Rente mit Dividende – Eine lohnenswerte Idee?

Die Rente wird immer weniger, zumindest die gesetzliche Rente.

Schon ab dem Jahr 1980 begann die Talfahrt von zunächst 57,6 % des Netto-Einkommens auf 48,2 % vor Steuern im Jahr 2017.

Das ist aber nicht das Ende der Fahnenstange. In der Politik wird für die Zukunft das Rentenniveau bis zum Jahr 2030 bei nur noch 43 % gesehen, zumindest innerhalb der Unionsparteien.

Dabei soll der Rentenbeitrag der Arbeitnehmer von aktuell 18,7 % auf 22 % ansteigen.

In Summe bedeutet dies: Es muss immer mehr eingezahlt werden, um dafür im Rentenalter immer weniger zu bekommen.

Es lohnt sich also, über eine Rente mit Dividende nachzudenken.

Das bedeutet nichts anderes, als die Geldanlage in Aktien oder Aktienfonds.

Immerhin können Aktien einen unschlagbaren Beweis erbringen, dass sich ein Investment rechtfertigt.

Das sind die verschiedenen Aktienindizes der großen Börsen.

Über die Jahrzehnte hinweg zeigen praktisch alle einen sehr positiven Kursverlauf.

Zu verdanken ist dies Unternehmen, die durch Innovation, aber auch durch kaufmännisch kluges Handeln, den Wert ihrer Anteile steigern konnten.

Davon kann jeder profitieren, heute mehr denn je. Was nun zum Beispiel dividendenstarke Aktien bringen und wie sich eine solche Anlage für die Rente auszahlt, erfährst Du hier.

Rente mit Dividende absichern

Rente mit Dividende absichern

Hast Du Angst vor Aktien?

Nichts verbreitet sich schneller als schlechte Nachrichten.

Wenn etwa ein Flugzeug verunglückt und dabei tragischerweise Hunderte Menschen sterben, ist dies ein mediales Großereignis.

Im Verhältnis jedoch zu anderen Verkehrsmitteln ist das Innere eines Passagierflugzeugs der sicherste Ort auf der Welt.

So zeigt die deutsche Verkehrsstatistik für die 5 Jahre von 2005 bis 2009 nur einen einzigen im Flugverkehr getöteten Passagier. 

Gleichzeitig starben in Pkws auf unseren Straßen 12.619 Menschen, eine ganze Kleinstadt.

Der Flugzeugabsturz steht im Brennpunkt, genauso wie etwa der Zusammenbruch einer Aktiengesellschaft und der damit zusammenhängende Kurssturz der Anteile.

Das verbreitet Angst. In beiden Fällen, Flugzeug und Aktie, die Angst vor dem Absturz.

Dabei zeigt sich, dass Aktien und Verkehrsflugzeuge durchaus statistische Ähnlichkeiten aufweisen.

Im Verhältnis zu anderen Anlagemöglichkeiten stellen Aktien die beste Möglichkeit der Investition dar, wenn Ertrag und Laufzeit gerechnet werden.

Es kommt bei beiden Mitteln darauf an, wie und in was eingestiegen wird.

Wer beispielsweise schon einmal im Urlaub einen kleinen Inselhüpfer nutzte, vielleicht eine 4-sitzige Propellermaschine, wird den Unterschied zum Langstreckenjet erkennen. 

In der Geldanlage stellen große, seit Jahrzehnten am Markt befindliche Unternehmen meist das kleinere Risiko dar als etwa neue und unbekannte Firmen. 

Allerdings sind die Blue-Chips der Aktienmärkte keine großartigen Dividendenbringer. 

Was sind dividendenstarke Aktien?

Die Dividende ist ein Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft macht.

Dieser Anteil wird an die jeweiligen Aktieninhaber verteilt.

In Deutschland ist es üblich, dass die Dividende einmal jährlich, spätestens drei Arbeitstage nach der Hauptversammlung, an die Aktieninhaber ausgezahlt wird.

