Das Girokonto – Was vor der Kontoeröffnung 2018 wichtig ist

Das Girokonto gestern und heute. Ältere Generationen können sich vielleicht an die Zeit erinnern, als die heute sprichwörtliche Lohntüte noch Realität war. In den 1960er-Jahren war es in Deutschland durchaus üblich, dass ein Arbeitnehmer seinen Monats- oder auch Wochenlohn vom Buchhalter der Firma in bar ausbezahlt bekam.

Auch die verschiedenen Fixkosten, die monatlich anfielen, wurden überwiegend in bar beglichen. So etwa die Miete oder die Strom- und Wasserrechnung. Erst in den folgenden Jahrzehnten wurde nach und nach auf das Girokonto umgestellt, über das von da an die meisten Geldbewegungen erfolgten. Das Girokonto wurde zum Massenphänomen. 

Dabei gab es Geldkonten schon lange zuvor, die sich jedoch auf den geschäftlichen Bereich beschränkten.

Schon vor rund 2400 Jahren war es der Grieche Pasion, der als Geldwechsler zugleich Depositen, Geldeinlagen, seiner Kunden verwaltete und sie als Kredite weiter verlieh. Er gilt als der erste Bankier der Welt und er bestätigte schon damals die Vorstellung vom Finanzjongleur. Als frei gelassener Sklave hatte er angefangen. An seinem Todestag gehörte er zu den reichsten Einwohnern des alten Athen.

Ohne Girokonto geht es nicht

Heute ist das Girokonto eine derartige Notwendigkeit für das tägliche Leben, das die deutsche Bundesregierung sogar entsprechende Gesetze erlassen hat, die die Eröffnung eines Girokontos jedem Bundesbürger ermöglicht, auch wenn die kontoführende Bank der Eröffnung des Kontos eigentlich nicht zustimmen will. Der bargeldlose Geldverkehr ist schon lange in praktisch jeder Institution die Norm.

Ohne Frage erleichtern Girokonten das Leben. Über Lastschriften werden auflaufende Fixkosten zu dem Zeitpunkt automatisch abgebucht, an dem sie anfallen. Es können jederzeit Überweisungen vorgenommen werden, ohne dass sich die daran beteiligten Parteien persönlich begegnen müssen.

Ein Punkt, der gerade mit dem Beginn des digitalen Zeitalters und damit dem Online-Einkauf von größter Bedeutung ist.

Girokonten bieten darüber hinaus auch Sicherheit. Niemand muss große Bargeldbeträge mit sich herumtragen. Über die EC-Karte oder eine eventuelle Kreditkarte kann sowohl an Bankschaltern wie auch Geldautomaten jederzeit Bargeld bezogen werden und dies fast weltweit. 

Die früher durchaus häufig vorkommenden Überfälle auf Unternehmen am Tag der Lohnauszahlung sind vollständig aus der Verbrechensstatistik verschwunden. Wo kein Bargeld ist, besteht auch kein Anreiz für Verbrecher. Mit weiteren Serviceleistungen der Banken und Sparkassen, wie dem Nachttresor, können ebenso Firmen, die mit Bargeld arbeiten, ihre Einnahmen täglich sichern. 

Sind alle Girokonten gleich?

In den grundsätzlichen Dienstleistungen bestehen zwischen den verschiedenen Anbietern beziehungsweise den Geldinstituten kaum Unterschiede. Es sind überwiegend die zusätzlichen Angebote, die die Wahl erleichtern sollen.

Ein sehr wichtiger Bestandteil des modernen Bankwesens im Kundenverkehr ist das Online-Banking, das übrigens eine Idee ist, dem in Deutschland vor allen anderen Ländern zuerst der Weg bereitet wurde.

Federführend war hierbei die damalige Verbraucherbank, die bereits im Jahr 1976 das Online-Banking via BTX (Bildschirmtext) ermöglichte. Dieselbe Bank installierte ebenso als eine der ersten weltweit einen Geldautomaten. Auch das Electronic Cash stammt als Idee von der Verbraucherbank, die es heute allerdings nicht mehr gibt.

Richtig in Fahrt kam das Online-Banking jedoch erst ab den 1990er-Jahren mit der breitflächigen Einführung der PCs.

Die erste virtuelle Bank wiederum entstand in den USA. Im Jahr 1995 erhielt die SFNB eine Banklizenz, ohne öffentliche Geschäftsräume oder Bankfilialen zu unterhalten. Gleichzeitig gründeten in Deutschland die etablierten Bankhäuser Direkt-Banken als Tochtergesellschaften.

Inzwischen machen die Direktbanken den Filialbanken durchaus Konkurrenz. Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 liegt der Marktanteil der Direktbanken an Girokonten in Deutschland bei etwa sieben Prozent.

Ihr Vorteil liegt natürlich in den geringeren Kosten, denn Direktbanken müssen kein teures Filialnetz unterhalten.

