Das klassische Sparbuch und die Filiale um die Ecke haben ausgedient – zumindest für einen wachsenden Teil der Deutschen. Neobanken, also rein digitale Banken ohne Filialnetz, haben in den letzten Jahren massiv aufgeholt. Aber welche lohnt sich wirklich, und für wen?
In unserem Neobanken-Vergleich 2026 schauen wir uns die bekanntesten Anbieter genau an: C24, Trade Republic, Revolut, N26 und BforBank. Was sie kosten, was sie können – und wo sie Abstriche machen.
💡Was ist eine Neobank?
Eine Neobank ist eine Bank, die ausschließlich digital operiert – ohne Filialnetz, oft mit schlanker App und günstigeren Konditionen als traditionelle Direktbanken oder Filialbanken. Neobanken haben in der Regel eine Vollbanklizenz oder arbeiten mit einer Partnerbank zusammen, die das Einlagengeschäft absichert.
Neobanken auf einen Blick
Wenn du nur eine Minute hast: Hier sind die wichtigsten Eckdaten der größten Anbieter in Deutschland.
| Anbieter | Monatliche Grundgebühr | Kostenloses Girokonto | Zinsen auf Guthaben | Einlagensicherung |
|---|---|---|---|---|
| C24 Smart | 0€ | ✅ | bis 3,0% p.a. (Flex-Konto) | 100.000€ |
| Trade Republic | 0€ | ✅ | 2,75% p.a. auf Verrechnungskonto | 100.000€ |
| Revolut Standard | 0€ | ✅ | 0% (Standard) | 100.000€ |
| N26 Standard | 0€ | ✅ | 0% | 100.000€ |
| BforBank Girokonto | 0€ | ✅ | variabel | 100.000€ |
Alle genannten Anbieter sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000€ je Einleger abgesichert. Dein Geld ist also in diesem Rahmen auch dann geschützt, wenn die Bank in finanzielle Schwierigkeiten gerät.
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C24 Bank – Der Platzhirsch unter den Neobanken
C24 ist aktuell die meistempfohlene Neobank im deutschsprachigen Raum – und das aus gutem Grund. Das Konto ist kostenlos, die App funktioniert reibungslos, und wer sein Guthaben aufs Flex-Konto parkt, bekommt derzeit bis zu 3,0% Zinsen pro Jahr.
Vorteile:
- Kostenlose Kontoführung ohne Bedingungen
- Bis zu 3,0% p.a. Zinsen auf das Flex-Konto (Tagesgeldähnliches Unterkonto)
- Mastercard inklusive, kostenlos Geld abheben in der Eurozone
- IBAN auf Deutsch (DE-IBAN)
- Sehr gute App-Bewertungen
Nachteile:
- Gebühren für Auslandseinsatz außerhalb der Eurozone beim kostenlosen Tarif
- Kein telefonischer Support rund um die Uhr
- Premium-Features (z.B. Auslandseinsatz gebührenfrei) nur in Bezahlplänen
Besonders attraktiv: Das Flex-Konto funktioniert ähnlich wie ein Girokonto mit Unterkonto – du kannst Geld gezielt parken und bekommst darauf Zinsen, ohne es auf ein separates Tagesgeldkonto übertragen zu müssen. Praktisch für alle, die ihr Budget in verschiedene Töpfe aufteilen wollen.
💭Unsere Einschätzung zu C24
Wer ein solides, kostenloses Girokonto mit attraktiven Zinsen sucht und hauptsächlich in der Eurozone unterwegs ist, macht mit C24 Smart wenig falsch. Die Bank ist derzeit der Maßstab für Neobanken in Deutschland.
Trade Republic – Mehr als nur ein Broker
Trade Republic ist vielen vor allem als Neobroker bekannt. Aber seit der Einführung des Girokontos hat sich das Angebot deutlich erweitert. Das Verrechnungskonto verzinst Guthaben aktuell mit 2,75% p.a. – eine der attraktivsten Raten am Markt für ein täglich verfügbares Guthaben.