In anderen Ländern bestehen durchaus kürzere Auszahlungsfristen. 

Teilweise werden die Dividenden sogar monatlich überwiesen.

In der Regel wird die Dividende vom Vorstand des Unternehmens vorgeschlagen und in der Hauptversammlung beschlossen.

Dabei kann es sogar vorkommen, dass eine Dividende ausgeschüttet wird, obwohl die Aktiengesellschaft keinen Gewinn ausweist.

Das hat seinen Grund, denn Dividendenzahlungen wirken sich positiv auf den Aktienkurs aus. Sie stellen ein Signal für den Erfolg des Unternehmens dar.

Das bedeutet nun keineswegs, dass der Vorstand mit falschen Karten spielt. In Aktiengesellschaften ist es nicht unüblich, aus besonderen Gründen keinen Gewinn auszuweisen, sondern zuerst Schulden abzubauen oder wichtige Investitionen zu tätigen.

Es kann auch steuerrechtliche Gründe haben.

Trotzdem kann auf die Aktien der Firma eine Dividende gezahlt werden.

Allerdings ist dort Vorsicht angeraten, wo über mehrere Jahre hinweg eine Dividende auf die Aktien erfolgt, obwohl das Unternehmen schon lange keinen Gewinn mehr macht.

Das bedeutet, dass die Dividende aus der Substanz der Firma und nicht aus dem operativen Gewinn bezahlt wird. Auf Dauer geht dies nicht gut.

Wie lassen sich dividendenstarke Aktien erkennen?

Zum einen ist der auf die Aktie bezahlte Gewinn, zum anderen ist es der Preis der Aktie. Beides zusammen ergibt die Dividendenrendite.

Bei der Suche nach dividendenstarken Aktien gilt es folglich zu beachten, in welchem Verhältnis die Dividende zum Preis der Aktie steht. Schließlich muss die Aktie ja erworben werden.

Dazu kommt, dass die Aktie in der Folge im Kurs steigen oder fallen kann.

Steigt der Kurs, verbessert sich die persönliche Dividendenrendite im Verhältnis zur veröffentlichten Dividendenrendite.

Darum stellen sich als dividendenstarke Aktien diese Anteile von Unternehmen dar, die sich durch steigende Aktienkurse bei einer entsprechenden Dividende auszeichnen.

Dazu ein kleines Beispiel: Aktien des Unternehmens X stehen mit 43 Euro im Kurs.

Der Vorstand schüttet auf jede Aktie 2 Euro Dividende pro Jahr aus.

Die Rendite errechnet sich folgendermaßen: Dividende (2 Euro) geteilt durch Aktienkurs (43 Euro) mal 100 ergibt aufgerundet 4,7 % Dividendenrendite.

Ein anderes Unternehmen zahlt 5 Euro Dividende, deren Aktien kosten jedoch 150 Euro. Hier ergibt sich eine Dividendenrendite von nur 3,3 %.

Wer sich also auf die Suche nach dividendenstarken Aktien macht, die zudem in ein Renten-Portfolio passen, muss Dividende, Aktienkurs und Aktienentwicklung beachten.

Wie sieht dies in der Realität aus?

Die Theorie ist gut und schön, sie muss sich aber in der Praxis bewähren.

Darum auch gleich ein Beispiel aus dem realen Leben.

Bei der Suche nach einem Unternehmen, das alle Aspekte erfüllt, um als zukunftsträchtiges Unternehmen langfristig in das Portfolio aufgenommen zu werden, stellt sich der Schweizer Finanzdienstleister Bellevue Group dar. 

Zum einen liegt der Kurs pro Aktie bei umgerechnet nur 18,4 Euro (Stand September 2017). Zum anderen weist das Unternehmen in den letzten 5 Jahren eine Steigerung des Kurswertes von 129 % auf.

Zudem übernahm Bellevue im Jahr 2016 die Investmentgesellschaft Star Capital mit Sitz in Frankfurt am Main.

Die Dividende auf die Aktie beträgt 0,87 Euro, die Dividendenrendite beläuft sich auf 4,7 %.

