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Stefansboersenblog.com – Interview mit Stefan Meisel

​Warum ist Stefan's Börsenblog etwas ganz besonderes? Wen möchte er mit seinen Blogbeiträgen erreichen und was war seine bislang beste Investition? Dies und noch viel mehr, erfährst Du im Interview mit Stefan Meisel, dem Gründer des Finanzblogs Stefansboersenblog.com

Hallo Stefan, es freut mich wirklich sehr, dass Du Dir die Zeit ​für dieses Interview ​nimmst. Bitte erzähle mir zu Beginn etwas mehr über Dich​.

Stefan Meisel: Hallo Alexander, ich bin 31 Jahre alt und arbeite als Software Engineer in Berlin. Zuvor lebte ich in Sachsen-Anhalt, wo ich meinen Master in Betriebswirtschaftslehre gemacht habe.

Seit 3 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Finanzmärkten und versuche seit 2 Jahren, mein Wissen auf meinem Blog weiterzugeben und auszubauen.

Stefan Meisel | Stefansboersenblog.com

Stefan Meisel | Stefansboersenblog.com


Wann und aus welchem Grund hast Du Deinen Blog ins Leben gerufen?

​Stefan Meisel​: Meinen ersten Beitrag schrieb ich im Oktober 2015.

Dabei trieben mich zwei Ziele an:

  1. ​Ich hatte viel Wissen angesammelt, an dem ich meine Freunde und Bekannten teilhaben lassen wollte. Die meisten von ihnen hielten Aktien – wie auch ich vor 2014 – für Teufelszeug, von dem man die Finger lassen sollte. Viele hatten eine weniger gute oder gar keine Strategie für Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Ich wollte möglichst vielen Freunden dabei helfen, die Angst vor Aktien zu überwinden, so wie ich es zuvor durch angesammeltes Wissen bei mir selbst geschafft hatte.
  2. ​Zweitens wollte ich meine Gedanken und Analysen aufschreiben, um sie selbst später noch einmal abrufen zu können – wie eine Art Tagebuch.

Wie oft veröffentlichst Du neue Beiträge in Deinem Finanzblog und was sind Deine Lieblingsthemen?

​Stefan Meisel​: In letzter Zeit schrieb ich mindestens 2, höchstens 6 Beiträge pro Monat. Am liebsten schreibe ich über die Unternehmen, an denen ich beteiligt bin und die Geld für mich verdienen, sogar während ich schlafe.


​Wen möchtest Du mit Deinen Themen erreichen?

Stefan Meisel: ​Anfangs, im Herbst 2015, wollte ich lediglich Freunde, Bekannte, Verwandte und Kollegen darauf aufmerksam machen, dass Aktien ein sinnvoller Baustein zur langfristigen Vermögensbildung sein können.

Als erste interessante Diskussionen im Blog stattfanden, die Aufrufzahlen explodierten und ich in der deutschen Finanzblogger-Community herzlich empfangen wurde, wollte ich mehr.

Nachdem mir im vierten Monat ein erfahrener Blogger sagte, die meisten deutschen Finanzblogger würden nach vier Monaten das Handtuch werfen, spornte mich das erst richtig an, am Ball zu bleiben.

Und so gab es seit dem Start im Oktober 2015 keinen Monat, in dem ich nicht mindestens zwei Beiträge veröffentlichte, obwohl ich einen 40-Stunden-Job habe.

Zu meiner Zielgruppe zählen sowohl Börsenneulinge, als auch erfahrene Börsen-„Gurus“. An den Diskussionen beteiligen sich Kleinanleger mit allen möglichen Strategien – egal ob Value, Growth, Quality, Dividenden oder ETF.

Eine Umfrage unter 184 meiner Leser zeigte mir, dass 38% von ihnen bereits vor 2004 am Aktienmarkt aktiv waren, 6% noch keine Aktien besitzen, 12% zwischen 2004 und 2008 gestartet sind, 11% zwischen 2009 und 2013 sowie 33% nach 2013.

Eine weitere Umfrage zeigte mir, dass die meisten Leser meinen Blog aufgrund meiner Unternehmensanalysen lesen, weiterhin wegen meines Schreibstils und der Ausführlichkeit sowie aufgrund des Einstreuens persönlicher Erfahrungen und Erlebnisse.


​Wie viele Leute lesen regelmäßig Deinen Blog?

​Stefan Meisel​: Zuletzt erreichte ich 4.000 bis 8.000 Leser pro Monat.


Wenn Du all Deine bisherigen Erfahrungen auf den Punkt bringen müsstest, was würdest Du sagen, sind die 3 wichtigsten Dinge rund um das Thema Geld?

​Stefan Meisel​: Zeit, Disziplin und Geduld.

Zeit: Das Wunder des Zinseszinseffekts braucht Jahrzehnte, um die volle Wirkung zu entfalten. Je früher man mit dem Sparen und Investieren beginnt, desto geringer die Anstrengungen, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Bereits nach einigen Jahren ist der Zinseszinseffekt kräftiger als die Sparanstrengungen.

