Daytrading lernen – So gelingt der Start ganz bestimmt

Es ist weitläufig bekannt, dass ein langfristig und konservativ ausgerichtetes Investment an den Kapitalmärkten (z.B. in Index-Zertifikate) historisch betrachtet gute Renditen von durchschnittlich 6-8% bietet. Dennoch zieht der kurzfristige Handel in kleinen Zeiteinheiten, das sogenannte Daytrading viele Anleger in den Bann. Warum ist das eigentlich so und wie kannst Du Dich bestmöglich auf das Daytrading vorbereiten, traden lernen und Daytrading lernen? Das erfährst Du in diesem Artikel.

Daytrading lernen

Daytrading lernen

​Was bedeutet Daytrading eigentlich?

Das ist im Grunde sehr einfach erklärt. Anleger die innerhalb eines Tages Wertpapiere kaufen und wieder verkaufen, sind Daytrader. Das Ziel eines Daytraders ist, kleinste Preisschwankungen auszunutzen, um über den Tag hinweg Gewinne zu erzielen.

Aber stopp mal, kleine Preisschwankungen, wie soll sich das denn lohnen?

Die aus dem Daytrading erzielbaren Gewinne hängen sehr stark von der Menge der gehandelten Wertpapiere innerhalb einer Wertpapiertransaktion ab. Nur über das aktive Steuern der gehandelten Stückzahlen ergeben sich nennenswerte Gewinne. Kaufe ich z.B. eine Aktie für $20,20 um sie dann für $20,30 zu verkaufen, dann bedarf es schon mindestens 1000 gehandelter Aktien, um überhaupt einen nennenswerten Gewinn erwirtschaftet zu haben.

​Die Gefahr der großen Stückzahl

Das klingt doch zunächst einmal ganz gut, oder? Doch genau hier lauert eine erste Stolperfalle im Daytrading. Denn einen Käufer oder Verkäufer, sprich Deinen Counterpart für Dein Börsengeschäft zu finden, ist bei hohen Stückzahlen gar nicht so einfach.

Es gibt Aktien, bei denen der Tagesumsatz deutlich unter 1000 Stück liegt. Darum scheiden diese von Beginn an für den Handel aus.

Schlussfolgernd ist eine erste Notwendigkeit für erfolgreiches Daytrading ein entsprechendes Wertpapier, das einen hohen Tagesumsatz in Bezug auf die Stückzahl hat.

Doch was ist noch wichtig?

​Die Schwankungsbreite eine Aktie ist von entscheidender Bedeutung

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Schwankungsbreite einer Aktie innerhalb eines Tages. Wenn z.B. eine Aktie bei ca. $20 notiert, pro Tag aber nur 0,5%, sprich 10 Cent schwankt, dann wird es sehr schwer werden, 10 Cent Gewinn mit einem Trade einzufahren. Dazu müsste der Anleger am Tagestief kaufen und am Tagestief verkaufen.

Als zweite Zutat für erfolgreiches Daytrading benötigen wir also schwankungsintensive Wertpapiere.

Es wäre jedoch viel zu einfach, wenn eine große Anzahl an täglich gehandelten Aktien mit einer hohen Schwankungsbreite die einzigen Voraussetzungen wären, um im Day Trading erfolgreich zu sein.

​Der Spread ist ganz besonders wichtig  

Was? Der Spread, was ist das denn nun wieder. Der Börsenhandel beruht auf Angebot und Nachfrage. Es gibt einen bestimmten maximalen Preis, den ein Anleger bereit ist für die ins Auge gefassten Wertpapiere (pro Stück) zu bezahlen und es gibt einen minimalen Preis, zu dem ein aktueller Besitzer eines Wertpapieres bereit ist, sein Wertpapier herzugeben.

Diese beiden Preispunkte heißen Geld und Brief, bzw. BID und ASK.

Die Differenz zwischen BID und ASK wird Spread genannt. Clever, oder?

Doch welchen Einfluss hat das Delta aus BID uns ASK nun für meinen Erfolg als Day Trader?

Nun, das ist ganz einfach. Wenn Du Dein Geld investieren möchtest und eine schnelle Ausführung Deines Trades bevorzugst, dann wirst Du meistens dein Preis am ASK als Ausführungskurs erhalten. Möchtest Du Dein Wertpapier dann schnellstmöglich verkaufen, dann wirst Du üblicherweise nur den Preis des BID erhalten.

Beispiel:

Kauf 1000 Aktien 10 Uhr vormittags. BID: $20,10 ASK: $20,30 – Ausführung 1000*20,30 = 20,300 Investitionssumme.

Wenn Du nun sofort nach dem Einstieg verkaufen möchtest, BID und ASK aber unverändert sind, dann sieht die Rechnung so aus:

Verkauf 1000 Aktien 10:05 Uhr vormittags. BID: $20,10 ASK: $20,30 – Ausführung 1000*20,10 = 20,100 Geld in die Bank.

Wie Du siehst, hättest Du mit diesem schnellen Kauf- und Verkauf innerhalb von 5 Minuten $200 verloren. Nicht so schön, oder?

Darum ist es wichtig, möglichst Wertpapiere zu handeln, die auch sehr geringe Spreads haben. Als kleine Eselsbrücke kannst Du Dir merken, dass der Spread nicht größer sein sollte, als der von Dir angestrebte Gewinn in Cent je Aktie.

Andernfalls liegst Du nach dem Kauf sofort im Verlustbereich und erreichst den potentiellen Gewinnbereich nur wenn das BID stark steigt, oder Du Dein Angebot höher offerieren kannst und dieses auch hoch zurückgekauft wird.