Das an sich ist in einer Zeit, in der Sparanlagen mit 0,5 % verzinst werden, schon einmal sehr ordentlich. Dazu kommen die hervorragenden Zukunftsaussichten. 

Im Mittel wird der Aktienkurs der Bellevue Group pro Jahr um 15 bis 20 % steigen, vorsichtig geschätzt.

Aktuell stellen Dividendenrenditen von 4,5 bis 5 % und mehr sehr gute Ergebnisse dar.

Im DAX etwa werden für das Jahr 2017 mehrere Unternehmen prognostiziert, die mit Dividendenrenditen von über 4 % aufwarten können.

Der Spitzenreiter ist hierbei die Mediengruppe ProSiebenSat1 mit 6,1 % Rendite. Aber auch Allianz (5 %) oder Daimler mit 5,2 % können sich sehen lassen.

Für die spätere Rente jetzt investieren

Um einem eventuellen „Rentenloch“ zu entkommen, lohnt sich die Kombination aus Aktie und Dividende. Erst recht, wenn der Aktienkurs beständig steigt. D

och dazu müssen sich Aktiengesellschaften finden, die möglichst beständig eine Dividende ausschütten. 

Die Rekordhalter in diesem Bereich sind in den USA ansässig.

Das hat einfach den Grund, dass die Vereinigten Staaten von den 2 Weltkriegen im 20. Jahrhundert wirtschaftlich wesentlich weniger betroffen waren als Europa und Japan.

Auf der Suche nach den „Dividendenaristokraten“, das sind Unternehmen, die in den letzten 25 Jahren ihre Dividenden erhöht haben, fällt auf, dass es Firmen sind, die Grundbedürfnisse der Verbraucher erfüllen.

Der absolute Spitzenreiter ist hierbei die in Pennsylvania ansässige The York Water Company, ein örtlicher Wasserversorger, der seinen Aktionären seit rund 200 Jahren eine jährliche Dividende auszahlt. 

Die USA bestanden zu dieser Zeit gerade einmal aus 19 Bundesstaaten und der amerikanische Bürgerkrieg lag noch in weiter Ferne.

Weitere Könige der Dividende sind etwa Northwest Natural Gas, Procter & Gamble, Emerson Electric oder Dover Corp.

Sie alle eint ein dauerhaftes Geschäftsmodell mit sehr guter Grundlage.

Dazu müssen in den letzten Jahren auch Firmen gezählt werden, die Grundbedürfnisse in der Digitalisierung und der Kommunikation erfüllen.

Hier werden sogar die höchsten Renditen ausgeschüttet.

In den USA gehören Aktienunternehmen, die Dividenden ausschütten, schon länger zu den Rentensäulen.

Allein im Jahr 2016 wurden 431 Milliarden US-Dollar ausgeschüttet und noch ein bemerkenswerter Faktor, der Anteil Dividenden zahlender Unternehmen stieg innerhalb der letzten 7 Jahre von 365 auf 419. 

Was sind die deutschen Dividendenkönige?

Von der US-Geschichte bezüglich Dividenden ist die BRD weit entfernt. Es gibt überhaupt nur zwei Firmen in Deutschland, die über 10 Jahre kontinuierlich eine Dividende ausschütteten und diese auch erhöhten.

Das ist Fresenius und das Schwesterunternehmen Fresenius Medical Care.

Gerade für die Rente mit Dividende ist eine beständige und zudem regelmäßig erhöhte Dividende von besonderer Bedeutung.