Die Direktbanken tragen dabei vor allem dem Umstand Rechnung, dass gerade die Menschen im Alter von 30 bis 45 Jahre gerne die Möglichkeit nutzen, Bankgeschäfte am heimischen Rechner zu erledigen, statt die Bankräume aufzusuchen. 

Natürlich bieten auch die Filialbanken längst den Zugang über das Internet an, trotzdem sind sie bezüglich der Kosten gegenüber den Direktbanken im Nachteil.

Was macht ein gutes Girokonto aus?

Das kommt sehr auf die Sichtweise des jeweiligen Nutzers an. Der eine sucht gerne eine der aktuell etwa 28.000 deutschen Bankfilialen auf, um seine Bankgeschäfte Auge in Auge mit dem Sachbearbeiter zu erledigen, der andere schaltet lieber den PC ein oder zückt das Smartphone.

Ein wichtiger Punkt, der oft Anlass zur Kritik ist, bezieht sich auf die Geschwindigkeit, in der Überweisungen ausgeführt werden. Nach wie vor kann es mehrere Tage dauern, bis sich ein Geldbetrag von einem Konto zu einem anderen bewegt, obwohl es ja rein virtuelle Verschiebungen sind, die eigentlich in Lichtgeschwindigkeit erfolgen müssten. Zumindest im internen Geldverkehr, wenn beispielsweise der Kunde Geld vom Girokonto auf die Kreditkarte derselben Bank umbucht, sollte die Wertstellung noch am gleichen Tag erfolgen.

Auch die Kontoführungsgebühren sind von Bedeutung. Im Idealfall ist das Girokonto kostenlos, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass gegenüber kostenpflichtigen Girokonten gespart werden kann.

Im Besonderen seit der nun schon Jahre andauernden Nullzinspolitik der EZB sind die Banken bezüglich offener und versteckter Gebühren recht einfallsreich geworden. In einem Vergleich sollten deshalb alle Kosten berücksichtigt werden, wobei eine Checkliste hilfreich sein kann, so etwa:

  • ​Was kostet das Girokonto an jährlichen Gebühren?
  • ​Sind dazugehörige Giro- und Kreditkarten gebührenpflichtig?
  • ​An welchen Geldautomaten kann kostenlos Bargeld abgehoben werden?
  • Wie hoch ist der Dispo-Zinssatz?

Wer besonders oft ins Ausland verreist, sollte unbedingt die Konditionen für den Auslandseinsatz der zum Girokonto gehörenden Karten überprüfen. Mitunter kann gerade im außereuropäischen Ausland die Nutzung der EC-Karte gewaltig ins Geld gehen.

​Wie kann ich Girokonto-Anbieter vergleichen?

Beim Girokonto Vergleich ist es besonders wichtig, dass Du zunächst die für Dich individuell zutreffenden Rahmenparameter definierst. Neben dem monatlichen Zahlungseingang sollte auch gewählt werden, ob eine EC-Karte oder Kreditkarte wichtig für Dich ist. Warum ist das wichtig? Das ist wichtig, da die einzelnen Girokonto-Anbieter unterschiedliche Preismodelle haben. Einige Anbieter haben kostenfreie Kreditkarten oder EC-Karten im Angebot, andere ein gebührenfreies Konto, sobald eine bestimmte Höhe an monatlichen Zahlungseingängen erreicht wird. Am besten probierst Du es mit einem Girokontovergleichsrechner gleich einmal aus.

Gut zu wissen: Bei einigen Anbietern kannst Du einen Bonus für die Eröffnung des Girokontos erhalten.

Was ist ​außerdem bei der Eröffnung eines Girokontos wichtig?

Der moderne Mensch ist im besonderen Maße von den Plastikkarten in seinem Portemonnaie abhängig. Beispielsweise ID-Card, Kreditkarte, EC- oder Bankkarte, um die drei wohl wichtigsten Produkte zu nennen.

Der Verlust der Bankkarte bedeutet zumindest, dass in diesem Moment das Abheben vom Girokonto nur bedingt, bei Direktbanken überhaupt nicht möglich ist. Darum ist es wichtig zu wissen, wie schnell eine Ersatzkarte zur Verfügung gestellt wird. Erfolgt der Verlust im Ausland, erst recht.

Zuletzt noch eine Sache, in die in den letzten Jahren immerhin etwas Bewegung gekommen ist. Die weitaus meisten Banken in Deutschland erlauben auch deutschen Staatsbürgern nur dann die Eröffnung eines Girokontos, wenn diese ihren Erstwohnsitz Deutschland haben.

In Zeiten immer flexiblerer Arbeitsmodelle weichen immerhin ein paar Banken davon ab und erlauben das Girokonto auch für im Ausland lebende Deutsche. Selbst zur Kontoeröffnung muss die Bank nicht mehr persönlich aufgesucht werden. Über Online-Ident kann mithilfe der Webcam am Rechner festgestellt werden, ob die Person mit den zur Girokontoeröffnung hinterlegten Daten übereinstimmt.

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