Konto eröffnen 2026: So geht’s in wenigen Minuten

Ein Girokonto ist heute Pflicht – ohne IBAN bekommst du weder Gehalt noch Kindergeld, kannst keine Miete überweisen und läufst bei fast jeder Onlinezahlung gegen eine Wand. Die gute Nachricht: Konto eröffnen dauert 2026 oft keine 10 Minuten. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die du vorher wissen solltest – damit du direkt beim ersten Anlauf das richtige Konto wählst.


Was du vor der Eröffnung klären solltest

Nicht jedes Konto passt zu jedem. Bevor du irgendwo auf “Jetzt eröffnen” klickst, lohnt sich ein kurzer Check der eigenen Situation.

Kostenlose Kontoführung oder Flatrate? Die meisten Direktbanken und Neobanken bieten kostenlose Girokonten an – oft aber nur bei einem monatlichen Mindestgeldeingang von 700€ bis 1.000€. Wer das nicht regelmäßig erreicht (zum Beispiel als Student oder Berufseinsteiger), zahlt schnell 5€ bis 10€ im Monat. Manche Anbieter sind dagegen bedingungslos kostenlos.

Online oder Filiale? Direktbanken wie ING, DKB oder N26 wickeln alles digital ab. Du bekommst keine Filiale, dafür aber häufig bessere Konditionen. Wer Wert auf persönliche Beratung legt oder regelmäßig größere Bargeldbeträge einzahlen muss, ist bei einer Filialbank wie Volksbank oder Sparkasse oft besser aufgehoben.

Karte inklusive? Fast jedes Girokonto kommt heute mit einer Debitkarte. Ob du zusätzlich eine Kreditkarte bekommst oder welchen Kartennetzwerk (Visa, Mastercard, Girocard) – das variiert stark je nach Anbieter.

💡Girokonto vs. Kreditkarte – was ist der Unterschied?

Das Girokonto ist dein zentrales Zahlungskonto, auf das Gehalt eingeht und von dem Lastschriften abgebucht werden. Die dazugehörige Debitkarte belastet direkt dein Guthaben. Eine Kreditkarte dagegen gewährt dir einen Zahlungsrahmen, der monatlich abgerechnet wird – und kommt häufig als optionales Zusatzprodukt.


Konto eröffnen: Schritt für Schritt

1. Anbieter auswählen

Vergleiche zunächst die wichtigsten Kriterien: Kontoführungsgebühren, Bedingungen für kostenlose Nutzung, Karten, Geldautomatennetz und Zusatzfeatures wie Sparkonten oder Wertpapierhandel. Ein kurzer Blick auf unseren Girokonto-Vergleich hilft dir, schnell die besten Angebote nebeneinanderzulegen.

2. Unterlagen bereitlegen

Für die Kontoeröffnung brauchst du in der Regel:

  • Personalausweis oder Reisepass (gültig)
  • Steueridentifikationsnummer (11-stellig, findest du auf deinem letzten Einkommensteuerbescheid oder kannst sie beim Bundeszentralamt für Steuern anfordern)
  • Meldeadresse in Deutschland
  • Bei manchen Anbietern: Einkommensnachweis oder SCHUFA-Selbstauskunft

3. Online-Antrag ausfüllen

Der Antrag läuft komplett digital ab. Du gibst deine persönlichen Daten ein, wählst eventuelle Zusatzoptionen (Kreditkarte, Konto für Partner, Dispo) und stimmst den Vertragsbedingungen zu. Das dauert je nach Anbieter 5 bis 15 Minuten.

4. Legitimation abschließen

Damit die Bank sicherstellen kann, dass du wirklich du bist, musst du deine Identität nachweisen. 2026 gibt es dafür drei gängige Wege:

  • VideoIdent: Videoanruf mit einem Mitarbeiter, du hältst deinen Ausweis in die Kamera – dauert meist unter 5 Minuten
  • eID: Wenn dein Personalausweis die Online-Funktion hat, geht das per App noch schneller
  • PostIdent: Du gehst mit deinem Ausweis und dem Identifikationsformular zur Deutschen Post – der langsamste Weg, aber überall verfügbar

5. Warten und aktivieren

Nach erfolgreicher Legitimation bekommst du deine Zugangsdaten per Post oder direkt per App. Die Karte folgt wenige Tage später. Bei vielen Direktbanken kannst du die digitale Karte (für Apple Pay oder Google Pay) schon vorher nutzen.


Was nach der Eröffnung ansteht

Konto eröffnet – und jetzt? Drei Dinge solltest du direkt erledigen:

Daueraufträge und Lastschriften umziehen. Wenn du von einer anderen Bank wechselst, musst du alle Zahlungspartner über deine neue IBAN informieren. Viele Banken bieten dafür einen Kontowechsel-Service an, der das automatisch für dich übernimmt – spart viel Zeit.

Geld einzahlen. Bargeld kannst du je nach Bank an Geldautomaten, in Supermärkten oder direkt am Bankschalter einzahlen. Die genauen Möglichkeiten und etwaige Gebühren variieren stark – beim Neobroker N26 zum Beispiel fallen für Bareinzahlungen Gebühren an.

Freistellungsauftrag einrichten. Falls du Guthaben auf einem Tagesgeldkonto parkst, das mit deinem Girokonto verknüpft ist, lohnt sich das direkt: Der Freistellungsauftrag stellt sicher, dass Zinsen bis zu 1.000€ im Jahr (2.000€ bei gemeinsam veranlagten Paaren) steuerfrei bleiben. Ohne ihn zieht die Bank automatisch 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag ab.


Worauf du beim Konto eröffnen achten solltest

Dispo – Segen oder Falle?

