Ein Kinderkonto ist oft die erste Begegnung, die ein Kind mit echtem Geld macht. Taschengeld einzahlen, mit der eigenen Karte bezahlen, den Kontostand im Blick behalten – das klingt simpel, aber es legt den Grundstein für finanzielles Verständnis im Erwachsenenalter. Welches Konto sich dafür am besten eignet, zeigen wir dir in diesem Vergleich.
💡Was ist ein Kinderkonto?
Ein Kinderkonto ist ein Girokonto, das speziell für Minderjährige – also Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – angeboten wird. Es läuft auf Guthabenbasis: Eine Überziehung ist ausgeschlossen, weil Banken keinen Dispokredit an Minderjährige vergeben dürfen. Die Kontoeröffnung läuft über die Eltern, die in der Regel auch die Verfügungsberechtigung haben.
Warum überhaupt ein Kinderkonto?
Bargeld ist praktisch – aber es lehrt Kinder wenig über den Umgang mit einem Konto, Überweisungen oder digitalen Zahlungen. Schon ab dem Grundschulalter können Kinder mit einem eigenen Konto lernen, Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten. Das Taschengeld kommt aufs Konto, Geburtstagsgeld von Oma landet ebenfalls dort, und die Debitkarte kann zum ersten Mal am Automaten eingesetzt werden.
Gerade wenn dein Kind älter wird und anfängt, selbst einzukaufen oder online zu bestellen, ist ein Konto ohnehin unvermeidlich. Besser früh anfangen – und dabei gleich das richtige Konto wählen.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Anbieter | Kontoführung | Karte | Alter | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| ING Girokonto Junior | Kostenlos | Kostenlose Debitkarte | 0-17 Jahre | Tagesgeldanbindung möglich |
| Comdirect JuniorGiro | Kostenlos | Kostenlose Visa Debitkarte | 7-17 Jahre | Optional mit Tagesgeld |
| Commerzbank StartKonto | Kostenlos | Girocard kostenlos | 7-17 Jahre | Filialbank mit Beratung |
| Revolut <18 | Kostenlos (Basis) | Virtuelle + physische Karte | 6-17 Jahre | App-Steuerung, moderne Features |
| Berliner Sparkasse Startkonto | Kostenlos | Girocard | ab 7 Jahre | Regionale Sparkasse, Filialnetz |
⚠️Konditionen können sich ändern
Banken passen ihre Angebote regelmäßig an. Prüfe vor der Kontoeröffnung immer direkt auf der Website des Anbieters, ob Kontoführungsgebühren, Kartengebühren oder Altersgrenzen noch aktuell sind.
Die besten Kinderkonten im Detail
ING Girokonto Junior
Die ING gehört zu den beliebtesten Direktbanken in Deutschland – und ihr Junior-Konto macht einen soliden Eindruck. Die Kontoführung ist kostenlos, eine Debitkarte ist inklusive, und das Konto lässt sich mit einem ING Extra-Konto (Tagesgeld) verknüpfen. So können Eltern einen Teil des Taschengeldes direkt auf ein verzinstes Sparkonto umleiten, während das Kind mit dem Girokonto zahlt.
Vorteile:
- Kostenlose Kontoführung
- Kostenlose Debitkarte
- Verknüpfung mit ING Tagesgeldkonto möglich
- Etablierte Direktbank mit zuverlässigem Online-Banking
Nachteile:
- Keine Filialen – Support nur online oder telefonisch
- Karte erst ab bestimmtem Alter sinnvoll nutzbar
Comdirect JuniorGiro
Das JuniorGiro der Comdirect – inzwischen Teil der Commerzbank-Gruppe – ist seit Jahren eine der ersten Empfehlungen in Kinderkonto-Vergleichen, und das aus gutem Grund. Die Visa Debitkarte wird kostenlos mitgeliefert, online Banking ist für Eltern und Kind getrennt einsehbar, und wer möchte, kann ein comdirect Tagesgeldkonto dazunehmen.
Zu beachten ist: Ab 18 Jahren wird das JuniorGiro in ein reguläres Girokonto umgewandelt. Das Konto wächst also mit – ein Vorteil, wenn dein Kind bei Comdirect bleiben möchte.
Vorteile:
- Kostenlose Kontoführung und Karte
- Gute App und Online-Banking-Oberfläche
- Anbindung an Tagesgeldkonto möglich
- Nahtloser Übergang ins Erwachsenenkonto
Nachteile:
- Kaum Filialen verfügbar
- Eltern-Sicht und Kind-Sicht nicht immer trennscharf gestaltet
Commerzbank StartKonto
Wer auf eine echte Filialbank setzt und lieber persönliche Beratung vor Ort nutzen möchte, ist beim StartKonto der Commerzbank gut aufgehoben. Das Konto ist kostenlos, eine Girocard ist inklusive, und die Commerzbank hat ein flächendeckendes Filialnetz. Gerade für Eltern, die ihrem Kind zeigen wollen, wie eine Bank im echten Leben funktioniert, ist das ein Pluspunkt.