Vorteile:
- 2,75% p.a. Zinsen auf Kontoguthaben (täglich verfügbar)
- Depot und Konto in einer App
- Kostenlose Visa-Debitkarte
- Runden-Funktion: Wechselgeld automatisch in ETFs investieren
- Sparplan-Funktion direkt aus dem Konto heraus
Nachteile:
- Kein klassisches Lastschriftverfahren möglich
- Noch eingeschränkte Banking-Funktionen im Vergleich zu C24 oder N26
- Primär auf Investoren ausgerichtet – als reines Girokonto noch ausbaufähig
Trade Republic ist die richtige Wahl, wenn du beides willst: ein gut verzinstes Tagesgeldkonto und ein Depot, das du parallel besparen kannst. Als alleiniges Girokonto für alle Alltagszahlungen ist es noch nicht ganz so ausgereift wie die Konkurrenz.
Revolut – Der Reise-Spezialist
Revolut kommt ursprünglich aus Großbritannien und hat sich vor allem durch günstige Währungsumtauschkurse und komfortable Reisefunktionen einen Namen gemacht. Die kostenlose Standardversion ist deutlich eingeschränkter als die Premiumtarife, aber für gelegentliche Auslandsreisen trotzdem ein Mehrwert.
Vorteile:
- Günstige oder kostenlose Währungsumrechnung (mit Limits beim Gratistarif)
- Virtuelle Einmalkarten für sicheres Online-Shopping
- Gut designte App mit vielen Features
- Verfügbar in über 150 Währungen
Nachteile:
- Keine deutsche IBAN – das kann bei manchen Lastschriften zu Problemen führen
- Kostenloses Bargeldabheben nur bis 200€ pro Monat, danach 2% Gebühr
- Währungsumtausch am Wochenende mit Aufschlag
- Kein Zinsprogramm im Standardtarif
- Vollbanklizenz der EU (Litauen) – kein deutsches Einlagensicherungssystem
Revolut ist kein vollwertiger Girokonto-Ersatz für den deutschen Alltag. Als Ergänzung für Reisende oder Nutzer, die regelmäßig in Fremdwährungen zahlen, macht es aber Sinn. Gerade wenn du ein Girokonto mit Kreditkarte suchst, lohnt sich ein Blick auf die Revolut-Premiumtarife – dort ist eine echte Kreditkarte inkludiert.
N26 – Der Pionier mit Aufholbedarf
N26 war lange die bekannteste Neobank in Deutschland und hat das digitale Banking hierzulande maßgeblich geprägt. 2026 ist das Bild aber gemischt: Das Standardkonto ist kostenlos und funktioniert gut, aber die Konditionen haben C24 und Trade Republic inzwischen in mehreren Punkten überholt.
Vorteile:
- Kostenloses Standardkonto ohne Bedingungen
- Deutsche IBAN
- Vollbanklizenz (Deutschland)
- Übersichtliche App, gut für Einsteiger
Nachteile:
- Keine Zinsen auf Guthaben im Standardtarif
- Bargeldabheben nur 3x pro Monat kostenlos, danach 2€ je Abhebung
- Premium-Features wie Auslandsabhebungen gebührenfrei erst ab 9,90€/Monat
- Kundensupport in der Vergangenheit kritisiert
Für Einsteiger, die einfach ein unkompliziertes, kostenloses Konto wollen, bleibt N26 eine solide Option. Wer aber Zinsen auf sein Guthaben möchte oder häufig Bargeld abhebt, ist bei C24 besser aufgehoben.
BforBank – Der Geheimtipp
BforBank ist eine Tochter der französischen Crédit Agricole und in Deutschland eher wenig bekannt – zu Unrecht. Das kostenlose Girokonto überzeugt mit einer deutschen IBAN, solider App und einem attraktiven Einstiegsbonus für Neukunden.
Vorteile:
- Kostenloses Girokonto mit deutscher IBAN
- Gelegentlich attraktive Prämien für Neukunden
- Gute Bewertungen für Kundensupport
Nachteile:
- Geringere Bekanntheit, kleineres Feature-Set als Marktführer
- App nicht ganz auf dem Niveau von C24 oder N26
- Einlagensicherung über französisches System (bis 100.000€)
Wer auf der Suche nach einem Girokonto mit Prämie ist, sollte BforBank im Blick behalten – die Neukundenaktionen sind regelmäßig attraktiv.