Disziplin erfordert es, nicht das gesamte Einkommen für Konsum zu verwenden. Nur wer weniger ausgibt, als er einnimmt, kann Vermögen aufbauen. Dazu gehört auch die Disziplin, die kurzfristigen Schwankungen am Aktienmarkt auszuhalten und auszusitzen. In den letzten 200 Jahren gab es nach jedem Crash neue Rekorde an den Börsen.

Und letztlich braucht man Geduld und Vertrauen in die langfristige Entwicklung der Wirtschaft und damit der Aktienmärkte. Dieses Vertrauen ist bei mir ebenso groß wie das Vertrauen, dass die Bremsen meines Autos funktionieren.


Was war Deine bislang beste Investition?

​Stefan Meisel​: ​Die besten Investitionen sind die in das eigene Humankapital. Bei mir waren es die Entscheidungen für das Gymnasium und für die Universität.

​Welche 3 Bücher kannst Du empfehlen und warum?

Welche 3 Bücher kannst Du empfehlen und warum?

1: „Die Kunst des klaren Denkens“ von Rolf Dobelli gehört für mich in jedes Bücherregal. 

Der Autor schreibt über „52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“. 

Dieses Buch werde ich sicher noch ein zweites Mal lesen.

Besser kann man 9 Euro (Taschenbuch-Ausgabe) nicht investieren.

Die Kunst des klaren Denkens

2: In „Money“ durchleuchtet Tony Robbins von Sparquote über Anlageziel, Portfoliostruktur, Fehlervermeidung bis zur Investitionsstrategie alles, was man zum Vermögensaufbau wissen muss.

Was Robbins alles erlebt hat, mit welchen Koryphäen er gesprochen hat und wie er sein eigenes Vermögen aufgebaut hat, ist wirklich beeindruckend.

Ebenso der Blick in die Glaskugel: an welchen Technologien die Menschheit gerade arbeitet und wie diese unser Leben in den kommenden Jahrzehnten beeinflussen könnten.

Die Geschichten um all das Gute, was Robbins mit großen Teilen seines Vermögens angestellt hat, rühren zu Tränen. Er ist ein echtes Vorbild. Die Beschreibung von Ray Dalios „Allwetterstrategie“ ist ebenso interessant wie die Auszüge aus den von Robbins geführten Interviews mit Legenden wie Warren Buffett, Sir John Templeton, Carl Icahn, John C. Bogle, Ray Dalio und anderen.

Tony Robbins | Money

Mit rund 25€ ist der Preis absolut fair. Das Buch hat auch fast 700 Seiten. Strong Buy!


3: Darüber hinaus hat „Aktien für die Ewigkeit“ von Jeremy Siegel einen besonderen Platz in meinem Bücherregal. Siegel analysierte Daten zum Aktienmarkt aus den vergangenen 200 Jahren.

Da ich ein absoluter Zahlenfreak bin und das Investieren liebe, führte für mich kein Weg an diesem Buch vorbei.

Aktien für die Ewigkeit

Wie definierst Du Reichtum?

​Stefan Meisel​: Reich ist für mich, wer die drei unteren Ebenen von Maslows Bedürfnispyramide erreicht hat.


Gibt es eine Lebensweisheit nach der Du Dein Leben gestaltest?

Stefan Meisel: „The day I stop learning is the day I stop growing”. Höre nie auf zu lernen, sowohl aus deinen eigenen Erfahrungen und Fehlern, als auch aus den Erlebnissen und Fehlern anderer.

Versuche, immer besser zu werden, bei allem was du machst, egal ob beim Sport, im Job oder bei der Geldanlage.

Wenn ich beispielsweise einige Monate lang bei einem Arbeitgeber keine neuen Dinge lerne, dann wechsle ich das Team oder den Job.

Stefan Meisel | Stefansboersenblog.com

Stefan Meisel | Stefansboersenblog.com

Das war das Interview mit Stefan Meisel, dem Gründer des Finanzblogs Stefansboersenblog.com | Ein toller Blog, der 5/5 Sterne verdient hat!

  • Anna sagt:

    Cool, danke für das Interview. Ich lese Stefans Boersenblog auch regelmäßig. Interessant, wie Stefan Reichtum definiert 🙂

  • horst weller sagt:

    Hallo Stefan, habe zufällig Deine Seite entdeckt. Bei J. J. Siegel ist ein Kommentar fällig. Bin selbst schon viele Jahre an der Börse aktiv. Siegel, Kommer u. C. D. Ellis geben mir so eine eigene Art Mischstrategie vor. Z. B. Siegel rät zu einer Mischung aus ETFs u. Aktien. Er stellt fest, die besten Branchen über Jahrzehnte waren Tabak, Güter des täglichen Bedarfs, u. Gesundheit (persönliche Ergänzung Spirituosen u. Rüstung). Unter den sog. gefallenen Engeln befinden sich fast keine Firmen aus diesen Branchen. Den Rest decke ich mit ETFs ab. Ansonsten beachte ich fast keine Börsenregeln, u. probiere eigene Strategien aus. Diskussion ? Gerne ! Gruß Horst !

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