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Als Blogger Geld verdienen – 3 seriöse und dubiose Methoden

Dürfen Blogger Geld verdienen? Unter diesem Motto hat Dominik von finanziell-frei-mit-30.de zur Blogparade aufgerufen. Doch wie kam Dominik auf die Idee dieses Motto zu wählen? Angefangen hat es für ihn mit Kolja Barghoorn, der sein Taschenbuch „Der rationale Kapitalist“ veröffentlicht hat und von einigen Fans auf YouTube kritisiert wird. Auch werden hin und wieder Blogger kritisiert, die genau berichten, dass es durchaus lukrativ ist, als Blogger Geld zu verdienen und dabei sogar ihre Einnahmen offenlegen. 

Letztendlich auslösend für den Aufruf zur Blogroll „Dürfen Blogger Geld verdienen“ waren dann zwei persönliche Erfahrungen von Dominik.  Zum einen veröffentlichte er einen Blogbeitrag zum Thema Wertpapierdepot in dem er Affiliate-Links für eine Depoteröffnung bei der Commerzbank integrierte. Hierfür gab es nach seinen Aussagen durchaus Kritik. Und auch die Veröffentlichung eines Gastbeitrages auf seiner Seite bewog Leser dazu Kritik zu üben, da diese annahmen, er würde für die Veröffentlichung des Gastbeitrages Geld erhalten.

Da stellt sich nun die grundsätzliche Frage:

Dürfen und können Blogger Geld verdienen?

Einen ​Moment, ich drehe die Frage mal gerade eben um: Warum dürfen Blogger kein Geld verdienen? Hmmm, nun, also, naja. Mir fällt kein wirklich guter Grund ein. Schon gar nicht, wenn es um einen Finanzblog geht. Jetzt mal ganz ehrlich, warum sollte ein Blogger kein Geld verdienen dürfen?

Von der Idee für einen Beitrag bis zur Veröffentlichung ​eines Beitrags vergehen viele Stunden. Stunden, in denen man seine Erfahrungen und Sichtweisen in Worte fasst, um anderen zu helfen. Als Blogger Geld verdienen? Wie glaubwürdig macht Dich das?

Insbesondere als Finanzblogger muss man sich Gedanken über die Refinanzierung machen. Alles andere wäre nicht authentisch. Ich kann nicht über Geld verdienen schreiben, wenn meine eigene Arbeit vollkommen defizitär ist. Wie glaubwürdig wäre das denn bitte?

Geld regiert die Welt. Das ist nicht neu. Wer finanziell frei sein will, muss seine Finanzen aktiv managen. Nimmt man sich Zeit zu bloggen, bleibt weniger Zeit für andere Dinge auf dem Weg zur Finanziellen Unabhängigkeit.

Jeder von uns hat am Tag exakt 24 Stunden Zeit, um an der finanziellen Freiheit zu arbeiten. Zeit ist Geld. Verplämpern wir Zeit, rückt die Finanzielle Freiheit in die Ferne. Also ja, Blogger dürfen Geld verdienen. Die eigentliche Frage ist eher, wie kann ich als Blogger Geld verdienen, welche Formen sind legitim, wo ist die Toleranzgrenze und was ist ein absolutes No-Go!?

Wie kann ich als Blogger Geld verdienen?

Im Wesentlichen gibt es für Blogger 3 Alltagstaugliche und 2 weitere ​Einnahmequellen:

  • ​Affiliate Marketing (Bewerben+Verkauf fremder Produkte)
  • ​Platzieren von Werbebannern (z.B. Google AdSense, Yahoo! Bing Network Contextual Ads)
  • ​Verkauf eigener Produkte (in einem Shop oder über einen eMail-Sales-Funnel)
  • Direktes Bewerben eines Produktes gegen Entgelt (sehr oft in der Modewelt vertreten)
  • Native Ads (sind aber eher nix für Blogs <100.000 Besucher im Monat 😉 )

Blogs, die von allen Möglichkeiten gleichzeitig Gebrauch machen lese ich üblicherweise nicht. Es stört mich zu sehr, wenn es nur so flackert und blinkt, sobald ich etwas lesen möchte.

