Wie viel verdienen YouTuber wirklich?

Sie sind die modernen Medienstars, die extrem erfolgreichen YouTuber wie pewdiepie oder dagi bee. Doch wie viel verdienen YouTuber wirklich?

Nicht ​Millionen, sondern gleich​ Milliarden Klicks und Views ​haben die Videos der erfolgreichsten Uploadern ​von Videosequenzen auf YouTube.

Das erstaunliche daran ist eigentlich, das sich ein nicht unerheblicher Teil derer, die in den YouTube-Olymp aufgestiegen sind, dies weitgehend ohne einflussreiche Produzenten und Sponsoren im Hintergrund geschafft haben.

Dem Internet sei Dank.

Vor dem digitalen Zeitalter bestimmte der Zufall und Medienmacher, wer der Star von Morgen ist. Das funktioniert auch heute noch, ohne Frage. 

Denn nach wie vor ist das Fernsehen das einflussreichste Medium, zumindest bezüglich der statistischen Zeit, die der Durchschnittsbürger davor verbringt.

Doch mehr und mehr dringt das Internet in diesen Bereich ein, wobei auch internet-kompatible TV-Geräte eine wichtige Rolle spielen.

Es ist anzunehmen das, ausgehend von dem fortschreitenden Ausbau der Glasfasertechnologie und schnellen drahtlosen Verbindungen, das Medium Fernsehen irgendwann vollständig in den Datenstrom des Netzes integriert wird.

YouTube & Co werden folglich eine noch dominantere Rolle einnehmen.

Wie viel verdienen YouTuber wirklich?

Wie viel verdienen YouTuber wirklich?

In der Theorie bedeutet dies, dass auch in Zukunft gute Chancen bestehen, mit YouTube-Videos erfolgreich zu werden.

Doch so spielerisch und amüsant, wie es beispielsweise in pewdiepies Videos zugeht, ist die Produktion gerade solch aufwendiger Streams keineswegs.

Ob und wie die Stars des Video-Himmels ihren Erfolg verdienen und was dabei herausspringt, erfährst du in diesem Artikel.

Geld verdienen mit YouTube

Bevor es an das berühmte „Eingemachte“ geht, zuerst ein paar Fakten zu YouTube.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2005 durch drei ehemalige PayPal-Mitarbeiter gegründet. Steve Chen, Informatiker, Chad Hurley, Designer und Jawed Karim, wiederum Informatiker. 

Wie die Idee zu YouTube entstand, darüber haben die Gründer zwei unterschiedliche Geschichten in Petto.

Während Chen und Hurley behaupten, die Idee kam nach einer Dinnerparty, bei der Videos aufgenommen wurden und sie anschließend Schwierigkeiten hatten, diese ins Netz zu stellen, sagt Karim wiederum, dass die Idee dadurch kam, das er im Internet nach Videos von Janet Jacksons Auftritt beim Superbowl sowie den Tsunami im indischen Ozean suchte und nur mit Mühe fand.

Wie auch immer, der Start des Jungunternehmens war so vielversprechend, das 9 Monate nach der Gründung ein Risikokapitalgeber mit zuerst 3,5 Millionen US-Dollar einstieg und noch einmal 8 Millionen US-Dollar 5 Monate später nachschob.

Noch im gleichen Jahr, 2006, erwarb Google den Startup für 1,5 Milliarden US-Dollar in Aktien des Suchmaschinenriesen. 

Allein das ist eine Story, die nur das Internet schreiben kann. Innerhalb von rund 18 Monaten ein Unternehmen gründen und es für eine Milliardensumme veräußern können.

Schon die ersten YouTuber haben also richtig viel Geld damit verdient.

Kannst du, was pewdiepie kann?

Von erfolgreichen YouTubern lernen, ist sicher nicht die schlechteste Art, den Weg zu finden, um mit YouTube Geld zu verdienen.

Der in Göteborg geborene Schwede Felix Arvid Ulf Kjellberg, alias pewdiepie, lud sein erstes Video im Jahr 2006, kurz nach der Übernahme des Portals durch Google, hoch. 

Sein erster YouTube-Kanal hieß noch pewdie, eine Zusammensetzung des lautmalerischen pew, ausgesprochen pju, das Geräusch einer Strahlenkanone, und dem englischen Wort für „stirb“.

Erst 4 Jahre später wurde daraus pewdiepie, übersetzt pju-stirb-kuchen.

Entsprechend schnell englisch ausgesprochen, etwa pjudipei, entsteht eine große Ähnlichkeit zum englischen „bjutifull“ für Wundervoll. Ein Wort, das im englischen Sprachraum oft verwendet wird und ein sehr positives Image besitzt.

