Finanziell Frei mit 30 – Interview mit Dominik Fecht

Dominik Fecht ► Finanziell frei mit 30 ► Website

Über Dominik, seine Motivation und Ziele

Dominik, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview nimmst. Bitte erzähle uns zu Beginn etwas mehr über Dich.

Ich danke Dir für die Einladung zum Interview. Mein Name ist Dominik, ich bin aktuell 20 Jahre alt und absolviere ein duales Studium beim Zoll. Dieses werde ich im Juli 2018 abschließen und dann in die Berufswelt voll einsteigen. Nebenbei betreibe ich noch meinen Blog „Finanziell Frei mit 30“, bilde mich durch Bücher und Seminare weiter und bin passionierter Tischtennisspieler.


Du hast Deinen Blog http://finanziell-frei-mit-30.de im Juni 2016 im Alter von jungen 19 Jahren ins Leben gerufen. Wie kam es dazu und was sind Deine persönlichen Ziele für das Jahr 2018?

Ich habe zu dem Zeitpunkt bereits viele deutsche und amerikanische Blogs zum Thema der finanziellen Freiheit verfolgt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten bereits seit vielen Jahren im Beruf stehen, ordentliche Summen verdienen und daher auch ganz andere Startbedingungen haben.

Mir fehlten irgendwie andere junge Menschen, die auch bereits in einem ähnlichen Alter anfangen zu investieren und so hohe Ziele verfolgen.

Mit dem Start meines Blogs wollte ich weitere spannende gleichaltrige Investoren kennenlernen, meinen Weg zur Finanziellen Freiheit dokumentieren, meine wichtigsten Erkenntnisse teilen und auch etwas Geld verdienen.

Ich habe in den letzten 1,5 Jahren unglaublich viele spannende Leute kennengelernt und bereits viele spannende Erkenntnisse teilen können.

Aus dieser Sicht ist der Blog auf jeden Fall ein voller Erfolg.

Dominik Fecht - finanziell frei mit 30

Dominik Fecht - finanziell frei mit 30

Die Einnahmen stehen noch in keinem vernünftigen Verhältnis zu den hunderten (vielleicht sogar tausend) Stunden, die ich bereits in den Blog gesteckt habe.

Mein Ziel für dieses Jahr ist es weiterhin regelmäßig einzigartige Artikel zu schreiben und als Folge dessen auch höhere Besucherzahlen und Einnahmen zu erhalten.

Desweiteren arbeite ich derzeit noch an einem größeren sehr spannenden Projekt, das ich bisher noch geheim halten möchte. Es wird wahrscheinlich Mitte des Jahres veröffentlicht werden.


Wie oft veröffentlichst Du neue Beiträge in Deinem Finanzblog und was sind Deine Lieblingsthemen?

Ich veröffentliche jede Woche einen Beitrag. Es gibt viele Blogger, die mehrere Male in der Woche einen Beitrag veröffentlichen, doch mir ist es einfach wichtig außergewöhnliche und umfangreiche Beiträge zu schreiben.

An manchen Beiträgen sitze ich deshalb von der Idee bis zur letzten Korrektur und Veröffentlichung schon mal 3-5 Stunden. Von außen sieht das dann gar nicht nach so viel Arbeit aus, weil Du den Beitrag in 5-10 Minuten lesen kannst.

Finanziell frei mit 30 | Website

Finanziell frei mit 30 | Website

Meine Lieblingsthemen? Bei der Frage musste ich selbst erst einmal länger nachdenken. Mir machen Beiträge am meisten Spaß, wenn ich meine damit eine ganz neue Perspektive auf ein Thema bieten kann und der Inhalt dadurch vollkommen einzigartig wird.

Genau diese Artikel werden dann auch umso umfangreicher kommentiert und auseinandergenommen. Zum Beispiel der Bericht, wie ich beim Aufbau einer Nischenseite gescheitert bin, die Idee, wie man mietfrei wohnen könnte oder die großen Lügen zur Diversifikation.