Das können aber nur grundsolide Unternehmen. Dazu nachfolgend eine kleine Liste europäischer Aktiengesellschaften:

  • La Roche, Pharmazie, seit 27 Jahren Dividendenerhöhung
  • ​Pearson, Medien, 22 Jahre
  • ​Fresenius, Medizin/Gesundheit, 21 Jahre
  • L’Oréal, Konsumgüter, 19 Jahre
  • Nestlé, Lebensmittel, 18 Jahre
  • ​Novartis, Pharmazie, 17 Jahre
  • ​FMC, Gesundheit, 17 Jahre
  • ​Novo-Nordisk, Pharmazie, 16 Jahre
  • ​Imperial Tobacco, Tabak, 15 Jahre
  • ​Diageo, Alkoholika, 15 Jahre

Bei Betrachtung des einen oder anderen Geschäftsfeldes, in denen diese Firmen tätig sind, werden aufgrund der persönlichen Einstellung vielleicht Zweifel darüber aufkommen, dass diese in das eigene Portfolio passen.

Es bestehen jedoch genügend Ausweichmöglichkeiten. Der US-Markt zeigt sich wesentlich differenzierter und traditionsreicher:

  1. Bank of Novia Scotia, zahlt und erhöht die Dividende seit 1832
  2. ​Stanley Black & Decker, seit 1877
  3. Johnson Control, Pkw-Zulieferer, seit 1887
  4. ​General Mills, Lebensmittel, seit 1888
  5. ​General Electric, seit 1899

Bei allen hier aufgeführten Aktiengesellschaften handelt es sich um öffentliche Firmen, deren Anteile käuflich sind.

Im Verhältnis zu einem Festgeldkonto oder anderen Rentenansparplänen zeigt sich die Rente mit Dividende durchaus überlegen.

Vor allem dank der Möglichkeit der Re-Investition, wenn die Dividende nicht ausbezahlt, sondern in neue Aktienkäufe investiert wird.

Oft räumen die Unternehmen hierbei die Möglichkeit ein, die Aktie ohne Handelsaufschlag zu erwerben.

Hinzu kommt der steigende Aktienwert. 

Natürlich gilt auch bei Firmen mit einem hervorragenden Renommee immer der Sicherheitsgedanke.

Das Portfolio für die Rente sollte eine gewisse Streuung besitzen.

Fazit zu Rente mit Dividende

Schon unter Friedrich Wilhelm IV gab es im damaligen preußischen Königreich Krankenkassen. Die erste öffentliche Sozialversicherung weltweit.

Später, im nachfolgenden Kaiserreich, wurden die Sozialleistungen verstärkt und ausgebaut.

Ab dem Jahr 1885 gab es Unfallrenten. Im Jahr 1891 folgte die Altersrente, die es allerdings erst ab dem 70. Lebensjahr gab.

Ähnlichkeiten mit heutigen Modellen zur Rente scheinen keineswegs zufällig zu sein.

Die staatliche Rente kann heute in vielen Fällen nur noch die Grundversorgung gewährleisten.

Dies liegt zum einen an politisch gewollten Änderungen im Rentengesetz, aber auch in einem veränderten Berufsleben. 

War es vor einer Generation noch üblich, über Jahrzehnte hinweg einem Unternehmen treu zu bleiben, zeigen heutige Arbeitslebensläufe oft Unterbrüche und Wechsel.

Eine Flexibilität, die von vielen Arbeitgebern gefordert wird, jedoch meist zu Lasten des Arbeitnehmers geht. Um hier Versorgungslücken im Alter auszugleichen, bleibt nur die eigene Vorsorge.

Im Gegensatz zur relativ unbeliebten Riester-Rente oder Festzinssparplänen beziehungsweise Festgeldkonten besitzt die Rente mit Dividende den Vorteil, dass sie sich der aktuellen Lebenssituation in der Ansparphase exakt anpassen lässt, ähnlich etwa den ETF-Sparplänen.

Dazu muss niemand ein Börsenspezialist sein.

Die wichtigsten Punkte und Eckdaten lassen sich mit etwas Übung erkennen.

Auch der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen. Aktien-Unternehmen, die langfristig Dividenden ausschütten, werden kaum von großen Kursschwankungen heimgesucht.

Ideal für Arbeitnehmer, die sich um ihren Job kümmern müssen, und erst Recht Ideal für Rentner, die ihre Ruhe haben wollen.

​Erfahre als nächstes, welche Börsenfilme wirklich sehenswert sind.

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