Was ist Dir in dem Beispiel gerade aufgefallen? Genau, es gibt doch auch noch Gebühren. Wie sieht es denn an der Front aus?

​Die Gebühren – der 4. wichtige Faktor im Daytrading

Wer langfristig investiert und Wertpapiere über mehrere Monate oder Jahre hinweg hält, braucht sich über die Ordergebühren im Rahmen eines Kaufs und Verkaufs von Wertpapieren ganz bestimmt keine Gedanken machen. Wer jedoch mehrmals am Tag tausende von Aktien kauft und verkauft, sollte dann doch mal etwas genauer hinsehen.

Beispiel:

5 Käufe und Verkäufe pro Tag = 10 Trades

10 Trades * $5 Ordergebühr = $50 Ordergebühren am Tag

10 Trades * $10 Ordergebühr = $100 Ordergebühren am Tag

Soweit noch verkraftbar?

Delta zwischen den günstigen und teuren Ordergebühren bei 10 Trades am Tag: $50

Handelstage pro Monat: 20

Differenz auf den ganzen Monat gesehen: 20 Tage * $50 Preisvorteil = satte $1000 gespart!

Now we talk, right?

Wie Du siehst, sind die Ordergebühren von entscheidender Bedeutung. Viele Daytrader träumen davon, überhaupt $1,000 pro Monat mit Daytrading zu verdienen, warum also das Geld dem Broker schenken?

Ist es eigentlich realistisch 5 Käufe und Verkäufe pro Tag auszuführen?

Ja, aber klar doch. Als Daytrader ist es durchaus üblich, auch 10 oder 20 Käufe und Verkäufe und zum Teil sogar mehr zu machen. Es lohnt sich also ein genauer Blick auf Deine Online-Broker Gebühren – zum Beispiel mit einem Broker Vergleich.

​​Daytrading lernen in 3 einfachen Schritten​

​Daytrading lernen #1: Wie finde ich passende Ein- und Ausstiege als Day Trader?

Das ist eine sehr wichtige Frage. Einen selbsternannten Guru solltest Du jedenfalls nicht fragen. Vielmehr solltest Du Stock Screener nutzen, um täglich die passenden Wertpapiere auszuspüren. Es ist ein leichtes, die in diesem Beitrag beschriebenen Kriterien zu hinterlegen. Insbesondere als Anfänger solltest Du darauf achten, kosteneffizient zu arbeiten und darum möglichst kostenlose Stock Screener wie z.B. den Yahoo Stock Screener, den Finbox.io Stock Screener, oder die kostenlosen Testversionen von High-End Stock Screenern.​ Spare wo Du sparen kannst. Sobald Du dann das Trading-Tool Deiner Wahl gefunden hast, kannst Du noch immer in ein Monatsabonnement investieren.

​Daytrading lernen #2: Soll ich mit echtem oder virtuellem Geld beginnen?

Ja, der Reiz ist groß sofort mit dem Daytrading loszulegen. Doch so reizvolle es auch ist, so gefährlich ist es auch. Darum solltest Du immer nur einen kleinen Teil Deines verfügbaren Kapitals investieren. Wenn Du das gesamte eingesetzte Kapital verlierst, sollte dies möglichst spurlos an Dir vorüber gehen. Das meine ich ernst! Daytrading ist hoch riskant. Nach aktuellen Erkenntnissen verlieren im spekulativen Handel ca. 80% der Anleger ihr Geld. Die häufigsten Gründe hierfür sind eine schlechte Vorbereitung, Gier und der unvernünftige Umgang mit dem Eigenkapital.

Wie kannst Du Dich schützen? Das ist ganz einfach. Trade zunächst auf Papier. Das kannst Du entweder mit einer Trading App (mit virtuellen Trading-Dollars), oder ganz klassisch mit Stift und Zettel. Merke Dir: Wenn Du es nicht schaffst, über einen längeren Zeitraum hinweg mit Papertrading Gewinne zu erwirtschaften, dann wirst Du es mit echtem Geld vermutlich niemals schaffen. Denn der Handel mit echtem Geld stellt Dich vor viel größere, hauptsächlich psychologisch geprägte Herausforderungen.

​​Daytrading lernen #3: Sind Hochfrequenzhändler auch Day Trader?

Es gibt Hochfrequenzhändler (high frequency trader), die innerhalb von Sekundenbruchteilen Wertpapiere kaufen und verkaufen. Der Hochfrequenzhandel findet meist voll automatisch statt und zielt darauf ab, kleineste Differenzen im Preis mit entsprechend hohen Stückzahlen an Wertpapieren auszunutzen. Hierbei werden vornehmlich  Aktien gehandelt.

Hochfrequenzhändler sind jedoch keine typischen Daytrader, auch wenn die Käufe und Verkäufe innerhalb eines Tages stattfinden. Lass Dich von diversen Versprechungen hier nicht fehlleiten. Der Hochfrequenzhandel ist nur etwas für institutionelle Anleger, die ihre Serverfarmen möglichst ganz nah an den Börsenplätzen haben. Denn hier zählt die Ausführungsgeschwindigkeit und wir sprechen über Bruchteile einer Millisekunde, die darüber entscheiden, ob der Trade profitabel ist oder nicht. Bevor Du Deine Order im System aufgegeben hast, ist der Hochfrequenzhändler schon aus 10 anderen Trades wieder raus.

Daytrading ist kein Spiel, es ist ein Job! Wie jeder Job sind Ehrgeiz, Disziplin, ein fester Wille und ein gewisses Maß an Geschick entscheidend für den langfristigen Erfolg.

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