Vorteile:
- Kostenlos
- Filialnetz für persönliche Beratung
- Bekannte und etablierte Bank
Nachteile:
- App und digitales Angebot nicht ganz auf dem Niveau der Direktbanken
- Girocard statt Visa/Mastercard – international weniger akzeptiert
Revolut <18
Revolut ist keine klassische Bank, aber ein interessantes Angebot für technikaffine Familien. Das Konto für unter 18-Jährige ist an das elterliche Revolut-Konto gekoppelt. Eltern können Ausgaben in Echtzeit sehen, Limits setzen und Taschengeld per App auszahlen. Das Kind bekommt eine eigene physische und virtuelle Karte.
Der Haken: Revolut ist kein klassisches Girokonto mit IBAN für alle Alltagssituationen. Für einige Transaktionen – Lastschriften etwa – braucht man dann doch eine klassische Bankverbindung.
💡Revolut als Ergänzung, nicht als Ersatz
Revolut <18 macht am meisten Sinn, wenn die Eltern bereits Revolut nutzen. Als alleiniges Konto für ein Kind ist es weniger geeignet – als zweites Konto für Taschengeld und Alltagsausgaben aber durchaus praktisch.
Vorteile:
- Moderne App mit Echtzeit-Kontrolle für Eltern
- Sofortige Überweisungen innerhalb von Revolut
- Ausgabenlimits und -kategorien einfach setzbar
Nachteile:
- Kein vollwertiges Girokonto mit allen Lastschriftfunktionen
- Abhängig vom elterlichen Revolut-Konto
- Basis-Version kostenlos, aber eingeschränkt
Ab welchem Alter macht ein Kinderkonto Sinn?
Die meisten Banken bieten Kinderkonten ab 7 Jahren an – einige bereits ab der Geburt. Der Unterschied liegt in den verfügbaren Funktionen:
Unter 7 Jahren gilt ein Kind als nicht geschäftsfähig. Das Konto funktioniert dann eher als Sparkonto: keine Bankkarte, kein Onlinebanking-Zugang für das Kind, keine selbstständigen Transaktionen. Einzahlungen von Verwandten oder Taschengeldüberweisungen der Eltern sind aber möglich.
Ab 7 Jahren werden Kinder als beschränkt geschäftsfähig eingestuft. Jetzt kann das Kind selbst auf das Konto zugreifen, Überweisungen tätigen und – je nach Bank – eine Debitkarte oder Prepaid-Karte nutzen. Eltern behalten dennoch eine Kontovollmacht und können Transaktionslimits setzen.
Für Teenager ab etwa 12 Jahren lassen sich die Funktionen dann deutlich erweitern: höhere Abhebungslimits, mehr Eigenverantwortung, in manchen Fällen auch eine Visa-Debitkarte für Online-Einkäufe.
Kinderkonto oder Jugendkonto – was ist der Unterschied?
Viele Banken unterscheiden zwischen Kinderkonten (etwa ab 0 bis 12 Jahre) und Jugendkonten (ab 12 oder 14 bis 18 Jahre). Der Unterschied liegt meistens in der Selbstständigkeit: Jüngere Kinder können ihr Konto nur mit ausdrücklicher elterlicher Zustimmung nutzen, ältere Jugendliche bekommen in der Regel mehr Eigenständigkeit.
🚀Wenn dein Kind kurz vor dem 18. Geburtstag steht, lohnt ein Blick auf unser Jugendkonto – dort findest du Konten, die speziell auf den Übergang ins Erwachsenenleben ausgelegt sind.
Worauf du bei der Wahl achten solltest
1. Kostenlose Kontoführung Fast alle Kinderkonten sind kostenlos – das sollte Standard sein. Wenn eine Bank Kontoführungsgebühren verlangt, gibt es keinen Grund, dieses Konto zu wählen.
2. Karte inklusive Eine Debit- oder Girocard sollte ohne Extrakosten dabei sein. Achte darauf, ob es sich um eine Girocard (nur in Deutschland und wenigen anderen Ländern), eine Visa-Debitkarte oder eine Mastercard handelt – Visa und Mastercard funktionieren international besser.
3. Eltern-Kontrolle Gerade bei jüngeren Kindern ist es wichtig, dass Eltern Ausgaben einsehen und im Zweifel Limits setzen können. Viele Banken bieten das inzwischen über ihre App an.
4. Übergang ins Erwachsenenalter Mit 18 Jahren endet das Kinderkonto automatisch. Prüfe, ob die Bank das Konto nahtlos in ein reguläres kostenloses Girokonto umwandelt oder ob du aktiv kündigen und wechseln musst.
5. Filiale oder Direktbank? Direktbanken bieten oft bessere Konditionen, aber keine persönliche Beratung vor Ort. Filialbanken sind teurer, haben aber ein Netz an Anlaufstellen. Für ein Kinderkonto, das vor allem fürs Taschengeld genutzt wird, reicht eine Direktbank in der Regel völlig aus.