Das zeigt, dass die Wahl des Namens für Deinen eigenen Kanal gut gewählt werden sollte.

Zwei Jahre nach Eröffnung des Kanals pewdiepei begann die Zahl der Abonnenten stark anzusteigen.

Zum Ende des Jahres 2012 hatte pewdiepie über 2 Millionen Abonnenten und wurde bereits damals zum King of the Web nominiert.

Am 8. Dezember 2016 überstieg die Anzahl der Abonnenten von pewdiepei die Marke von 50 Millionen.

Das hat vor ihm keiner geschafft. Schon 4 Monate zuvor erreichte der Kanal, wiederum als erster weltweit, 10 Milliarden Videoabrufe.

Wie erklärt sich die Erfolgsgeschichte?

Wo anfangen, denn da kommen verschiedene Faktoren zum Tragen.

Einmal spricht der Schwede Kjellberg perfekt Englisch, ohne das etwas gestelzte Oxford-Englisch oder etwa einen der US-Dialekte, sondern mit einem nur ganz leicht herauszuhörenden schwedischen Akzent.

Er bedient damit den größten YouTube-Markt, den der englischsprachigen Länder.

Der erst 27-Jährige junge Mann besitzt eine sehr positive, freundliche Ausstrahlung und er bereitet sich auf seine Videoauftritte akribisch vor.

Als nächstes ist in der Entwicklung der Videoformate zu erkennen, das sich pewdiepei nicht auf den Lorbeeren ausruht, sondern neue Formate und Inhalte sucht und findet.

Letztlich zeigt sich dies auch in der Inszenierung. Während sein allererstes Video nur ein Monolog vor der Webcam im Jugendzimmer seines Elternhauses war, sind seine jetzigen Filme dramaturgisch gut angelegt.

Kjellberg alias pewdiepei lernt auch heute noch und setzt Ideen um.

Wie viel verdient pewdiepei? 

Diese Gretchenfrage lässt sich nicht mit absoluter Genauigkeit beantworten, es sei denn, Kjellberg legt einen Auszug seines Bankkontos vor.

Das wird nicht geschehen, denn obwohl er seit dem Jahr 2013 in England wohnt und damit weit weniger Steuern als in seiner Heimat Schweden bezahlen muss, wäre die Veröffentlichung seiner Einkünfte schon aus Imagegründen ein Bärendienst für sich selbst.

Lediglich aus dem Jahr 2014 ist bekannt, das er in diesem Zeitraum rund 7,5 Millionen US-Dollar vor Steuern verdiente. Seriöse Quellen gehen davon aus, das pewdiepei im Jahr 2017 etwa 15 Millionen US-Dollar verdient.

Sein Gesamtvermögen wiederum dürfte sich auf rund 40 Millionen US-Dollar belaufen.

Was lässt sich daraus lernen?

Rhetorisches Talent und gutes Aussehen sind auch im Internet nicht zu unterschätzende Erfolgsfaktoren.

Zudem zeigt es sich, dass die erfolgreichsten YouTube-Kanäle durchweg Personenbezogen sind. Das gibt ihnen ein Alleinstellungsmerkmal, das nicht kopierbar ist.

Das bedeutet nun keineswegs, dass vor einer angestrebten YouTube-Karriere zuerst der Gang zum Schönheitschirurgen erfolgen muss.

Pewdiepei bedient vor allem den sehr großen Bereich der Online-Spielefans, so oder so einer der größten Märkte im Internet. Aber auch in Nischen lassen sich genügend Abonnenten finden, die zu einem guten Einkommen verhelfen können. Es muss dabei auch nicht unbedingt der englische Sprachraum sein.

Allein in Deutschland sind auf YouTube aktuell, Stand 2017, rund 6 Millionen Nutzer aktiv.

Also Personen, die nicht nur ansehen, sondern auch Videos hoch laden.

Noch einmal etwa 30 Millionen deutschsprachige Menschen surfen regelmäßig zu YouTube, um sich Videos der verschiedensten Art zu betrachten.

Populäre Themen werden immer die vordersten Plätze im Ranking der Erfolgreichen einnehmen.

Das zeigt sich unter anderem in der aktuellen Liste der bestabonnierten deutschen YouTuber.

Auf dem ersten Platz findet sich mit 5,3 Millionen Abonnenten „freekickerz“, ein Kanal für die Freunde des Fußballs und auf dem 2. Platz „Gronkh“, der seine über 4,5 Millionen Abonnenten vor allem mit Lets Play Videos erfreut. 

Sehr interessant ist jedoch der dritte Platz, der von Bianca Heinicke, YouTube-Name BibisBeautyPalace, eingenommen wird. 