Alles hat irgendwie mit Finanzthemen zu tun, aber kann kaum einer bestimmten Kategorie zugeordnet werden.


Kannst Du Dir vorstellen perspektivisch das Bloggen zu Deinem Hauptberuf zu machen?

Ich glaube die wenigsten können einzig und alleine vom Bloggen leben. Meistens werden mit dem Bloggen weitere Produkte oder Dienstleistungen verbunden und der Blog selbst ist dann nur einer von vielen Vermarktungskanälen.

Ausschließlich zu bloggen könnte ich mir eigentlich nicht vorstellen, weil ich nach ein paar Stunden Texte schreiben auch mal wieder etwas anderes machen möchte.


Was ist der meistgelesene Beitrag in Deinem Blog und was macht diesen bei Deinen Lesern so beliebt?

Mit Abstand am weitesten vorne ist mein Beitrag: „Thesaurierende vs. Ausschüttende ETFs

Es zeigt sich mal wieder, dass man nicht unbedingt reißerische Titel braucht, um einen guten Artikel zu schreiben. Dieser Beitrag rankt bei Google relativ weit oben und wird deshalb eigentlich fast täglich von Menschen gelesen.

Ich glaube der Artikel ist so erfolgreich, weil es die Vor- und Nachteile der beiden ETFs gut auf den Punkt bringt und es keinen vergleichbaren und ähnlich umfangreichen Artikel gibt.

Ganz zu Beginn stand ich nämlich vor genau der gleichen Frage und musste mir aus etlichen Quellen die unterschiedlichen Punkte heraussuchen.

Als Resultat wollte ich meine Erkenntnisse einfach zusammenstellen und anderen Lesern einen Mehrwert bieten. Das scheint sehr gut geklappt zu haben. 😉


Wie definierst Du für Dich finanzielle Unabhängigkeit?

Es gibt sehr viele Menschen in der Finanzszene, die zwischen finanzieller Unabhängigkeit, finanzieller Sicherheit und finanzieller Freiheit etliche Unterstufen und viele verschiedene Definitionen haben.

Für mich bedeutet es einfach nur, dass durch passive Einkommensquellen meine Ausgaben gedeckt sind und ich nicht darauf angewiesen bin weiter zu arbeiten. Trotzdem kann ich zu dem Zeitpunkt allerdings auch noch arbeiten, wenn ich es von mir aus möchte.


Welche Form der Geldanlage favorisierst Du im Moment?

Beim Investieren gibt es einen großen Dschungel aus tausenden Anlageklassen und Investitionsarten. Deswegen habe ich für mich einfach mal in einem sehr ausführlichen Beitrag beschrieben in welche Anlageklassen und auf welche Weisen ich mein Geld nicht investiere.

Das gibt viel Klarheit und erleichtert einem das Investieren.

Zur Zeit investiere ich ausschließlich mit einer Buy & Hold Strategie in ETFs auf den MSCI World und MSCI Emerging Markets. Zudem habe ich noch einen ETF mit Dividendenfokus aus der „Anfangszeit“.


Wird das Finanzsystem wie wir es heute kennen, auch in 10 Jahren noch existieren?

Kurz und knapp: Ja.

Ich habe bereits etliche Finanzbücher und Wirtschaftsbücher gelesen und bin trotz mancher negativen Sichtweise zu 100 % davon überzeugt, dass unser Finanzsystem in der grundsätzlichen Form Bestand haben wird.

Es gibt aus meiner Sicht keine Form, die besser als die aktuelle Form ist und auch wenn es in der Wirtschaft manchmal Probleme gibt, scheint das System doch alternativlos.


Sind Kryptowährungen nur eine Modeerscheinung oder eine tragfähige Alternative für die Zukunft?