Kinderkonto eröffnen: So funktioniert es
Die Kontoeröffnung läuft immer über die Eltern, da Minderjährige keine Verträge selbst abschließen können. In der Praxis bedeutet das:
- Online-Antrag ausfüllen – Elternteil gibt eigene Daten und Daten des Kindes ein
- Legitimation – In der Regel per Video-Ident oder PostIdent; bei Filialbanken auch persönlich
- Karte und Zugangsdaten erhalten – Je nach Bank dauert das 5-10 Werktage
- Freistellungsauftrag stellen – Wer Zinsen auf einem angebundenen Sparkonto erwartet, sollte daran denken
💡Freistellungsauftrag nicht vergessen
Kinder haben denselben Sparerpauschbetrag wie Erwachsene: 1.000 Euro pro Jahr (Stand 2026). Wenn dein Kind Zinsen auf Gespartes bekommt, lohnt es sich, einen Freistellungsauftrag bei der Bank zu stellen – sonst zieht die Bank automatisch Abgeltungssteuer ab.
Kinderkonto und Taschengeld: Praxistipps
Ein Konto allein bringt noch keine Finanzbildung. Damit das Kinderkonto wirklich nützt, ein paar Gedanken aus der Praxis:
Regelmäßiges Taschengeld aufs Konto statt Bargeld in die Hand lehrt den Umgang mit einem echten Kontostand. Kinder sehen, was rein- und rausgeht.
Gemeinsam den Kontostand checken – monatlich kurz zusammen ins Online-Banking schauen, was bezahlt wurde und wie viel noch da ist. Das ist mehr wert als jede Finanzstunde in der Schule.
Sparziel einrichten – viele Banken bieten Unterkonten oder Sparkonten an, auf die Kinder einen Teil des Taschengeldes schieben können. Das macht das Sparen konkret und greifbar.
🚀Wenn du ein Konto suchst, das mehrere Unterkonten für verschiedene Sparziele erlaubt, schau dir unseren Vergleich der Girokonten mit Unterkonto an.
Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter kann mein Kind ein Konto haben? Viele Banken bieten Konten schon ab der Geburt an – das Konto läuft dann auf den Namen des Kindes, aber die Eltern verwalten es komplett. Praktisch nutzbar mit eigener Karte sind Konten meistens ab 6 bis 7 Jahren.
Kann mein Kind sein Konto überziehen? Nein. Kinderkonten laufen auf Guthabenbasis. Ist kein Guthaben mehr vorhanden, werden Zahlungen abgelehnt. Das ist gesetzlich so vorgesehen, da Banken keinen Kredit an Minderjährige vergeben dürfen.
Was passiert mit dem Kinderkonto, wenn mein Kind 18 wird? Das hängt von der Bank ab. Viele wandeln das Konto automatisch in ein reguläres Girokonto um. Manche bieten zunächst ein Studentenkonto an, wenn das Kind studiert. Auf jeden Fall lohnt es sich, rechtzeitig zu prüfen, ob die neuen Konditionen noch passen – oder ob ein Wechsel sinnvoll ist.
Brauche ich als Elternteil selbst ein Konto bei derselben Bank? Meistens nicht – aber bei manchen Anbietern wie Revolut <18 ist das Voraussetzung. Bei klassischen Direktbanken und Filialbanken ist ein eigenes Konto dort in der Regel keine Bedingung.
Gibt es Kinderkonten ohne SCHUFA-Abfrage? Ja, bei vielen Anbietern wird für das Kinderkonto keine SCHUFA-Abfrage durchgeführt – schon allein deshalb, weil Kinder noch keine SCHUFA-Einträge haben. Falls das Thema SCHUFA für dich als Elternteil relevant ist, wirf einen Blick auf unsere Übersicht der Girokonten ohne SCHUFA.
Kann mein Kind mit dem Kinderkonto im Ausland bezahlen? Das hängt von der Karte ab. Eine Girocard funktioniert im Ausland oft nicht oder nur eingeschränkt. Eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte ist international deutlich besser einsetzbar. Wer mit dem Kind häufig reist, sollte auf die Kartenart achten.
Unser Fazit
Für die meisten Familien ist ein kostenloses Kinderkonto bei einer Direktbank die beste Wahl – am besten mit einer international nutzbaren Debitkarte und einer soliden App. ING und Comdirect liefern hier verlässlich gute Angebote. Wer persönliche Beratung schätzt, greift zur Commerzbank oder der lokalen Sparkasse.
Revolut <18 ist interessant als Ergänzung, aber kein vollständiger Ersatz für ein klassisches Girokonto.
Schau dir auch unseren großen Girokonto Vergleich an, wenn du gleichzeitig dein eigenes Konto überprüfen möchtest – häufig lohnt es sich, als Familie bei derselben Bank zu sein.
🚀Wenn ihr das Kinderkonto eröffnet habt und dein Kind älter wird, könnte auch ein erstes eigenes Depot für Kinder und Jugendliche interessant werden. Der Vermögensaufbau beginnt am besten früh.