Sie wurde durch Beauty-Tipps bekannt, erweiterte ihr Repertoire durch Comedy-Videos und wird inzwischen allein auf YouTube von fast 4,5 Millionen Abonnenten regelmäßig verfolgt.

Ihren Erfolg und ihre Popularität nutzte die 1993 in Köln geborene YouTuberin zudem in der Form, das sie eine eigene Kosmetiklinie mit dem Namen Bilou auf den Markt brachte.

Wie viel verdient Bibi durch Bilou?

Obwohl Bianca Heinickes Kanal BibisbeautyPalace im deutschsprachigen YouTube-Ranking des Jahres 2016 „nur“ den dritten Platz belegte, darf Bibi mit hoher Wahrscheinlichkeit den 1. Platz bei den Einnahmen aus ihrem Engagement auf YouTube für sich verbuchen.

Diesen Erfolg hat sie einem sehr geschickten Marketing zu verdanken und vor allem der cleveren Idee, nicht alles alleine machen zu wollen.

So wendete sich Bibi mit ihrer Idee einer eigenen Kosmetiklinie im Jahr 2015 an eine Kreativagentur, die ein entsprechendes Konzept entwickelte.

Das Ergebnis war, das zuerst ein Duschgel auf den Markt kommen sollte, abweichend von der ersten Idee Bibis, ein Haargel zu produzieren. Dafür wurde auch gleich eine eigene Firma, die Nuwena GmbH, gegründet, an der Bianca Heinicke und ihr Freund Julian Claßen mit 43 % beteiligt sind.

Claßen ist mit seinem YouTube-Kanal Julienco ebenfalls sehr erfolgreich, immerhin mehr als 3,1 Millionen Abonnenten und über 600 Millionen Aufrufe.

Das Duschgel, das inzwischen in 8 verschiedenen Duftnoten erhältlich ist, wurde zum vollen Erfolg.

Es ist das erste Produkt, das praktisch aus dem Internet heraus entstand und auch in der analogen Welt erfolgreich ist.

Obwohl im Markt der Duschgels reichlich Konkurrenz besteht, zeigt sich hier die Effektivität des Zusammenspiels zwischen dem Promoting durch Bianca Heinicke alias Bibi und einer gut durchorganisierten Marktverfügbarkeit.

Dabei spielt Bibi als sogenannter Social-Media-Influencer eine wichtige Rolle für eine junge Zielgruppe, die von herkömmlichen Medien wie Fernsehen oder Zeitungen nicht mehr erreichbar sind.

Bibi ist dafür auf allen nur möglichen Plattformen vertreten. 

Neben YouTube genauso auf Facebook, Twitter, Snapchat und Instagram

So kommt eine Reichweite von rund 10 Millionen Fans zustande.

Selbst ein einmal arg missglücktes Musikvideo von ihr dämpfte die Beliebtheit von Bibi kaum.

Nun wieder die berühmte Frage: wie viel verdient Bibi mit Bilou?

Erst kürzlich hat sich das Manager-Magazin dieser Frage angenommen und da aus dem Management von Bianca Heinicke zu diesem Thema keine Auskunft erhältlich ist, selbst recherchiert.

Allein durch den Verkauf der Bibi-Duschgels kommen im Monat etwa 25.000 Euro auf das Konto des blonden YouTube-Stars. Das ist aber noch lange nicht alles. Dazu kommen Werbeeinnahmen von rund 50.000 Euro sowie noch einmal etwa 22.000 Euro aus Affiliate-Links.

Auch das Sponsoring durch Neckermann und Telekom bringt einiges ein. Letztlich werden es gut 110.000 Euro sein, die so monatlich einfließen.

Wie viel davon an Steuern abgehen, hängt wiederum von anderen Faktoren ab.

Selbst wenn nur die Hälfte übrig bleibt, sind 55.000 Euro im Monat mehr als der durchschnittliche Jahresverdienst in Deutschland.

Mit YouTube Geld verdienen, Anleitung

Zugegeben, eine vollständige Anleitung zum Geld verdienen auf YouTube umfasst eine Vielzahl von Details, deren Beschreibung den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.

Aber zumindest wie das Grundkonstrukt aussehen kann, lässt sich in der Kurzform wiedergeben.

​1

Zuerst sollten eigene Interessen und die gewählte Zielgruppe in Einklang gebracht werden.

Denn der Spaßfaktor bei der Produktion von YouTube-Videos ist wichtig. Lustlos und nur um damit Geld zu verdienen produzierte Filme kommen nicht an.

Der User spürt die fehlende Motivation.

Es gibt praktisch für jedes Thema die passende Nische, in der sich Hunderttausende oder auch Millionen Nutzer tummeln.