Der Dispokredit, kurz Dispo, ist ein kurzfristiger Kreditrahmen auf deinem Girokonto. Du kannst damit dein Konto überziehen – also mehr ausgeben, als du drauf hast. Praktisch in Engpässen, teuer auf Dauer: Die Zinsen liegen 2026 je nach Anbieter zwischen 8% und 15% pro Jahr. Als kurzfristige Überbrückung von wenigen Tagen ist der Dispo okay. Als Dauerlösung solltest du ihn meiden.

Einlagensicherung

Guthaben auf deutschen Girokonten ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000€ pro Person und Bank geschützt. Das gilt sowohl für Direktbanken als auch für Filialbanken – solange sie ihren Sitz in der EU haben. Darüber hinaus gibt es bei vielen deutschen Banken freiwillige Sicherungssysteme, die noch höhere Beträge absichern.

⚠️Vorsicht bei Neobanken aus dem EU-Ausland

Anbieter wie Revolut oder Wise haben ihre Banklizenzen nicht in Deutschland, sondern zum Beispiel in Litauen. Das bedeutet: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt trotzdem bis 100.000€, aber im Schadensfall läuft die Abwicklung über den ausländischen Einlagensicherungsfonds – was unter Umständen länger dauern kann.

SCHUFA-Abfrage

Die meisten Banken fragen beim Kontoantrag deine SCHUFA-Daten ab. Das ist ein harter Anfrageeintrag, der kurzzeitig sichtbar bleibt. Wer mehrere Konten in kurzer Zeit eröffnet, sollte das im Hinterkopf behalten. Manche Neobanken verzichten auf die SCHUFA-Abfrage gänzlich – das kann für Personen mit negativem Eintrag relevant sein.


Konto für besondere Situationen

Konto für Minderjährige

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können kein eigenständiges Girokonto eröffnen – dafür braucht es die Zustimmung der Eltern. Viele Banken bieten spezielle Jugendkonten an, oft kostenlos und mit eingeschränktem Dispo. N26 etwa hat ein Angebot für unter 18-Jährige mit Elternzugang.

Konto ohne deutsche Adresse

Wer neu nach Deutschland zieht und noch keine gemeldete Adresse hat, hat es schwerer – die meisten Banken verlangen eine deutsche Meldeadresse. N26 und Wise sind hier flexibler. Allerdings ersetzen internationale Multi-Währungskonten wie Wise kein vollwertiges deutsches Girokonto für den Alltag.

Konto trotz negativer SCHUFA

Ein negativer SCHUFA-Eintrag macht die Kontosuche schwieriger, macht sie aber nicht unmöglich. Gesetzlich haben Banken in Deutschland die Pflicht, jedem Verbraucher ein Basiskonto anzubieten – auch ohne Bonitätsprüfung. Das Basiskonto hat keine Kreditfunktionen (kein Dispo, keine Kreditkarte), reicht aber für alle Grundbedürfnisse: Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen.

💭Unser Tipp zum Basiskonto

Das Basiskonto ist rechtlich verankert – du kannst es nicht abgelehnt werden, wenn du deinen Hauptwohnsitz in Deutschland hast. Allerdings fallen häufig höhere Kontoführungsgebühren an als bei einem regulären Konto. Sobald du deine SCHUFA-Situation verbessert hast, lohnt sich ein Kontowechsel.


Konto kündigen – wann und wie

Manchmal passt ein Konto einfach nicht mehr. Bessere Konditionen woanders, fehlender Service, zu hohe Gebühren. Das alte Konto loszuwerden ist dabei einfacher als gedacht.

Die meisten Girokonten lassen sich ohne Kündigungsfrist jederzeit schriftlich kündigen – per Brief, E-Mail oder direkt in der App. Worauf du achten musst: Alle Daueraufträge und Lastschriften müssen vorher auf das neue Konto umgezogen sein. Sonst kommt es zu fehlgeschlagenen Zahlungen. Alle Details zum Thema Konto kündigen findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.

🚀Mehr zum Thema Girokonto

Wie du Bargeld abheben kannst und welche Limits und Gebühren dabei gelten, erklären wir in unserem Ratgeber zum Thema Geld abheben.


Häufige Fragen zum Konto eröffnen

Wie lange dauert die Kontoeröffnung? Mit VideoIdent oder eID dauert der gesamte Prozess meist unter 15 Minuten. Die Karte kommt dann per Post, in der Regel 3 bis 7 Werktage später. Viele Banken geben dir Zugang zur digitalen Karte sofort nach Aktivierung.

Kann ich mehrere Girokonten haben? Ja. Es gibt keine gesetzliche Begrenzung. Viele Menschen nutzen zwei Konten – eines für feste Ausgaben (Miete, Versicherungen) und eines für den Alltag. Zu beachten ist aber, dass mehrere SCHUFA-Anfragen beim Eröffnen kurzfristig sichtbar sind.

Was kostet ein Girokonto im Durchschnitt? Kostenlose Girokonten gibt es bei Direktbanken und Neobanken häufig ohne Bedingungen oder ab einem Geldeingang von 700€ bis 1.000€ monatlich. Filialbanken verlangen in der Regel 5€ bis 15€ pro Monat. Bei manchen Anbietern fallen zusätzlich Gebühren für die Girocard oder für Belegüberweisungen an.

Brauche ich für die Kontoeröffnung einen Einkommensnachweis? Nicht zwingend. Die meisten Girokonten werden ohne Einkommensnachweis eröffnet. Lediglich für einen Dispokredit oder eine Kreditkarte fragen manche Banken nach.

Kann ich ein Konto auch als Selbstständiger eröffnen? Privat ja. Für dein Business solltest du aber über ein separates Geschäftskonto nachdenken – das erleichtert die Buchhaltung erheblich und ist bei Kapitalgesellschaften (GmbH, UG) ohnehin Pflicht.