Bankbürgschaft. 

Genau hierzu bieten Firmen Mietern die Umwandlung der Mietkaution in Bargeld an.

Der Vermieter erhält eine Bankbürgschaft in Höhe der geforderten Kaution und Du als Mieter musst die Summe für die Kaution nicht sofort aufbringen oder Du lässt Dir die schon bezahlte Summe vom Vermieter wieder zurückerstatten.

Aus finanztechnischer Sicht wird der ganze Vorgang als Kautionsversicherung bezeichnet.

Du als Mieter bezahlst für die Stellung der Kautionsbürgschaft eine jährliche Gebühr sowie Zinsen auf den Kautionsbetrag.

Der Haken bei der Geschichte liegt einmal in den je nach Anbieter unterschiedlich hohen Kosten und darin, dass der Vermieter nicht verpflichtet ist, eine Mietbürgschaft zu akzeptieren.

Wo bekomme ich sofort Bargeld her?

Ich brauche Geld und dies ohne Gegenleistung! Die Möglichkeiten, die auf einer Gegenleistung für Bargeld basieren, wurden bereits beschrieben.

Tatsächlich finden sich im Internet immer wieder Schlagzeilen wie: „Millionär verschenkt Geld 2016“ oder „Milliardär verschenkt Geld 2017“. Da keimt natürlich Hoffnung auf, das aus diesem reichen Geldsegen auch etwas für den einen oder anderen Notleidenden abfällt, der gerade Geld braucht.

Das mit dem Herschenken des Vermögens funktioniert jedoch in fast allen Fällen nicht nach dem Zufallsprinzip und dazu noch Tröpfchenweise.

Sicher spenden die Inhaber großer Vermögen viel Geld.

So etwa das Ehepaar Gates und der Investor Buffet, die eine wohltätige Stiftung unterhalten, deren Kapital rund 43 Milliarden US-Dollar beträgt.

Dabei kommen aber sehr selten Einzelpersonen als Spendenempfänger in Betracht und wenn doch, nur nach vorhergehender Prüfung der Sachlage.

Menschen in Industrieländern mit einem hohen Lebensstandard sind üblicherweise nicht die Ziele von Spendern.

Da wird jeder für sich wohl eingestehen müssen, dass es auf der Welt viele Personen gibt, die Hilfe nötiger haben.

Die Hoffnung, von einem Millionär oder Milliardär Bargeld zu erhalten, ist ziemlich aussichtslos.

Auf der anderen Seite ist es ein enormer Vorteil, in einem reichen Land zu leben, denn hier springt eventuell der Staat oder die Kommune ein und gibt in Notfällen tatsächlich Bargeld.

Das müssen aber schon echte Notfälle sein und die Lage so bedenklich, dass es keinen anderen Ausweg gibt.

Ein weiterer Weg zu versuchen, an Bargeld zu kommen, ist es, sein Umfeld zum Spenden aufzufordern. Dazu bestehen wiederum unterschiedliche Möglichkeiten. So etwa diese, die eigene Geschichte und Notlage auf einer Crowdfunding-Plattform darzustellen.

Extra für Spenden bestehen spezielle Plattformen wie leetchi, betterplace.org, gemeinschaftscrowd, zusammen-gutes-tun.de, oder verleiheflügel.org.

Der Ausspruch: „ich brauche Geld“ bleibt also keineswegs ungehört, im Internet wie im realen Leben.

Oft kommt es nur darauf an, wer es sagt und wie es gesagt wird.

Fazit zum Beitrag „Ich brauche Geld“

Das Internet besteht ja nun schon rund 25 Jahre im öffentlichen Bewusstsein.

Als inzwischen weltumspannendes Medium der interaktiven Art zeigt es unter anderem in verdichteter Form menschliche Nöte und Ängste, wozu ganz sicher auch die Angst gehört, kein Geld zu besitzen.

Durch die Interaktivität in Lichtgeschwindigkeit sind die Möglichkeiten für Suchende wie für Geldgeber praktisch ins Unendliche gewachsen.

Das ruft natürlich nicht nur Menschen mit ehrlichen Absichten auf den Plan.

Wohlgemerkt auf beiden Seiten.

Dies führt dazu, das ein gesundes Misstrauen besteht, wenn ein Anliegen vorgetragen oder ein Angebot zum Thema: „ich brauche Geld“ gemacht wird.

In den vorhergehenden Zeilen bezieht sich der Ruf nach Geld auf Situationen, die einen Engpass oder einen Notfall darstellen. Andernfalls müsste es schlicht heißen: „ich möchte Geld“ oder „ich will Geld“. Die Formulierung „ich benötige dringend Geld“ stellt sogar noch eine grammatikalische Verschärfung dar und kann unter Umständen angebracht sein.

Wie auch immer, das Internet macht es möglich, die Zeitspanne zwischen dem Aufruf und der eventuellen Lösung des Problems enorm zu verkürzen.

Wenn es auch so manche schwarzen Schafe gibt und ohne Zweifel Spenden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in dunkle Kanäle fließen, so hat das Internet durch die Verkürzung der Spendenwege mindestens ebenso viel geholfen.

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