Zuallererst muss ich sagen, dass ich mich mit dem Thema nicht besonders tiefgreifend auseinandergesetzt habe. Deswegen nur ein paar oberflächliche Denkanstöße:

Zuerst muss bei der Frage zwischen Kryptowährungen und der dahinterliegenden Blockchain-Technologie unterschieden werden. Die Blockchain-Technologie hat meiner Meinung nach viele Vorteile, die in der Zukunft für große Veränderungen sorgen werden.

Kryptowaehrungen

Kryptowährungen

Kryptowährungen sind aus meiner Sicht dagegen aktuell ein riesiges Trendthema. Stell Dir mal vor der Euro würde als Währung in einer einzigen Woche 50 % oder mehr an Wert verlieren.

Wie soll ich denn da als Unternehmen oder Privatperson mit dem Geld umgehen und langfristige Investitionen planen?

Die Leute haben Angst davor, dass der Euro mit seinen 1-2 % Inflation nicht stabil ist und sehen dann Kryptowährungen als Alternative, die in einer Stunde mehr schwanken als die traditionellen Währungen in einem Jahr. 

Das ist doch irgendwie hirnrissig.

Zudem werden die Währungen aktuell mehr zur Spekulation als zur Zahlung (ihrem eigentlichen Zweck) verwendet.

Solange diese grundlegenden Fragen nicht geklärt sind, brauche ich mich auch nicht tiefer mit der Materie auseinandersetzen. Das ist zumindest meine laienhafte Meinung.


Die Digitalisierung geht derzeit in großen Schritten voran. Wie wird diese Deiner Meinung nach unser Finanzsystem beeinflussen?

Ich glaube die Digitalisierung wird weiter dafür sorgen, dass Filialbanken nach und nach verschwinden. Dabei ist vermutlich der spannendste Punkt, wann die älteren Kunden zu einer Onlinebank wechseln. 

Aus meinem ziemlich jungen Bekanntenkreis kenne ich eigentlich fast keinen mehr, der bei einer traditionellen Filialbank sein Konto hat.

Wieso sollte ich auch Kontoführungsgebühren zahlen, wenn ich sowieso seit Jahren keine Filiale von innen gesehen habe, alles online abwickle und anderswo den gleichen Service kostenlos bekomme?

Immer mehr Menschen verstehen, dass die „Bankberater“ hauptsächlich das Interesse der Bank im Auge haben und die normale Bank auch sonst kaum noch etwas zu bieten hat.

In zehn Jahren kann ich mir kaum noch vorstellen, dass die Banken ein so engmaschiges Filialnetz mit so vielen Mitarbeitern halten können.


Welche 3 Finanzblogs liest Du regelmäßig und warum?

Das ist eine wirklich schwierige Frage, weil ich sehr viele verschiedene Blogs regelmäßig lese. Am spannendsten finde ich Blogs, wo einzigartige Geschichten erzählt werden und man den Autor/die Autorin auf ihrem eigenen Weg begleiten kann.

Zum einen lese ich regelmäßig Olivers Blog „Frugalisten“.

Ich konnte ihn bereits in Hamburg auf einem Finanztreffen persönlich kennenlernen und feststellen, dass wir ganz ähnliche Werte und Sichtweisen haben.

Meiner Meinung nach sollte bei den Ausgaben zum Beispiel hinterfragt werden, ob man das wirklich braucht und ob es einen glücklicher im Leben macht.

Manche finden seinen Ansatz auf dem Weg zur finanziellen Freiheit etwas extrem, aber mir gefällt es und ich werde vermutlich von den Ausgaben her ein ähnliches Niveau nach dem Studium haben.

Einfach als Folge, dass mir Zeit wichtiger als Geld ist und ich mir auch nicht viel aus einem teuren Auto oder anderen teuren Konsumsachen mache.

Frugalisten.de

Frugalisten.de

Ein weiterer Blog, den ich regelmäßig verfolge, ist FYouMoney von Pascal.

