Aktien kaufen – es ist einfacher, als Du denkst

Wir schreiben das Jahr 1288. ​Das Fundament zum Aktien kaufen ​wird gerade gelegt.

In Schweden erwirbt Bischof Peter eine Abbaukonzession für Kupfererz. 

Der weitere Ablauf kann aufgrund fehlender Aufzeichnungen nur vermutet werden, aber es ist anzunehmen, dass der Bischof nicht genügend eigenes Kapital besaß, um den Kupfererzabbau zu betreiben.

Darum gibt er acht Anteilscheine aus, die dem jeweiligen Käufer den entsprechenden Teil des Bergwerks und den daraus erzielten Gewinnen zusichert.

Einer dieser Anteilscheine ist bis heute erhalten geblieben und er beweist die Gründung der nachweislich ersten Aktiengesellschaft der Welt.

Möglicherweise gab es schon vorher Aktiengesellschaften, beweisbar ist bisher nur die der „Stora Kopparbergs Bergslags Aktiebolag“. 

Das meist nur kurz Stora genannte Unternehmen gibt es noch heute. Es gehört inzwischen zum finnischen Konzern Stora Enso.

Aktien sind folglich ein alter Hut.

Allerdings kam der Aktienhandel beziehungsweise die Gründung von Aktiengesellschaften erst mit der industriellen Revolution so richtig in Schwung.

Ohne diese Form der Kapitalbeteiligung in der Wirtschaft würde es die moderne Demokratie vermutlich nicht geben. 

Aktiengesellschaften sind daher wichtige Bestandteile der sozialen Marktwirtschaft, wenn dies auch oft so nicht wahrgenommen wird.

Wie auch Du zum Aktienbesitzer werden kannst, wird Dir in diesem Artikel verständlich erklärt. Wenn Du den Leitartikel traden lernen bereits gelesen hast, bist Du bestens vorbereitet.

Aktien kaufen und verkaufen

Aktien kaufen und verkaufen

Was sind Aktien?

​Aktien sind verbriefte Anteilsrechte entweder an einer Aktiengesellschaft, einer europäischen Gesellschaft (SE) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, der KGaA.

Eine Aktie ist ein Wertpapier und dessen jeweiliger Inhaber wird entsprechend Aktionär genannt.

Als solcher ist er oder sie Miteigentümer am Grundkapital beziehungsweise dem Gesellschaftervermögen der AG, der SE oder der KGaA. 

Der ursprüngliche oder auch der Erstausgabewert einer Aktie bezieht sich entweder auf ihre Anzahl, dann werden sie Stückaktien genannt, oder ihren Nennbetrag, entsprechend Nennbetragsaktien.

Der Unterschied zwischen einer Stückaktie und einer Nennbetragsaktie liegt darin, dass sich der Wert einer Stückaktie aus dem Grundkapital und der Anzahl der bestehenden Aktien ergibt.

Einfaches Beispiel: das Grundkapital der AG XY beträgt eine Million Euro. Sie gibt 100.000 Stückaktien aus, folglich besitzt jede Aktie einen Wert von 10 Euro. Mehr als eine Million Aktien dürfte sie im Übrigen nicht ausgeben, denn der Aktienwert darf laut Gesetz 1 Euro nicht unterschreiten.

Die heute eher seltene Form der Nennbetragsaktie bezieht sich ebenso auf das Grundkapital, jedoch wird in der Satzung des Unternehmens festgelegt, dass die Aktie einen Nennwert besitzt.

Dieser muss laut Aktiengesetz wiederum mindestens 1 Euro betragen.

Wieder ein Beispiel: das Grundkapital der AG XY beträgt eine Million Euro. 

Sie gibt nun 200.000 Nennbetragsaktien im jeweiligen Wert von 5 Euro aus.

Sowohl bei der Stückaktie wie auch der Nennbetragsaktie ist der tatsächliche Marktwert unabhängig vom Grundkapital.

Das ist aber noch nicht alles.

Aktien können sich zudem in Inhaber- und in Namensaktien sowie Stamm- und Vorzugsaktien unterscheiden.  

Zunächst etwas über die in Europa immer seltener werdende Namensaktie.

Dabei handelt es sich um Anteilsscheine an Unternehmen, deren Besitzer im Aktienregister der jeweiligen Firma mit ihrem Namen und ihrer Adresse eingetragen sind. 

Werden Namensaktien veräußert, muss dieser Besitzerwechsel im Aktienregister geändert werden, damit der neue Eigentümer alle Rechte, die mit der Aktie verbunden sind, wahrnehmen kann.​

Eine Sonderform hiervon ist die sogenannte vinkulierte Namensaktie

Sie kann vom Aktieninhaber nur mit Zustimmung der Aktiengesellschaft verkauft werden.