Welche Neobank passt zu dir?
Nicht jede Neobank ist für jeden das Richtige. Hier ein paar Orientierungshilfen:
Du willst ein kostenloses Alltagskonto mit Zinsen? C24 Smart ist aktuell die erste Wahl. Kein Mindestgeldeingang, attraktive Zinsen aufs Flex-Konto, deutsche IBAN.
Du investierst parallel in ETFs oder Aktien? Trade Republic kombiniert Konto und Depot in einer App. Das Guthaben wird außerdem gut verzinst – ideal für alle, die ihr Geld nicht unnötig unverzinst parken wollen.
Du reist viel oder zahlst regelmäßig in Fremdwährungen? Revolut ist für Reisende nach wie vor kaum zu schlagen – am besten in Kombination mit einem deutschen Hauptkonto.
Du willst einfach loslegen ohne viel Recherche? N26 Standard ist einsteigerfreundlich und funktioniert zuverlässig – auch wenn die Konditionen nicht mehr die besten am Markt sind.
💡Girokonto ohne Schufa-Abfrage?
Manche Neobanken führen keine harte Schufa-Abfrage durch oder bieten spezielle Basiskonten an. Wenn das für dich relevant ist, schau dir unsere Übersicht zum Girokonto ohne Schufa an.
Neobanken für besondere Zielgruppen
Studierende
Für Studierende bieten sowohl N26 als auch C24 kostenlose Konten ohne Mindestgeldeingang – das ist gerade am Anfang des Studiums praktisch, wenn noch kein regelmäßiges Einkommen fließt. Speziell auf Studenten zugeschnittene Konten mit Extra-Leistungen findest du in unserem Studentenkonto-Vergleich.
Jugendliche
Neobanken wie N26 oder Revolut bieten teilweise Konten ab 16 Jahren an. Für jüngere Nutzer gibt es aber spezialisierte Angebote, die besser auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen abgestimmt sind – etwa mit Taschengeld-Funktionen und Elternzugang. Mehr dazu im Jugendkonto-Vergleich.
Kinder
Für die Jüngsten sind klassische Neobanken in der Regel nicht geeignet. Spezialisierte Anbieter wie GoHenry oder Pixpay bieten hier bessere Lösungen. Schau in unseren Kinderkonto-Vergleich.
Paare und Familien
Wer ein gemeinsames Konto führen möchte, findet bei den meisten Neobanken noch Lücken – echte Gemeinschaftskonten bieten bislang nur wenige an. Eine vollständige Übersicht gibt es in unserem Gemeinschaftskonto-Vergleich.
Was Neobanken nicht können
Ehrlichkeit gehört dazu: Neobanken sind nicht für jeden die beste Lösung.
Bargeld abheben ist bei den meisten Anbietern eingeschränkt – entweder auf bestimmte Partnernetzwerke oder mit monatlichen Limits. Wer regelmäßig große Barbeträge braucht, kommt um einen Blick auf klassische Direktbanken nicht herum.
Kreditlinien und Dispos sind bei Neobanken oft gar nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. N26 und C24 bieten zwar Dispokredite an, aber die Konditionen sind nicht immer konkurrenzfähig.
Komplexe Banking-Bedürfnisse – etwa Baufinanzierungen, Wertpapierleihe oder individuelle Vermögensberatung – sind bei Neobanken nicht das Kerngeschäft. Hier braucht es oft eine Vollbank.
⚠️Kein Filialnetz
Das Fehlen von Filialen ist für viele Nutzer kein Problem – für manche aber schon. Wer regelmäßig Bargeld einzahlen möchte, hat bei Neobanken oft Schwierigkeiten. Einige Anbieter kooperieren mit Einzelhändlern (z.B. REWE oder dm bei C24), aber das ist kein vollwertiger Ersatz für eine Filiale.
Nachhaltigkeit und Neobanken
Ein wachsendes Thema: Welche Neobank investiert das Kundengeld verantwortungsvoll? Anbieter wie Tomorrow oder Bunq werben explizit mit nachhaltigen Geschäftsmodellen – Tomorrow etwa investiert einen Teil der Interbankengebühren in Klimaprojekte.
Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte sich unsere Übersicht der nachhaltigen Banken ansehen – dort tauchen auch Neobanken auf, die über reines Kostensparen hinausdenken.
Kosten: Was wirklich zählt
Das Wort “kostenlos” fällt bei Neobanken oft – aber was heißt das genau?
Kostenlose Kontoführung bedeutet: keine monatliche Grundgebühr. Das haben alle großen Neobanken.
Kostenlose Karte heißt in der Regel: eine Debitkarte ohne Jahresgebühr. Eine echte Kreditkarte (mit Zahlungsziel) ist fast immer kostenpflichtig oder nur in Premium-Tarifen enthalten.
Kostenloses Bargeldabheben gilt meist nur im Inland oder der Eurozone, oft mit monatlichen Limits. Danach fallen Gebühren an.
Wer ein wirklich kostenloses Konto ohne versteckte Bedingungen sucht, findet die besten Angebote in unserem Überblick über kostenlose Girokonten – inklusive der Angebote ohne Mindestgeldeingang.
🚀Kein Mindestgeldeingang?
Einige kostenlose Konten setzen voraus, dass du monatlich einen Mindestbetrag eingehst – z.B. 700€ oder 1.000€. Nicht alle Neobanken machen das. Alle Angebote ohne diese Bedingung findest du hier: Girokonto ohne Mindesteingang.
Unser Fazit
Neobanken haben das Banking in Deutschland demokratisiert. Wer vor fünf Jahren noch für ein solides, kostenloses Konto kämpfen musste, bekommt heute Zinsen dazu – ohne Bedingungen, ohne Formulare, ohne Wartezeit in der Filiale.
C24 ist derzeit die stärkste Allround-Option für den deutschen Alltag. Trade Republic ist die erste Wahl, wenn du Konto und Depot aus einer Hand willst. Revolut ergänzt hervorragend für Reisende. N26 bleibt ein solider Einstieg für alle, die Wert auf Simplizität legen.
Der vollständige Neobanken-Vergleich mit allen aktuellen Konditionen und Bewertungen hilft dir, die für dich passende Wahl zu treffen.
Häufige Fragen zu Neobanken
Sind Neobanken sicher? Ja – sofern sie eine Vollbanklizenz haben oder mit einer lizenzierten Partnerbank zusammenarbeiten. In beiden Fällen greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000€ je Einleger. C24, N26 und Trade Republic haben eigene deutsche Banklizenzen.
Kann ich mein Gehalt auf ein Neobank-Konto einzahlen lassen? Grundsätzlich ja. Alle großen Neobanken bieten eine IBAN an, auf die Gehaltseingänge überwiesen werden können. Einige haben eine DE-IBAN (C24, N26, BforBank), andere eine europäische IBAN aus einem anderen EU-Land (Revolut: Litauen).
Brauche ich eine Neobank oder reicht meine alte Bank? Das hängt davon ab, was deine aktuelle Bank kostet und was sie bietet. Wenn du monatlich Kontoführungsgebühren zahlst und keine Zinsen auf dein Guthaben bekommst, lohnt sich der Wechsel sehr wahrscheinlich. Der Kontowechsel dauert oft nur wenige Minuten – alles online, ohne Papierkram.
Was unterscheidet eine Neobank von einer Direktbank? Direktbanken wie ING oder DKB haben kein Filialnetz, aber oft eine längere Geschichte, mehr Produkte und einen etablierten Kundenservice. Neobanken sind noch schlanker aufgestellt, günstiger in der Regel und stärker auf Mobile ausgerichtet. Die Grenzen verschwimmen aber zunehmend.
Kann ich mit einer Neobank Bargeld einzahlen? Das ist der größte Schwachpunkt. Bargeld einzahlen ist bei den meisten Neobanken gar nicht oder nur über Kooperationspartner (z.B. Einzelhändler) möglich – und dann oft mit Gebühren. Wer regelmäßig Bargeld einzahlen muss, sollte das bei der Auswahl berücksichtigen.