Pascal beschreibt auf eine sehr sarkastische und unterhaltsame Weise, warum er nicht viel von Aktienanalysen hält, er hinterfragt sehr tiefgründig, ob wir wirklich die finanzielle Freiheit erreichen wollen und zerlegt Finanzmythen auf spannende Weise.

fymoney.de

fymoney.de

Last but not least: Der Blog Ex-Studentin von Jenny. (Hier gehts zum Interview mit Jenny)

Ich verfolge ihren Blog bereits seit sehr langer Zeit und bin immer wieder von den vielfältigen Themen gepackt. Ihr Blog ist kein „reiner Finanzblog“, aber sie schafft es immer wieder Versicherungen, die Ehe und andere komplexe Themen einfach herunterzubrechen.

Im letzten Jahr hatte ich auch die Gelegenheit Jenny persönlich kennenzulernen und konnte merken, dass sie ein wirklich umfassendes Wissen zu Finanzthemen hat und sie (wie ich auch) von der „normalen Sichtweise“ auf Finanzen, Kredite und Versicherungen regelmäßig geschockt ist.

Es werden Unsummen für Autos rausgehauen und Kredite ohne Ende aufgenommen, sodass Du bei einem Jobverlust enorme Schwierigkeiten hast. So weit denken die meisten leider nicht.

Es gibt noch dutzende andere gute Finanzblogs und ich habe bestimmt den ein oder anderen vergessen. Vielleicht als kleinen Bonus könnt ihr euch noch die Beziehungs-Investoren, den Finanzwesir, den Finanzrocker und den Finanzblogroll näher anschauen.

exstudentin.wordpress.com

exstudentin.wordpress.com


Welche 3 Bücher kannst Du empfehlen und warum?

Die drei besten Finanzbücher sind für mich:

Zu genau diesen drei Bücher gibt es eine sehr spannende und ausführliche Podcastfolge mit mir (hier geht es zum Podcast). 

Das würde hier sonst auf jeden Fall den Rahmen sprengen. In der Folge erkläre ich, warum es meine Lieblingsbücher sind und was die wichtigsten Erkenntnisse daraus waren.


Wenn Du all Deine bisherigen Erfahrungen auf den Punkt bringen müsstest, was würdest Du sagen, sind die 3 wichtigsten Dinge rund um das Thema Geld?

  • Erkenne, dass Geld ein wichtiges Thema ist und Du dafür die volle Verantwortung übernehmen solltest. Wenn Du das nicht tust, werden sich andere um Dein Geld sorgen. Allerdings hauptsächlich so, dass Dein Geld zu ihnen wandert.
  • Hinterfrage bei jedem Hinweis und Ratschlag in Finanzfragen, welche Interessen der andere vertritt. Wenn Du ihm kein Geld für die Beratung zahlst, wird er vermutlich für jemand anderen arbeiten und von jemand anderem bezahlt werden. Dann hat er Dein Wohlergehen aber eher nicht im Fokus.
  • Bildung in Finanzfragen zahlt sich immer aus. Ein einziges Treffen mit anderen Finanzleuten wird zum Beispiel sehr wahrscheinlich dazu führen, dass meine Eltern bei ihrer Lebensversicherung mehrere tausend Euro zusätzlich rausholen können. Im Strafrecht wurde uns immer eingeprügelt: Unwissen schützt vor Strafe nicht. Im Finanzbereich gilt noch eindringlicher: Unwissen führt zu Finanzschäden.

Vielen Dank Alexander, dass Du mich zum Interview eingeladen hast. Mir hat es selbst unglaublich großen Spaß gemacht. Wenn Du mehr von mir erfahren willst, dann schau ruhig mal auf meinem Blog „Finanziell Frei mit 30“ vorbei.


Das war das Interview mit Dominik Fecht, Gründer der Website finanziell-frei-mit-30.de  Wenn Dir das Interview gefallen hat, teile es am besten gleich mit Deinen Freunden und besuche ​die Website von Dominik. Weitere spannende Interviews findest Du hier.

>