Das schützt etwa Aktiengesellschaften davor, dass unerwünschte Aktionäre Teilhaber werden.

In kritischen Branchen wie der Rüstungs- und Luftfahrtindustrie kann der Gesetzgeber die AG sogar zwingen, vinkulierte Namensaktien auszugeben.

Die Luftfahrtgesellschaft Lufthansa ist ein Beispiel dafür.

Die Bundesregierung stellt damit sicher, dass die Mehrheit der Lufthansa AG in deutschem Besitz bleibt.

Bevor es nun zur wichtigsten, weil am häufigsten gehandelten Aktienform geht, etwas zu Stamm- und Vorzugsaktien.

Namensaktien wie auch Inhaberaktien können entweder Stamm- oder Vorzugsaktien sein. 

Die Stammaktie ist mit Stimmrechten ausgestattet.

Der jeweilige Eigentümer ist so in der Lage, beispielsweise an der Hauptversammlung, sein Stimmrecht gültig zu machen und etwa die Entlastung des Vorstandes mitbestimmen.

Der Vorzugsaktie wiederum fehlt dieses Stimmrecht, dafür kann sie unter anderem mit einer höheren Dividende ausgestattet sein.

Nun zur Inhaberaktie, der für den Börsenhandel wichtigsten Aktie

Diese ist relativ formlos und kann damit schnell von einem Eigentümer zum anderen übertragen werden.

Ob die Inhaberaktie dabei als Stammaktie oder als Vorzugsaktie vorliegt, spielt dabei nur insofern eine Rolle, welcher Zweck mit dem Besitz der Aktie erfüllt werden soll.

Für den einen Anleger kann die Vorzugsaktie, aufgrund der höheren Dividendenausschüttung, das richtige sein, für den anderen die Stammaktie, weil er oder sie eine Mitsprache bei der Geschäftspolitik des Unternehmens haben möchte.

Nicht jedes Unternehmen gibt im Übrigen Vorzugsaktien aus und wenn, dann nur bis maximal 50 % des Grundkapitals.

Der überwiegende Anteil aller an der Börse gehandelten Anteilsscheine sind gleichzeitig:

  • Stammaktien
  • Inhaberaktien
  • Stückaktien

Noch einmal zusammengefasst.

  • Die meisten Aktien beziehen sich in ihrem Wert auf das Grundkapital. 
  • Aktienmenge geteilt durch das Grundkapital ergibt den nominalen Wert der Aktie, nicht jedoch den Marktwert.
  • Es sind Stückaktien. 
  • Gleichzeitig sind es Inhaberaktien.
  • Jeder kann sie ohne Angabe oder Hinterlegung des eigenen Namens erwerben und verkaufen. 
  • Letztlich sind es auch Stammaktien, der Eigentümer besitzt mit der Aktie ein Stimmrecht.
Aktien kaufen für Anfänger

Aktien kaufen für Anfänger

Aktien kaufen, gibt es Alternativen dazu?

Zugegeben, es ist mitunter Komplex, das Aktienrecht.

Dabei sind wir nur bei den Grundbegriffen.

Im Börsenhandel wimmelt es von Fachchinesisch und wenn sich Broker miteinander unterhalten, wird der Laie von dem Gesprächsinhalt kaum etwas verstehen.

Auf der anderen Seite stehen die gerade in ​Deutschland beliebten Anlageformen wie das Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld.

Alle drei realisieren aufgrund der aktuellen Zinspolitik der EZB einen tatsächlichen Verlust.

Einer durchschnittlichen Inflation von 1,5 bis 1,8 % stehen Renditen von 0,5 bis 1 % pro Jahr gegenüber.

Nun besteht natürlich auch die leicht nachvollziehbare Vorstellung, dass Aktienanlagen Verluste, sogar Totalverluste verursachen können.

Dabei werden Aktien gerne in Verbindung mit den Börsencrash und den Weltwirtschaftskrisen gebracht.

​Weder im Jahr 1929 noch im Jahr 2008 waren Aktien oder Aktiengesellschaften die Auslöser der darauf folgenden Weltwirtschaftskrisen.

​Die Inhaber der Aktien waren unter anderem die Leidtragenden verschiedener politischer wie auch wirtschaftlicher Entscheidungen unterschiedlicher Institutionen.

Sowohl in den 1920er-Jahren wie im neuen Jahrtausend gingen den großen Krisen eine mehr als unvorsichtige Kreditvergabe von Banken voraus, die zwar über mehrere Jahre einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung brachte, aber letztlich zum Zusammenbruch führen musste.

Wird nun der Aktienmarkt über etwa die letzten 100 Jahre betrachtet, so ist er trotz aller Krisen, die es in diesem Zeitraum gab, jeder anderen Anlageform überlegen.