Wenn dann auch noch nervige Pop-Ups aufgehen, die mir versprechen, dass ich die „Megageheime Formel zum unermesslichen Reichtum“ erhalte (natürlich kostenlos, wenn ich doch bitte nur schnell meine Emailadresse eintrage), dann bin ich ganz schnell weg. Es gibt inzwischen (leider) durchaus eine ansehnliche Anzahl an Finanzblogs und Finanzportalen, die es übertreiben. Diese werden nicht nur auf seriösen Wegen monetarisiert, sondern nutzen auch fadenscheinige Methoden wie Pop-Unders, sneaky redirects (pfui pfui) und Black Hat Rankingstrategien.

Möglicherweise ist dies auch ein Grund dafür, dass der eine oder andere von Grund auf immer verärgert darüber ist, wenn eine Seite Werbung enthält – egal ob viel, oder wenig davon. Leider trifft die Verärgerung der Leser oftmals die falschen Blogger.

Im Übrigen nehme ich in meine Finanzblogroll nur Seiten auf, die meinen persönlichen Qualitätsmerkmalen genügen. Wer kein Impressum hat oder eine der oben genannten Methoden nutzt, bleibt draußen.

Kommen wir auf die Frage „Womit darf als Blogger Geld verdient werden?“ zurück.

​Aus meiner Sicht ist Werbung okay, solange der Leser auch weiß, dass es sich um Werbung handelt. Werbebanner sind offensichtlich. Wenn Du Deine Emailadresse irgendwo angeben sollst ist auch klar, was damit passiert. Wo sich oftmals die Spreu vom Weizen trennt, sind die Affiliate Links.

Hier gibt es im Wesentlichen die folgenden 4 Ausprägungen:

  • ​Keine Kennzeichnung
  • ​Allgemeiner Hinweis im Footer
  • ​Ein Sternchen hinter jedem Affiliate-Link
  • ​Ein konkreter Hinweis hinter dem Affiliate Link

Etabliert hat sich in letzter Zeit das Sternchen. Aus meiner Sicht eine durchaus tragbare Lösung. Diskutiert wird diese Methode dennoch. Denn selbst Seiten wie finanztip.de wurden für die Platzierung von Affiliate-Links kritisiert und finanztip.de verwendet die Sternchenmethode. Doch ohne Affiliate-Links würde es finanztip.de nicht geben. Es ist deren Finanzierungskonzept. Und ohne Werbung würde es viele Blogs nicht geben, die unseren Alltag bereichern.

Wie sollte das Verhältnis von (kostenlosen) Inhalten zu Werbung sein?

Solange die Inhalte einen Mehrwert bieten, sollte es egal sein, ob 1, 2 oder 3 Werbelinks im Text platziert werden. Niemand ist dazu verpflichtet einen solchen Link zu klicken. Pop-Ups hingegen können schon nervig sein, insbesondere dann, wenn die Markierung über die man das Pop-Up schließen kann sehr unscheinbar gestaltet wird.

Letzte Woche war ich auf einer Seite, auf der unten rechts ein Timer ablief. Als dieser nach 90 Sekunden auf 0 stand wurde ich auf eine andere Seite weitergeleitet und um Zahlung von Geld gebeten. Der Artikel war zwar interessant, aber diese Art von Abkassieren finde ich ätzend. Und da verstehe ich es auch vollkommen, wenn ein Leser ungehalten ist.

Die Grenze zwischen Gut und Böse ist auch bei Star Wars recht fließend 😉

Wir brauchen mehr Geld. ​​Was sollen wir nur tun? Die Weltherrschaft ans uns reißen, oder unseren Blog monetarisieren?​ Merchandising ist doch auch eine Option, oder?