Selbst Briefmarken sammeln kann dramaturgisch spannend aufbereitet werden.

​2

Das Equipment muss stimmen.

Mehr und mehr legen YouTube-Seher Wert auf eine gute Video- und Tonqualität.

Glücklicherweise wird die Technik bei Webcams und Mikrofonen immer besser und dies bei sinkenden Preisen.

​Auf jeden Fall sollte es eine gute Webcam sein und auch ein zusätzliches ​Mikrofon für ​wohlklingenden Ton sorgen.

Mit steigendem Erfolg kann die Ausrüstung verbessert werden.

​3

Wie schon erwähnt und an den berühmten Beispielen aufgezeigt, stellt die eigene Präsenz in den Videos einen Erfolgsfaktor dar.

Nicht jede Person besitzt das rhetorische Können und die Ausstrahlung von Bibi oder pewdiepei. Mitunter genügt auch nur eine markante Stimme.

Die persönliche tonale Untermalung der Videos ist noch aus einem anderen Grund wichtig.

In den Anfängen werden die ersten Einnahmen über Google-Adsense erzielt, wozu ein entsprechendes Konto bei Google benötigt wird.

Das Video musikalisch begleiten zu lassen, ist aufgrund der Urheberrechte oft sehr schwierig und führt in vielen Fällen dazu, dass YouTube die „Monetarisierung“, also die Einblendung von Werbeanzeigen, verweigert.

Wer sich selbst nicht in der Lage sieht, in den Videos bildlich und stimmlich in Erscheinung zu treten, kann sich unter Freunden und Verwandten umsehen, vielleicht findet sich jemand, der das Zeug zum YouTube-Star hat.

Im Team, auch wenn es nur zwei Personen sind, lassen sich zudem viele Dinge besser realisieren.

Wie viele Videos sollen es denn sein?

Um wirklich eine größere Anzahl an Abonnenten zu erreichen, ist es wichtig, regelmäßig neue Inhalte hochzuladen

Einmal in der Woche ist das Minimum. Bibi produziert im Schnitt 2 Videos in 7 Tagen. Manche erfolgreiche YouTuber servieren ihren Fans sogar täglich neues Material. Das allerdings geht gewaltig an die Substanz.

Letztlich bleibt noch zu sagen: beim Geld verdienen mit YouTube dürfen die anderen Social Media nicht vergessen werden.

Ein griffiger Name sowie ein Gesicht oder ein Logo, das sich auf Facebook, Twitter, Snapchat und Instagram genauso regelmäßig findet wie auf YouTube.

Ganz zum Schluss noch ein Tipp: Finger weg von politischen oder religiösen Themen, damit handeln sich YouTuber meist kein Geld, aber oft viel Ärger ein.

Fazit zum Geld verdienen mit YouTube

Bei dem Thema: „wie viel verdienen YouTuber“ werden natürlich gerne die Top-Ten genannt.

Doch wie in jedem anderen marktwirtschaftlichen Bereich gibt es auch bei YouTube die Spitzenverdiener, eine gut verdienende Mittelschicht und eine breite Basis, die nicht oder noch nicht erfolgreich ist.

Ob nun zum Erfolg ein Quäntchen Glück oder der Zufall dazugehören, liegt im Auge des Betrachters.

Auf jeden Fall bietet der Einstieg in YouTube wesentlich demokratischere Möglichkeiten als dies in anderen Bereichen der Fall ist. Bei YouTube gibt es keinen Personalchef, der die Einstellung von subjektiven Kriterien abhängig macht. Auch die berühmt-berüchtigte Vetternwirtschaft fehlt hierbei.

Der Start wird allen angehenden YouTubern gleich schwer oder besser leicht gemacht. Das gleiche gilt im Übrigen auch für das Geld verdienen mit Instagram.

Die benötigte Ausstattung ist oft schon Teil des Haushaltes und weiteres Equipment lässt sich preisgünstig beschaffen.

Woran nicht wenige scheitern, ist der Wille zum Erfolg und die Fähigkeit durchzuhalten.

Dabei zeigt sich auch bei YouTube wie in jeder anderen Sparte, das mit wachsender Erfahrung die Dinge besser werden.

Ein Azubi hat in der Regel drei bis vier lange Jahre der Ausbildung vor sich.

Diesen Rahmen darf sich der oder die YouTuberin durchaus auch geben, bis sich ein Verdienst ergibt, der den monatlichen Unterhalt und mehr gewährleistet.

Über Nacht wird auch auf YouTube niemand zum Millionär, aber die Chancen stehen gut, in absehbarer Zeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen, weit weg von täglich 8 Stunden im Büro und drei Wochen Urlaub pro Jahr.

>