Gerade das vorhergehende Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, Hyperinflation und politischen Wechseln vom Kaiserreich zur Republik, gefolgt von einer brutalen Diktatur bis zur heutigen Demokratie, hat eines deutlich bewiesen: Aktien zeigten sich wertbeständig und enorm steigerungsfähig.

Beständiger als Währungen und sogar beständiger als Edelmetalle wie etwa Gold. Nicht wenige der Blue-Chips im deutschen Aktien-Index besitzen eine Firmengeschichte, die noch in das 19. Jahrhundert hineinreicht.

Diese Unternehmen haben die Krisen gemeistert und überlebt

Als Beispiel kann hier nun nur der große US-Aktienindex Dow Jones angeführt werden, der eine über 100-jährige Geschichte besitzt.

Der deutsche Aktienindex wurde erst 1959 ins Leben gerufen. 

Der Dow Jones startete im Jahr 1915 bei 1370,3 Punkten und steht heute bei knapp 22.000 Punkten. Im DAX baute sich in seiner fast 60-jährigen Geschichte das Portfolio von 370 Punkten auf über 12.000 Punkte auf.

Während Dow Jones und DAX in ihrer Entwicklung auf jeweils weit über tausend Prozent Steigerung verweisen können, zeigt sich etwa Gold als Geldanlage lange nicht so erfolgreich.

Der reale Goldpreis legte in den letzten 100 Jahren durchschnittlich um etwa 150 % zu.

Aktien kaufen für Anfänger

Nun, der Aktienmarkt setzt sich aus Tausenden unterschiedlicher Firmen zusammen, deren Anteilscheine an den Börsen dieser Welt gehandelt werden.

Als Anfänger ohne Vorkenntnisse ist es schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen.

Zuerst einmal wird jedoch ein Depot benötigt, denn börsennotierte Aktien können nur über einen zugelassenen Broker ge- und verkauft werden.

Heute handelt es sich hierbei überwiegend um Online-Depots, die weitere Funktionen ermöglichen.

Aber schon ein Blick auf die grafische Oberfläche eines herkömmlichen Online-Depots wird Dich als Anfänger in Verwirrung bringen.

Darum sollte zuerst einmal die gefahrlose Variante eines Musterdepots gewählt werden.

In diesem Musterdepot kannst Du Dich nach Herzenslust austoben, ohne ein finanzielles Risiko eingehen zu müssen.

Du lernst wichtige Begriffe kennen und die Handhabung verschiedener Befehle.

Im Internet finden sich zahlreiche Anbieter, die die Eröffnung eines Musterdepots ermöglichen

Dabei sollte das jeweilige Depot folgende Voraussetzungen mitbringen:

  • Völlig kostenfrei
  • Realtime-Kurse
  • Watchlist
  • Börsen-Lexikon

Das allein ist es aber nicht. So manches kostenlose Musterdepot entwickelt sich auf wundersame Weise hervorragend. 

Wechselt der zukünftige Aktionär dann in ein reales Depot, sind die zuvor theoretisch angezeigten Gewinne auf einmal nicht mehr so herausragend.

Dabei handelt es sich schlicht um manipulierte Musterdepots, um den Neukunden dazu zu verleiten, ein echtes Depot zu eröffnen.

Mit den folgenden Musterdepots gehst Du in keiner Weise ein Risiko ein:

  • ​Boerse.ARD.de
  • ​OnVista
  • ​FXFlat

Für die Eröffnung der Musterdepots bei Boerse.ARD.de werden zur Registrierung nur minimale Informationen verlangt.

Ein Passwort, ein fiktiver Name und eine gültige E-Mail-Adresse. Zugleich bietet das Musterdepot eine Vielzahl unterschiedlichster Informationen.

Auch die onvista Bank, seit April 2017 eine Tochter der comdirekt, bietet ein Musterdepot mit ähnlichem Funktionsumfang und einfacher Registrierung an.

Hier werden bei der Registrierung ​nur Vor- und Nachname verlangt​.

In den ersten Schritten ergibt es durchaus Sinn, Musterdepots bei zwei verschiedenen Anbietern anzulegen.

Bei gleichem Inhalt lassen sich die Kursentwicklungen der Depots vergleichen, wobei Boerse.ARD hierzu einen Aktualisierungsbutton anbietet und bei onvista geht dies mittels des Browsers, indem dieser aktualisiert wird.

Übung macht auch Dich zum Meister

​Geld in Aktien erfolgreich anzulegen ist keine Wissenschaft.

Zumal Du ohne Probleme bei anderen Musterdepots nachsehen kannst, was diese so in ihr Portfolio aufnehmen und wie sie damit abschneiden.