Durch den Verkauf eigener Produkte beim Bloggen Geld verdienen

Beim Affiliate Marketing und der Platzierung von Werbebannern geht es darum, fremde Produkte zu bewerben und zu verkaufen. Beides sind nette Möglichkeiten, die Refinanzierung des eigenen Blogs sicherzustellen. Insbesondere bei Finanzblogs. Denn Google-AdSense-Werbung wird im Bereich Finanzen mit am besten vergütetet.

Pro Klick kann man hier, je nach eingeblendeter Werbung, auch mal einen Euro und mehr verdienen. Pro Klick wohlgemerkt. Wenig verwunderlich wenn man bedenkt, dass manche Website-Betreiber bei Google AdWords-Klicks für bestimmte Keywords 25 Euro und mehr bezahlen (AdWords=Anbieter zahlt Google Geld dafür, dass er in den Suchmaschinenergebnissen auf Platz 1 o.ä. bei den Werbeplätzen erscheint, AdSense=Google bezahlt Dich, wenn einer Deiner Besucher auf Deiner Website auf ein Werbebanner klickt).

Die Alternative ist der Verkauf eigener Produkte. Das können z.B. eBooks, Online-Kurse oder Coachings sein. Eigene Produkte auf seiner eigenen Website zu bewerben ist mehr als nur legitim. Wenn Du ein geiles Produkt kreiert hast, dann must Du das auch an den Mann bringen (und die Frau). Jedes Unternehmen funktioniert so.

Produkte werden immer häufiger online verkauft. Ein Produkt kann Deine Marke stärken. Ein Produkt kann zu Deinem Aushängeschild werden. Dein Produkt darf nicht nur, sondern muss auch online vertrieben werden. Alles andere wäre falsch.

Fazit zum Thema: Dürfen Blogger Geld verdienen?

​Meiner Meinung dürfen und sollten Blogger mit ihrem Blog Geld verdienen. Vorausgesetzt, die Werbung ist dezent und auch erkennbar. Und an die gesetzlich gesteckten Rahmenbedingungen sollte sich jeder Blogbetreiber natürlich auch halten.

Online Werbung ist ein zentrales Element der heutigen Zeit. Wenn der jeweilige Beitrag einen Mehrwert bringt, dann ist es für mich okay, wenn etwas Werbung gemacht wird. Ich lese z.B. sehr gerne den Blog von Jennifer Rößner, die als Ex-Studentin derzeit noch komplett ohne Werbung schreibt. Sie ist authentisch und schreibt tolle Beiträge. Und  auch wenn Jenny Affiliate-Links einbauen würde, würde sich nichts daran ändern, dass ich Ihre Beiträge lese. Denn für mich zählen die Inhalte.

Ich bin mir sicher, dass jeder einen Finanzblogger findet, der seinen Erwartungen entspricht. Vielleicht sogar 2 oder 3 😉 Schließlich gibt es in Deutschland nunmehr weit über 100 Finanzblogger. Viele von ihnen sind bereits in meiner Finanzblogroll gelistet. Täglich laufen sehr interessante neue Beiträge über den Ticker. Schau am besten gleich mal vorbei, um ​Deinen nächsten Diamanten zu finden.

  • Hallo Alexander,

    vielen Dank für Deinen Beitrag zur Blogparade.
    Ich sehe es auch ähnlich mit Pop-Up-Fenstern und kann den Sin dahinter kaum verstehen.
    Nerven unglaublich den Lesefluss und müssen immer umständlich weggeklickt werden.
    Es sollte einfach in einem vernünftigen Maß Werbung vorhanden sein und die Authentizität des Bloggers nicht untergraben.

    Ich habe durch den Beitrag erst gerade Deinen Blog entdeckt und werde mich jetzt mal ein bisschen umschauen.

    Schöne Grüße
    Dominik

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