Hierbei lassen sich zwei Anlegertypen unterscheiden. 

  1. Der klassische Aktien-Anleger, der auf eine langfristig gute Performance „seiner“ Aktien setzt, oder der Daytrader, der kurzfristige Kursschwankungen nutzen möchte, um Gewinne zu erzielen. 
  2. Der oder die Anlegerin, die das erarbeitete Geld so anlegen möchte, dass es über Jahresfrist eine möglichst hohe Rendite erzeugt, ohne dabei ein übermäßiges Risiko einzugehen, wird sich eher an DAX-Werten orientieren.

Wer für eine höhere Rendite bereit ist, größere Risiken einzugehen, muss sich natürlich tiefer mit der Materie befassen und die Aussichten erfolgversprechender Unternehmen abschätzen.

Nach der Übung an den Musterdepots geht es daran, ein echtes Depot zu eröffnen.

Hier ist unter anderem auf die Kosten zu achten.

Die Depoteröffnung selbst sollte auf jeden Fall kostenlos sein.

Ganz ohne Kosten oder Gebühren geht es jedoch nicht, denn jede Kauf- und Verkaufsorder muss bezahlt sein, davon leben die Broker. 

Dazu kommen die Kosten für die Depotführung.

Der Unterschied in den entstehenden Kosten zeigt sich vor allem in der Menge der anfallenden Kaufs- und Verkaufsordern.

Je mehr Aktien gehandelt werden, desto mehr Ordergebühren fallen an. Dazu sollten weitere Aspekte betrachtet werden. 

Handelt es sich um ein reines Aktiendepot oder werden weitere Bankleistungen angeboten, etwa ein Girokonto und eine Kreditkarte.

Immerhin sind interne Geldbewegungen meist günstiger als diese von Bank zu Bank

Eine pauschale Aussage zu den Kosten kann hier nicht vorgenommen werden, da sich diese nach Ordervolumen und Ordermenge unterteilen.

Eine gute Möglichkeit, Deinen eigenen Kostenrahmen beim Aktien kaufen und verkaufen abzustecken und so das für Dich beste Aktiendepot zu finden, zeig​en Vergleichsrechner, die je nach Ordervolumen und Anzahl der Ordern die günstigsten Anbieter listet.

Vielleicht findet sich darunter auch Deine Hausbank, denn die Anzahl der Direktbank-Kunden steigt kontinuierlich und gerade diese bieten oft einen Rundumservice vom Girokonto bis zum Aktiendepot an.

​Aktien kaufen - Mein Fazit

Geld, das erarbeitet wurde und nun angelegt werden soll, ist auf jeden Fall in einem Aktiendepot besser aufbewahrt als unterm Kopfkissen oder einem Sparkonto.

Selbst im Rückblick brachte das viel gerühmte Sparbuch zu seinen besten Zeiten vielleicht 4 % Zinsen auf das angelegte Geld.

Dafür musste sich der Anleger um nichts kümmern. Aber war oder ist es das denn Wert?

Nur weil die Lust oder der Wille fehlt, weil Ängste bestehen, etwas falsch zu machen oder den falschen Leuten zu vertrauen.

Im englischsprachigen Raum ist Aktien kaufen schon seit vielen Jahrzehnten das Mittel der Wahl, um das eigene Geld wirtschaften zu lassen.

So schlimm kann es nicht sein, Geld in Aktien zu investieren, denn wenn dabei etliche Millionen Menschen nur verlieren würden, wäre längst ein anderes System etabliert.

Gerade der deutsche Anleger muss sich von der Vorstellung lösen, dass die Aktienanlage so etwas wie Harakiri bedeutet.

Dafür stehen ihm oder ihr die bestmöglichen Informationen und gleichzeitig verschiedene Quellen zur Verfügung.

Wer in Aktien investiert, kann folglich nachvollziehen, in welches Unternehmen er oder sie investiert.

Niemand ist gezwungen, in tatsächlich abenteuerliche Produkte, wie etwa spezielle Finanzderivate alá Bitcoin und Binäre Optionen, einzusteigen. 

Mit etwas Willen und ein bisschen Zeitaufwand ist keiner von der Nullzinspolitik der Notenbanken abhängig, zumindest nicht in der Geldanlage.

Auch ist Aktienkaufen für Anfänger kein Glücksspiel mehr oder der Erfolg vom Berater der Hausbank abhängig.

Alle wichtigen Informationen finden sich nur ein paar Klicks entfernt und noch was Gutes.

Aktien kaufen ist längst nicht mehr das Monopol reicher Leute und mit dem passenden Online-Broker kannst Du sogar bei den Gebühren richtig sparen. > Zum Vergleichsrechner

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